26. Sep, 2018

Eggeweg Etappe 1: Silbermühle - Bad Driburg

Mit der zehnten Etappe auf den Hermannshöhen stand heute auch der Wechsel vom Hermannsweg zum Eggeweg im Eggegebirge bevor. Der Begriff Gebirge war dann auch heute gleich Programm, stand doch mit dem 468 m hohen Preussischen Velmerstot, der höchste Berg der Hermannshöhen an. Nach der erholsamen Nacht und dem Frühstück im Waldhotel Silbermühle, schnürten wir deshalb unsere Wanderschuhe, um gleich den ersten Anstieg des Tages meistern zu können. Durch das geschützte und zunächst noch relativ breite Silberbachtal wanderten wir bachaufwärts. Das Tal verengte sich aber schon bald und wurde immer mehr zu einer wildromantischen Schlucht. Immer dem plätschernden Bergbach folgend, zog sich der Weg an ehemaligen Sandsteinbrüchen bergwärts. Wir verliessen den Bachlauf und stiegen zum Strässchen auf, welches uns zum Naturfreundehaus brachte. Wir zweigten kurz danach in einen Forstweg ein, welcher uns durch den lichten Fichtenwald weiter nach oben brachte. Nachdem wir den bequemen Weg wieder verlassen hatten, ging es nun über Stock und Stein steil bergauf und wir erreichten auf einem Sandweg durch eine Bergheide die Kuppe des Lippischen Velmerstot. Mit seinen 441 m Höhe ist dieser der zweithöchste Berg im Eggegebirge und bot uns dabei eine wunderbare Weitsicht. Wir verliessen den felsigen Gipfel wieder und folgten fortan der Markierung mit dem „X“, welches den Eggeweg markiert.  Nächster Punkt in unserer Sichtweite war der Gipfel des Preussischen Velmerstot und passierten dazu die frühere Landesgrenze zwischen dem Fürstentum Lippe und der preussischen Provinz Westfalen. Wir erreichten schliesslich den hölzernen Eggeturm, welcher sich auf dem höchsten Gipfel des Eggegebirge uns stolz und mächtig präsentierte. Der Turm konnte hier erst 2003 errichtet werden, nachdem eine militärische Nutzung des Berges aufgegeben wurde. Wir folgten der Strasse etwas abwärts und bogen bei der Trafostation in einen Pfad ein, welcher uns parallel zur Strasse in Richtung Süden führten. Im schattigen Fichtenwald, über wurzlige Pfade folgten wir weiterhin dem Bergrücken und kamen nach geraumer Zeit zum Bedastein. Dieser Bildstock wurde 1936 vom Eggegebirgsverein in Erinnerung an den Eggepater Dr. Beda Kleinschmidt aufgestellt. Über den weitgehend naturbelassenen, zum Teil auch geschotterten Weg, gelangten wir an der Hakenhütte vorbei zum Schwarzen Kreuz. Hier wurde, gemäss einer alten Sage, im Dreissigjährigen Krieg ein Köhler von plündernden Soldaten in Kreuzform auf Holzscheite gespiesst und in einen rauchenden Meiler gestellt, sodass seine Überreste als „Schwarzes Kreuz“ wiedergefunden wurden. Das gusseiserne Kreuz von 1921 erinnert an diese tragische Geschichte und gibt seitdem diesem Waldrevier seinen Namen. Wir folgten noch ein gutes Stück dem Bergrücken, bevor uns ein alter Hohlweg nun langsam hinab zum Rehbergpass brachte. Nach unserer Rast in der Rehberghütte überquerten wir die Landstrasse und trafen auf einen breiten Forstweg. Langsam, aber stetig stieg unser Weg zum Trötenberg an und gelangten so zum Scholandstein. Durch den Fichtenwald im leichten Auf und Ab folgten wir weiterhin dem Rücken, welcher uns an der historisch belegten Sachsenbornquelle zur Knochenhütte führte. Mit schönen Blick auf das Hofgut Knochen traten wir wieder in den Wald ein, wo uns der Weg durch eine richtig idyllische und leicht verwunschene Gegend hindurchführte. Eine Brücke liess uns gefahrlos die Bundestrasse überqueren und wir verliessen kurz danach den Eggeweg, um nach Bad Driburg zu gelangen. Wir wählten dazu den „Alten Postweg“, welcher uns ziemlich direkt zur Hauptstrasse hinunterbrachte. Dort zweigten wir in den Sachsenring ein und folgten dem Waldrand bis zum Kriegerdenkmal hin. Schlussendlich folgten wir der Strasse, welche uns mitten in die schmucke Altstadt von Bad Driburg brachte. Das Hotel „Zum braunen Hirschen“ markierte dann unser Etappenziel, wo wir uns wieder erfrischen und erholen konnten. Abwechslungsreiche Wandertour mit 20 Kilometer in 5.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 350 Höhenmeter aufwärts.