18. Sep, 2018

Hermannsweg Etappe 2: Bevergern - Tecklenburg

Nach der erholsamen Nacht und dem stärkenden Frühstück machten wir uns auf, um die zweite Etappe der Hermannshöhen in Angriff zu nehmen. Wir überquerten zu Beginn gleich die Bevergener Aa und folgten dann dem lauschigen Uferweg bis zum Strassenübergang. Dort wechselten wir die Uferseite des Flüsschens und wanderten ins Zentrum der beschaulichen Ackerbürgerstadt von Bevergern. Der Weg führte uns über den Burgplatz und der Levedags Mühle zum idyllischen Merschteich hin, welcher Ende der 1988 als Naherholungsgebiet geschaffen wurde. Eine wunderschöne, schier endlose Lindenallee leitete uns zur Schleusenanlage am Dortmund-Ems-Kanal, welche 1915 fertig gestellt wurde und einen Höhenunterschied von 8 Metern ausgleicht. Wir wanderten eine kurze Zeit der Hauptstrasse entlang, bevor wir den ersten sichtbaren Ausläufer des Teutoburger Waldes ersteigen konnten. Der Weg führte uns im Wald auf schmalem und steinigen Pfad auf den 95 m hohen Huckberg hinauf. Auf der Nordostseite der Erhebung stiegen wir bereits wieder hinunter, überquerten über die sogenannte Millionenbrücke und hatten so einen prächtigen Blick auf das „Nasse Dreieck“, einem Wasserstraßendreieck, bei dem der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Der Schotterweg brachte uns danach auf dem Sandsteinrücken wieder bergan und wir erreichten die Kuppe des Riesenbecker Bergs. Am Bildstock, welcher eine Station des Prozessionsweges zum Kloster Gravenhorst markierte, wanderten wir vorbei und zweigten ein kurzes Wegstück weiter in südlicher Richtung zur „Schönen Aussicht“ ab. Die Aussichtsplattform bot uns dabei einen fantastischen Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal und weit in die Münsterländer Bucht hinein. Der steile und steinige Pfad brachte uns wieder zurück auf den breiten Kammweg und wir passierten schon bald die Schutzhütte Schinkenstein. Nach dem Birgter Berg verloren wir über den steilen und steinigen Waldweg rasch an Höhe und gelangten in das kleine Kaiserei-Tal. Auf sandigen Terrain zogen wir nun wieder in die Höhe und erreichten den Ehrenfriedhof Brumleytal. Deutsche Soldaten, welche in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in der Schlacht in diesem Tal ihr Leben verloren, fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Ein ausgewaschener Hohlweg brachte uns hinunter zur befahrenen Bundesstrasse, welche wir überquerten, um auf dem Asphaltsträsschen zum Campingplatz zu gelangen. Von hier aus ging es nun hoch zu den Dörenther Klippen, einer 4 Kilometerlangen Sandstein-Felsformation, mit bis zu 4o m hohen und freistehenden Felsen. Am „Hockenden Weib“ dem wohl prägnantesten und bekanntesten Felsen der Klippen, wanderten wir vorbei und erreichten am Ende des Aufstiegs, die heute leider geschlossene „Almhütte“. Der Weg führte uns nun auf dem oft blanken Felsweg, oberhalb der Dörenther Klippen hindurch, zum Dreikaiserstuhl. Bevor es nun wieder bergab ging, konnten wir noch den schönen Ausblick ins Bocketal und nach Ibbenbüren geniessen. Wir traten aus dem Wald heraus und wanderten durch die nördlichen Quartiere der Ortschaft Brochterbeck hinüber zur Ostseite des Tals. Die gemütliche Sonnenterrasse des Waldhotel lud uns zu einer verdienen Erfrischung ein und konnten uns so die verlorenen Elektrolyte wieder für den bevorstehenden Aufstieg aufladen. Der steile Hohlweg brachte uns wieder hinauf auf den Kammrücken, welchem wir nun in südöstlicher Richtung fast ebenaus folgen konnten. Beim Bismarckturm erreichten wir Stadtrand von Tecklenburg und unser Hotel Bismarckhöhe, welches dann auch unser heutiges Etappenziel markierte. Abwechslungsreiche Wandertour mit 24 Kilometern in 6 Stunden und 40 Minuten reiner Wanderzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts.