12. Jun, 2020

Oberriet - Eggerstanden - Appenzell (Appenzeller Weg)

Die Regionalroute Nr. 44, welche als Appenzeller-Weg bezeichnet wird, gehört zu einer alten Pilgerroute und verbindet den Vorarlberger Wallfahrtsort Rankweil mit dem Klosterdorf St.Peterszell im schweizerischen Toggenburg. Dieser grenzüberschreitende Weg ist in drei Tagesetappen unterteilt und quert das kulturell und landschaftlich einzigartige Appenzellerland.  

Da uns dies ferienbedingt gerade gelegen kam, wollten wir diesen Weg gerne in Angriff nehmen. Wir starteten dennoch nicht im österreichischen Rankweil, sondern in Oberriet auf Schweizer Boden. Zu einem war der Grenzverkehr wegen der Corona-Pandemie noch eingeschränkt und zum andern wäre die Etappe mit 28 Kilometer auch sehr lange ausgefallen. Also begaben wir uns mit dem Zug nach Oberriet und verliessen das Bahnhofsareal in südlicher Richtung. Wir folgten den Markierungen durch den Ort und zogen über den Aubach ins Loogarten-Quartier ein. Langsam, aber sicher liessen wir aber die Häuser hinter uns und wanderten auf dem Strässchen durch das offene Feld. Das Natursträsschen ging schon bald wieder auf Hartbelag über und so zogen wir am Lauf des Aubaches entlang zum Weiler Moos. Auf Nebensträsschen querten wir diesen beschaulichen Ort und mussten dann der recht verkehrsexponierten Hauptstrasse ein stückweit Folge leisten. Wir fanden im Weiler Rehag nun unsere Markierungen des Appenzeller-Weg Nr. 44 und konnten nun auch mit dem langen Anstieg von Heute beginnen. Teils auf Wanderwegen und teils auf schwach befahren Strässchen zog sich der Weg nun bergauf und wir erreichten den ehemaligen Wallfahrtsort Freienbach. Die Strasse führte uns an der modernen Kapelle Maria Heimsuchung vorüber und wanderten dann zunächst der Bergstrasse weiter. Die Markierungen lotsten uns auf ein Natursträsschen, welches uns längs des Freienbachtälchens weiterhin bergan führte. Ein kräftiger Anstieg durch den Bergwald brachte uns dann auf die Alp des Oberrieter Strüssler, wo uns der Weg durch Weiden und Wäldchen weiter hinauf zur Wogalp steuerte. Das Strässchen leitete uns nun wieder gegen den Waldrand zu und wanderten auf diesem mehr oder weniger steil zur Neuenalp hinauf. Dort wechselten wir nun auf einem Wiesenpfad die Kantonsgrenze und bewegten von nun an unsere Wanderschuhe auf Appenzeller Boden. Schöne Ausblicke ins weite Rheintal belohnten unseren langen Aufstieg allemal. Ein bequemer, zum Teil asphaltierter Forstweg brachte uns, nachdem wir den kleinen flachen Galgenbach gequert hatten, zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf zum Bildstein hin. Vor rund 150 Jahren drohte hier die Nordostflanke des Fähnern abzurutschen und so gelobten die Waldbesitzer diese Kapelle zu erbauen, sollte sich der Waldboden wieder festigen. Wir entfernten uns von diesem idyllischen Plätzchen wieder und wanderten nun sanft bergab aus dem Wald hinaus. Das Strässchen führte uns direkt auf die Ortschaft Eggerstanden zu. Wir zogen am der modernen und markanten St. Josef- Kirche aus dem Jahre 1973 vorüber und liessen diesen beschaulichen Ort rasch hinter uns. Ein Naturweg führten uns durch das offene Feldgebiet und wir erreichten dann schon bald mit Steinegg die nächste Ortschaft. Ziemlich langatmig führte uns der Weg der Teerstrasse nach durch den Ort zur Bahnstation hin. Nachdem wir die 1590 erbaute St. Magdalena-Kapelle passiert hatten, wanderten wir ans Ufer der Sitter und querten über die gedeckte Holzbrücke deren Flusslauf. Bei der Kapelle St. Anna wechselten wir aber schon wieder die Uferseite der Sitter und folgten dem breiten Wege dem schönen Flusslauf. Wir erreichten nach und nach die Häuser des Kantonshauptortes Appenzell und querten auf der Strassenbrücke abermals die Sitter. Durch die schmucken Marktgässchen wanderten wir auf den Landsgemeinde-Platz zu und erreichten dort das Romantik Hotel Säntis. Dort beendeten wir unsere erste Etappe auf dem Appenzeller-Weg und bezogen unser Zimmer. Schöne Wanderung mit 18.5 Kilometern in 5.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 650 Höhenmeter aufwärts.  

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