14. Aug, 2022

Lagalb - Ospizio Bernina - Alp Grüm

Unsere heutige Wanderung soll uns heute vom Oberengandin ins Puschlav führen und begaben uns dafür ins Berninapass-Gebiet. In über 2000 Meter über Meer führt diese Tour durch eine einmalige Hochgebirgslandschaft mit einer reichen Alpenflora. Schon die Reise zu unserem Ausgangspunkt ist ein Erlebnis für sich, so konnten wir uns doch mit der Rhätischen Bahn auf der UNESCO-Welterbe-Strecke in die Höhe bringen lassen. Der Berninapass bildet mit seinen 2253 m ü. M. den höchsten Punkt der Berninastrecke und zählt so zu der höchsten Alpentransversale überhaupt. Unsere Wanderung soll jedoch etwas unterhalb der Passhöhe beginnen und s o entstiegen wir dem Zug bei der Station Lagalb. Das Wanderweglein führte uns von der Station weg und überquerten schon bald den Flusslauf des „Ova da Bernina. Geflankt von den eindrücklichen Bergen „Piz Lagalb“ und dem 3206 Meter hohen „Munt Pers“ wanderten wir auf dem relativ breiten Wege durch diese wunderbare Natur hindurch. Unser Weg führte uns am Bahntrassee entlang und stiegen nun zur „Alp da Buond Sur“ hinauf. Wir unterquerten erst die Geleise und dann über eine Brücke den Lauf des „Ova da Diavolezza“. Der Weg zog nun wieder an und wanderten auf dem steinigen Wanderwege bergan. Wir unterquerten abermals die Berninazugstrecke und liessen uns weiter etwas in die Höhe treiben. Unser Weg hatte sich mittlerweile wieder verbreitet und gelangten so hinauf zum Punkt „Süsom Arlas“, wo sich das Gelände nun abflachte. Wir passierten die ersten beiden wunderbaren Bergseen „Lej Pitschen“ und en „Lej Nair“ und gelangten dann auch schon an das Ufer des grossen „Lago Bianco“. Dieser Stausee wird mit Gletschermilch (Silt enthaltendem Gletscherwasser) gespiesen und erhält dadurch die milchige, weissliche Farbe. Der Lago Bianco stellt zudem auch eine Wasserscheide dar. Ostwärts fliesst hier das Wasser ins Schwarze Meer, südwärts hinab in das in Adria befindliche Mittelmeer. Ein weiteres Mal kreuzenten wir die Bahnstrecke und fassten dann auf einem schmalen und steinigen Bergweg Fuss. Dieser führte uns nun im leichten Auf und Ab oberhalb des Seeufers und Bahntrassee entlang. Etwas nach der „Alp di Lagh“ verbreiterte sich unser Weg zu einem Fahrsträsschen, das uns auf das Opizio Bernina mit seinem Bahnhof zuführte. Diese Station ist zugleich auch die höchstgelegene Bahnstation im Netz der Rhätischen Bahn. Der breite Naturweg führte uns dann weiterhin an Ufernähe des Lag Bianco vorüber. Zu unserer Rechten präsentierte sich das mächtige Massiv des „Piz Cambrena“ und vor uns konnten wir die Spitze des „Piz Campasc“ erblicken. Wir wanderten durch die steinige Landschaft hinaus und erreichten so den südlichen Staudamm des Sees. Ein weiteres steiniges Weglein führte uns dann unterhalb der Staumauer zu einem Fahrsträsschen hinab. Hier verzweigt sich die Via Albula/Bernina (Nr. 33) und die Bernina-Tour (Nr. 53). Wir hatten uns schon im Vorfeld für die Wanderung auf der Nummer 53 entschieden und folgten so weiterhin dieser Markierung. Bis „Mott“ ging es nun mehr oder weniger Ebenaus, bevor sich das Strässchen hinabsenkte. Die Vegetation veränderte sich und konnten nun an den ersten Bäumen entlangwandern. Unser Weg hatte sich mittlerweile auch abgeflacht und folgten dem Strässchen durch den schönen Wald hinaus. Wir wanderten am Hang entlang, Ober- und Unterhalb des Weges waren dabei immer wieder Trockenmauern verbaut und kamen so dem Ristorante Belvedere immer näher. Der Namen des Ortes wurde hier mehr als nur gerecht. Uns eröffnete sich einen wunderbaren Blick auf den „Piz Palü“ mit seinem fast greifbaren Gletscher, den See „Lagh da Palü“ und das Val Poschiavo. Ein etwas steileres Strässchen führte uns dann schliesslich zügig hinab zur Alp Grüm, welche dann auch unser Endziel markierte. Wir warteten beim kleinen, wunderschön aus Natursteinen gebauten Bahnhof auf unseren Zug, welcher uns wieder in Richtung Heimat bringen soll. Wunderschöne Wanderung mit 11 Kilometern in 3 Stunden Gehzeit. Insgesamt 170 Höhenmeter aufwärts. 

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