6. Nov, 2020

Walzenhausen - Heiden - Rheineck (Witzweg)

Heute wird es bestimmt lustig. Wir haben uns nämlich vorgenommen den Witzweg (Nr. 977) zu absolvieren und uns von den 40 Witztafeln im Appenzeller Dialekt am Wegesrand zum Lachen bringen zu lassen. Die rund 2 Kilometer lange Zahnradbahn war leider wegen Bauarbeiten geschlossen. Aber der Bahnersatzbus brachte uns dann dennoch von Rheineck in die östlichste gelegene Gemeinde des Kanton Appenzell Ausserrhoden. Wir verliessen die Bergstation und wanderten aufwärts der Strasse nach von dannen. Noch konnten wir ein wenig Sonne tanken, was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, waren das leider aber auch schon die letzten Sonnenstrahlen bis kurz vor Schluss unserer Tour. Wir folgten der Strasse, welche neben einem Industriegebäude verlief auf ein Wäldchen zu. Die Strasse mutierte in einen Wanderweg über und verschmälerte sich zunehmend. Wir betraten ein kleines Waldtobel und stiegen über teils ausgewaschene Treppen zum Weiler Hostet hinauf. Wir wanderten auf dem Natursträsschen ebenaus und so auch direkt in den zähen und dichten Nebel ein. Wir querten ein weiteres kleines Wäldchen mit kleinen Bachläufen und passierten dann die Besenbeiz zur Schiiterbig. Kurz darauf fassten wir dann wieder Fuss auf Hartbelag und wanderten etwas langweilig auf der Strasse bergan. Immer wieder lasen den einen oder anderen Witz im Dialekt, welche uns zum Lachen oder Schmunzeln brachte. Für alle die dem Appenzeller Dialekt aber nicht mächtig sind, sei gesagt, dass die Witze aber auch noch auf Hochdeutsch übersetzt sind. Das Strässchen senkte sich nach dem Restaurant Harmonie dann wieder und betraten beim Gehöft Augsti dann wieder Naturbelag. Dann stiegen wir über eine Weide ins Klusbachtobel hinab und tauchten dann in einen Wald hinein. Ein wunderschöner Waldweg führte uns, gespickt natürlich mit Witztafeln, durch den ausgedehnten und lauschigen Wald. Ein kurzer Anstieg brachte uns aus dem Waldtobel heraus und erreichten die so Ortschaft Wolfhalden. Wir querten den Ort der gesamten Länge nach und liessen auf deren Südseite nach und nach diesen hinter uns. Wir bewegten uns mittlerweile wieder auf einem Kiesweg, wanderten aufwärts an einzelnen Höfen vorbei und gelangten dann wieder bergab an den Ortseingang des Biedermeierdorfes Heiden. Die Markierungen lotsten uns zum Bahnhof hin, wo der Witzweg dann endete, aber unsere Wanderung noch nicht. Wir waren ja erst gerade mal warmgelaufen und hatten unsere Zielfahne vornherein in Rheineck gesteckt. Der Strasse nach ging es nun stetig abwärts durch landwirtschaftlich geprägtes Gebiet. Später wechselten wir in eine Wiesenpfad über und wanderten dann auch etwas steiler bergab. Der Weg wurde etwas abenteuerlicher, da dieser wohl sehr wenig belaufen ist und daher etwas zugewachsen und unwegsam erschien. Zur Linken die Hügelkuppe, welche die Kantonsgrenze zu St. Gallen markierte und zur Rechten das bewaldete Gstaldenbachtobel, wanderten wir diesem schmalen Pfad bergab. Wir erreichten ein Fahrsträsschen, wechselten die Uferseite des Gstaldenbaches und verloren immer mehr an Höhe. Wir überquerten den Klusbach bei der Tobelmühle und wanderten nun wechselweise über Wanderweg und Strasse durch Wohngebiete hinaus. Im Schneggentöbeli wechselten wir dann auf St. Galler Kantonsgebiet über und zogen an einzelnen Obstbaumkulturen vorüber auf den Wald Biberhölzli zu. Zu unseren Rechten konnte wir die Burgruine Alt Rheineck erblicken, von welcher lediglich nur noch der Turm emporragt. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut, im Verlauf des Appenzeller mehrmals beschädigt und anlässlich der Zerstörung Rheinecks im Jahre 1445 auf den heute noch bestehenden teil abgetragen. Wir folgten weiterhin dem steilen Strässchen bergab und fanden uns dann auch schon bald beim Bahnhof in Rheineck ein wo unsere Wanderung dann auch endete. Schöne Wanderung mit 15 Kilometer in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 270 Höhenmeter aufwärts.

Bildergalerie