16. Jan, 2022

Chemin de la Grand Cariçaie

Heute zog es uns mal wieder in die Westschweiz, genauer gesagt in den Kanton Fribourg, um dort eine Wanderung zu unternehmen. Die Markierungen des „Chemin de la Grand Cariçaie“ (Nr. 265) sollen uns heute den Weg am Südufer des Neuenburgersees weisen und so reisten wir zu unserem Startort in Estavayer-le-Lac. Wir entschieden uns bereits im Vorfeld, die Runde im Uhrzeigersinn zu wandern, da wir am Schluss im mittelalterlichen Städtchen sein wollten, um die rund ein Dutzend versteckten Schneemänner der Veranstaltung „Les bonhommes de neige en vadrouille“ zu entdecken. So verliessen wir das Bahnhofgelände auf deren Südseite und wanderten über einen Parkplatz ins Feld hinaus. Wir streiften das Quartier „Le Bel-Air“ und fassten dann auch schon wieder Hartbelag unter unsere Wanderfüsse. Fast schnurgerade führte uns dieses Strässchen leicht aufwärts durch die nebligen Feldgebiete hindurch. Wir kamen so auf den Ort Châtillon zu und querten diesen dann auch. Nachdem wir die letzten Häuser hinter uns gelassen hatten, ging das Strässchen auf Naturbelag über und führte uns in ein Wäldchen hinein. Der Waldweg brachte uns im „Boi des Ch’ataigniers“ weiter bergan und erreichten so schon bald eine Anhöhe. Leider verwehrte uns dort der dichte Nebel der wohl sonstige schöne Blick auf das Naturschutzgebiet „Grande Cariçale“ und auf die Jurakette. Wir wanderten wiederum au auf der Strasse auf den nächsten Ort zu. Die Markierungen lotsten uns quer durch das Dorf Châbles, bevor wir am südlichen Ende wieder in den Wald eintauchten. Der Weg verschmälerte sich zu einem Pfad, welcher danach launbedeck und steil bergab führte. So erreichten wir wiederum eine Strasse, welcher wir weiterhin steil abwärts wanderten. Wir passierten dabei kleine Weinbaugebiete, bevor wir dann den Talboden bei Cheyres erreichten. Vor uns lag nun das Naturreservat „Grand Cirçaie“, welches als das grösste Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz bildet. Gut 800 Pflanzenarten und über 10‘000 Tierarten finden hier auf einer Fläche von etwa 3000 Hektaren ihren Schutz und prägen die Landschaft am Neunburgersee. So tauchten wir in diese Naturoase ein und folgten wir dem teils vereisten Strässchen, das uns am bewaldeten Hang auf „Les Grèves“ zu führte. Wir unterquerten die Bahngeleise und kamen so auf das Feuchtgebiet „Vers de lac“ zu. Wir wanderten durch diese Naturlandschaft am südlichen Ufer des Neuenburgersees hindurch, konnten die kleine versteckten Strände entdecken und uns immer wieder an Informationstafeln orientieren. Diese Landschaft besteht aus insgesamt acht Naturschutzgebieten und beherbergt rund ein Drittel der Flora und einen Viertel der Fauna der Schweiz. Auf bequemen Wegen gelangten wir dann auf das mittelalterliche Städtchen Estavayer-le-Lac zu. Wir betraten die Altstadt durch die „Porte de la Thiolleyres“ und konnten unseren Rundgang durch das schmucke Städtchen beginnen. Wir entdeckten ein paar der Schneemänner, aber auch sonst sehenswerte Gebäude, wie das savoyische Schloss aus dem 12. Jahrhundert oder die gotische Stiftskirche. Über die gepflasterten Strassen suchten wir unseren Weg durch die schönen Gassen und verliessen nahe des „Tour de Lombardie“ das Stadtgemäuer dann aber auch wieder. Wir liessen uns dann von den Markierungen wieder zurück zum Bahnhof lotsen und beendeten dort unsere Tour. TroTz des heute leider zähen Nebel, schöne Wanderung mit 14 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 175 Höhenmeter aufwärts.

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