23. Sep, 2018

Hermannsweg Etappe 7: Bielefeld - Oerlinghausen

Die Nacht in Bielefeld war zu Ende und wir konnten uns aus erster Hand davon überzeugen, dass es mit der Bielefeldverschwörung nichts am Hut hatte und die Grossstadt doch tatsächlich existierte. So wanderten wir wieder frohen Mutes los und gingen auf der Strasse zurück in den Skulpturenpark bei der Kunsthalle. Das „Weisse H“, unser vertrauter Begleiter seit wir vor sechs Tagen in Rheine loswanderten, wies uns auch hier weiterhin den Weg. Wir überquerten die breite Kreuzstrasse und stiegen danach ziemlich steil zum Burghügel heran. Der gepflasterte Fussweg und Treppen brachten uns dann zur mittelalterlichen Sparrenburg hinauf, welcher wir selbstverständlich einen Besuch abstatteten. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert durch die Grafen von Ravensberg erbaut und diente der Sicherung des Bielefelder Passes, als Herrschersitz der Grafen von Ravensberg und dem Schutz der um 1214 gegründeten Stadt Bielefeld. Wir konnten von dort oben nochmals den Blick über die Stadt schweifen lassen, bevor wir auf dem Promenadenweg weiterwanderten. Der Weg, welcher zu Anfang von einer alten Eschenallee gesäumt wird, führte uns zum Naturdenkmal Felsblock, einer Felsformation aus Muschelkalk. Kurz vor dem Waldhotel zweigten wir von der Promenade ab und stiegen bei Brands Busch hinauf auf den Kamm. Wir erreichten schon bald das Sandsteinmonument, welches den 52. Grad nördlicher Breite anzeigt und wanderten ab dort wieder auf dem Promenadenweg weiter. Nach der Lichtung kamen wir an der alten Passstelle Habichtshöhe vorbei und zweigten danach in den Forstweg ein, welcher uns wieder auf den Kamm hochbrachte. Wir wanderten also hinauf auf den Ebberg, einem knapp 6 Kilometer langen Sandsteinkamm, der nun mehr oder weniger unser Begleiter bis in Ziel sein sollte. Wir gaben uns immer mehr der Ruhe des Waldes hin und wanderten auf dem breiten Wege an einem Schutzhüttchen vorbei zu einem Grenzstein aus dem Jahre 1890. Dieser markierte anno dazumal die Grenze des umfangreichen Waldbesitzes der Adelsfamilie Von Spiegel. Wir wanderten nun leicht bergab und erreichten eine Treppe, welche uns in eine Einsattelung des Ebbergkammes zur Passstrasse führte. Wir überquerten diese Strasse und zogen auf dem gepflasterten Wanderweg am Gasthaus vorbei im Wald bergauf. Auf dem höchsten Punkt des Ebbergs erreichten wir der „Eiserne Anton“, ein 8 Meter hoher Aussichtsturm aus dem Jahre 1895. Dieser Eisenturm wurde auf Anregung des „Verschönerungsvereins“ auf dem damals noch waldfreien Kamm errichtet. Heute bietet sich von der Plattform, wegen des Waldes, nur noch eine begrenzte Aussicht. Kurze Zeit danach passierten wir eine Relaisstation der britischen Armee und wanderten weiterhin dem Kamm entlang. Über eine Treppe aus Eisenbahnschwellen stiegen wir hinunter nach Lämershagen, wo wir die Autobahn überquerten.  Nach dem Gasthaus Deppe, entschieden wir uns, die südliche und etwas reizvollere Variante des Hermannwegs, einzuschlagen. Wir wanderten dazu erst ein Stück an der Autobahn entlang, bevor sich unser Weg gegen Osten in den Wald hinein schwenkte. Der Weg schlängelte sich unterhalb der Plänerkalkegge durch den lichten Buchenwald hinauf und wieder hinab. Durch den Markengrund erreichten wir die Strasse, welche dir Nord- und Südvariante des Hermannwegs wieder zusammenführte. Auf breiten Wege querten wir das vor uns liegende Längstal und zogen mit ersten Blick auf Oerlinghausen an einem Forstbetrieb vorüber. Wir wanderten durch einen Hohlweg hinunter ins Schopketal und unterquerten danach die Umfahrungsstrasse. Der kurze und letzte Anstieg des Tages brachte uns schliesslich hinauf ins Zentrum von Oerlinghausen. Beim „Alten Gasthaus Nagel“ beendeten wir unsere Etappe und bezogen für die heutige Nacht dort unser Zimmer. Einfache Tour mit 15.5 Kilometer in 4 Stunden 15 Minuten Wanderzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts.