26. Jul, 2020

Brülisau - Rainhütten - Sämtisersee - Brülisau

Im schönen Appenzellerland fand heute der „Tag der offenen Alpkäserei“ statt, was uns dazu bewog diesen Event mit einer Wanderung zu verbinden. Auf insgesamt neun Alpen kann man heute mehr über das Leben auf der Alp erfahren und die feinen Alperzeugnisse vor Ort degustieren und erwerben. Wir haben uns für unsere Wanderung die Alpe Rainhütte im wunderbaren Alpsteingebiet ausgesucht. Früh morgens machten wir uns nun also auf und fuhren nach Brülisau, wo unsere Tour dann starten konnte. Die Strasse führte uns von der St. Sebastian Kirche hinweg und wir folgten dieser nun leicht aufwärts durchs Weideland. Am Waldrand wechselten wir dann auf ein Wanderweglein, welches sich nun etwas steiler dem Waldsaum entlang bergauf schlängelte. Zum grossen Teil geplästerte Wanderwege brachten uns dann immer wieder über Wiesen stetig bergan und wir gewannen so schnell an Höhe. Wir passierten den Hof auf dem Rossberg und stiegen durch die Wiesen dem Berggasthaus Ruhesitz entgegen. Der grösste Teil des heutigen Anstiegs war somit geschafft und wir konnten einen wunderbaren Blick auf die umliegende, bezaubernde Bergwelt geniessen. Auf dem Kiesssträsschen wanderten wir nun in südlicher Richtung mehr oder weniger der Höhenkurve entlang. Beim schönen Bildstöckchen verliessen wir nun das Strässchen und zweigten dort auf den Wanderweg ein. Mit dem grossartigen Panorama vor unseren Augen wanderten wir im sanften Auf und Ab meistens über offenes Gelände. Wir passierten aber auch immer wieder kleine und bezaubernde Bergwäldchen und näherten sich so ins Gebiet um den Sämtisersee. Unser Weg führte uns weit oberhalb des Sees hinweg und wanderten nun wieder stetig bergauf. Der steinige Bergpfad führte uns dabei durch das steil abfallende Waldgelände bis wir eine Lichtung erreichten. Durch die Alpweiden erreichten wir dann schon gleich unser erstes Tagesziel, die Alpe Rainhütte (oder im appenzellerischen Dialekt „Reehötte“). Die Alpe liegt auf einem Plateau zwischen Sämtis und Stauberen und ist die einzige Alpe, welche ausschliesslich von Ziegen bestossen wird. Die Senne produzieren hier also vorwiegend Ziegenkäse, verkäsen jedoch auch Kuhmilch aus den nahe gelegen Alpen Furgglen und Bollenwees. Wir konnten nun direkt beim käsen zusehen und das eine oder andere darüber vom Senn erfahren. Anschließend konnten wir den leckeren Käse degustierten was, deckten uns dann auch damit ein und wanderten dann anschliessend wieder weiter. Der Alpweg führte uns durch die schönen, mit von Felsabbrüchen durchsetzten Alpweiden leicht bergauf zur Alp Furgglen. Unser Weg machte hier nun eine Kehrwende und wir wanderten auf dem Strässchen bergab. Wir gelangten so immer weiter talauswärts und erreichten nach dem Naturfreundehaus Töbelihütte den dunkel schimmernden Sämtisersee. Dieser See verfügt über einen unterirdischen Abfluss und sein Wasser dabei erst im St. Galler Rheintal wieder zu Tage treten soll. Der Wasserspiegel ist dabei immer niederschlagbedingt sehr starken Schwankungen ausgesetzt, wobei er in Extremfällen (Sommer 1998) sogar schon vollständig ausgetrocknet war. Das Natursträsschen führte uns ein kurzes Stück am Ufer des Sees entlang, bevor wir durch den Sigelwald zum Berggasthaus Plattenbödeli emporstiegen. Es erwartete uns nun ein endlos langer und zeitweise sehr steiler Abstieg durch das schattige Brüeltobel. Wir verloren so jedoch schnell an Höhe und traten am Pfannenstiel aus dem Wald heraus. Wir wanderten auf Asphalt weiter talauswärts und erreichten so schon bald unseren Ausgangspunkt wieder. Schöne Wanderung mit 15 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 675 Höhenmeter aufwärts. 

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