22. Sep, 2018

Hermannsweg Etappe 6: Halle - Bielefeld

Gut erholt und frisch gestärkt nahmen wir die 6. Etappe auf dem Hermannsweg in Angriff und verliessen dazu das Gerry Weber Sportparkhotel wieder. Der Zugangsweg auf die Hermannshöhen führte uns wieder durch die gleichen Quartiere des Vortags und wir erreichten so den Waldrand. Wir zweigten in einen Trampelpfad ein und gelangten durch den Buchenwald zum Hagedorn-Denkmal. Dieses wurde vor über 200 Jahren, zu Ehren einer bedeutenden Haller Kaffee- und Tabakhandelsfamilie erbaut. Etwas Abseits davon lag ein Aussichtspavillon, welcher wegen seines Aussehens auch Kaffeemühle genannt wird. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen diesem skurrilen Bauwerk einen kurzen Besuch abzustatten. Wieder zurück auf unserer geplanten Route wanderten wir am Denkmal für Walther von der Vogelweide, welches dem Minnesänger zu Ehren seines 700. Todestages im Jahr 1930 erstellt wurde, vorbei. Nach dem kurzen Abstieg, ging es aber sogleich wieder hoch und wir gelangten im oberen Bereich immer steiler ansteigenden Storkenberg. Der Ausblick auf die umliegende Wald- und Wiesenlandschaft belohnte jedoch unser Aufstiegsmühen. Nach der Schutzhütte traten wir aus dem Wald heraus und stiegen hinunter zur recht viel befahrenen Kreisstrasse. Wir folgten dem Fussweg neben der Strasse ein gutes Stück durch diese Talsohle und zweigten dann beim Wanderparkplatz in einen Hohlweg ein. Dieser führte uns recht direkt und zunächst recht steil auf den lang gezogenen Sandsteinkamm des Hengebergs bergauf. Der schmale Kamm, welcher hier nie mehr 8 Meter breit ist, brachte uns an einer Schutzhütte vorbei auf den Hengeberg. Mit seinen 315 m Höhe, war er zugleich der höchste Punkt des Hermannsweg zwischen Rheine und Bielefeld. Nach einem Hügelgrab erreichten wir einen wunderschönen Aussichtspunkt, mit weitem Blick übers Ascheloher Tal und ins östliche Münsterland.  Der Weg senkte sich nun und führte uns durch einen Heidestreifen mit alten Wacholderbüschen. Steil und steinig stiegen wir danach zum Bussberg hoch und erreichten die aus Sandstein gemauerte Berghütte an der Schwedenschanze, wo sich uns ein wunderbarer Blick ins Teutoburgervorland auftat. Zunächst ging es nun ein Stück bergab, bevor sich unser Weg wieder bergan auf den Polsterkamper Berg zog. Wir bewegten uns weiterhin auf dem Sandsteinkamm, welcher uns gemächlich hinunter zum Traditionsgasthaus „Peter auf’m Berge“ führte. Der Erfrischung und kleinen Stärkung im gemütlichen Gasthaus konnten wir nicht widerstehen und kehrten kurzerhand ein. Wieder voller Energie stiegen wir auf dem asphaltierten Weg in den Wald hinein. Der Kamm leitete uns dabei über den Sennberg hinauf zum Hünenberg mit seinem 165 m hohen Sendeturm. Wir blieben weiterhin auf dem Kammweg und wanderten durch das herrliche Waldgebiet am Jostberg. Nach der Stapenhorst-Hütte erreichten wir den Heimat-Tierpark Olderdissen, welchen wir nun durchqueren konnten. Hier leben rund 600 einheimische Tier aus über 130 Arten. Wir verliessen den Tierpark auf der nordöstlichen Seite und wanderten nach Überquerung der Landtrasse wieder in den Wald hinein. Der Strasse folgend gelangten wir an einem Gedenkstein, welcher an die Zwangsarbeiter zur Zeit des Dritten Reichs erinnert, vorbei zum Aussichtspunkt am Johannisberg. Der Blick auf Bielefeld, mit seiner doppeltürmigen Neustädter Marienkirche und der Sparenburg wurden damit frei. In wenigen Kehren und Treppen gelangen wir schliesslich hinunter zum Stadtrand von Bielefeld. Durch den Skulpturenpark erreichten wir dann das Hotel Golden Tulip am Rande der Altstadt, welches zugleich auch unser heutiges Etappenziel war. Wunderschöne Wanderung mit 18 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts.