24. Sep, 2018

Hermannsweg Etappe 8: Oerlinghausen - Berlebeck

Wir verliessen nach unserem Frühstück das Hotel in der Bergstadt Oerlinghausen, um die 8. Etappe der Hermannshöhen absolvieren zu können. Wir folgten der Strasse in östlicher Richtung und wanderten an der Alexanderkirche vorbei, welche im 16. Jahrhundert zur gotischen Hallenkirche umgebaut wurde. Wir zweigten kurz danach auf die bergwärts führende Strasse ab, die uns wieder zum Kamm hochführte. Der Anstieg über die steile Naturstrasse brachte uns an vielen alten, aber gut erhaltenen Natursteinmauern vorbei und erreichten so das Wahrzeichen der Stadt. Es handelt sich dabei um eine 1752 errichtete ehemalige Windmühle, von welcher nur noch der Rumpf übriggeblieben ist. Das besondere Bauwerk, wird wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Sauerkrautfass, einfach nur Kumsttonne (Kumst = Sauerkraut) genannt. Auf dem Kamm des Tönsbergs passierten wir das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs und etwas später Denkmal für den Heimatdichter Hermann Löns. Wir zogen etwas später an der Wallburg, einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage, auf dem Tönsberg entlang. Infotafeln am Wegrand gaben uns dabei Erläuterungen zu dieser Befestigungsanlage. Unser Weg führte uns nun hangabwärts in die Stapelager Schlucht und schlugen dort auf dem breiten Forstweg wieder in Richtung Wald ein. An der, leider noch geschlossenen, Waldgaststätte Bienen-Schmidt wanderten auf sandigem Untergrund mehr oder weniger gleichmässig bergab. Eine Zeit lang begleitete uns dabei der „Literarische Wanderweg“, welcher mit seinen insgesamt 20 Stationen, uns die lyrischen Gedanken heimischer Dichter näherbrachten. Unser Weg fiel nun immer weiter ab und gelangten so in die Nähe der Dörenschlucht. Durch das Naturschutzgebiet der Rethaler Quellen, einer Karstquelle mit ganzjährig sehr kaltem Wasser, folgten wir dem Weg zum Wald hinaus. Bald zweigten wir wieder in einen schmalen wurzligen Pfad ein, welcher sich nun wieder durch den Kiefernwald bergauf schlängelte. Durch ausgedehnte Dünenbereiche, welche an ihrem wellig und hügeligen Gelände gut erkennbar waren, erreichten wir den idyllisch gelegenen Doponer Teich. Am Ufer des aufgestauten Teichs, wanderten wir nach unserer Mittagsrast in südöstliche Richtung zum Krebsteich. Nach der Querung der Landstrasse ging es nun nach der Birkenweghütte wieder leicht bergauf, um dann zum Heidental hin gleich wieder abzufallen. Wir querten dieses idyllische Tälchen und machten uns parat für den bevorstehenden steilen Aufstieg. Wir erklommen den Ringwall von Grothenburg auf der östlichen Route und erreichten so das imposante Hermannsdenkmal, welches wohl zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands gehört. Es erinnert an die „Schlacht im Teutoburger Wald“, in welcher Cheruskerfürst Arminius, genannt Hermann, mit seinen Mannen die Römer vernichtend geschlagen hat. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, dieses 54 Meter hohe und damit äusserst imposante Bauwerk zu besuchen und zu besteigen. Nach dem geschichtsträchtigen Ausflug zogen wir weiter und bewegten uns unter anderem auch auf dem Europawanderweg E1, welcher von der Nordsee ans Mittelmeer führt. Wir wanderten auf der breiten Strasse zum Hellberg, wo wir in den Wald einzweigten und dem Weg am Hang entlang folgten. Bergab gelangten wir so zum Haus Hangstein und konnten von dort wieder auf dem Teersträsschen weiter gehen. Die ersten Häuser von Berlebeck waren bald erreicht und wir folgten der steilen Strasse abwärts in den Ort hinein. Beim „Haus am Wasserfall“ beendeten wir unsere heutige Etappe, wo wir dann auch unser Zimmer beziehen konnten. Wunderschöne Wanderung mit 23 Kilometern in 6 Stunden und 15 Minuten Gehzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts.