8. Mai, 2022

Flumenthal - Solothurn (Solothurner Megalithweg)

Die Wälder bei der Stadt Solothurn beherbergen zahllose Findlinge oder erratische Blöcke, welche während der letzten Eiszeiten vom Rhonegletscher aus den südlichen Tälern des Wallis hierhergetragen wurden. Der Solothurner Megalithweg soll uns heute an 13 imposanten und grossen Steine, den sogenannten Megalithen vorbeiführen. Da die eigentliche Runde ledig knapp 7 Kilometer lang ist, haben wir uns die Tour aber zu einer passablen Streckenwanderung umfunktioniert. Als Ausgangsort hatten wir uns Flumenthal ausgesucht, welches sich auf einer Anhöhe zwischen Aaredelta und der ersten Jurakette befindet. Wir verliessen die Station der „Biberlisi-Bahn“ und wanderten vorerst in westlicher Richtung von dannen. Wir erreichten schon bald die Hauptstrasse, welcher wir nun abwärts ins Ortszentrum folgten. Am unteren Dorfende ging dann das Strässchen auf Naturbelag über und wir wanderten durch die Felder hinab zum Ufer der Aare. So folgten wir dem Flusslauf durch den schönen grünen Auenwald und gelangten etwas nach dem Flusskraftwerk dann auch wieder auf Hartbelag. Die Strasse führte uns so auf das Areal der ehemaligen Cellulose-Fabrik Attisholz zu. Die grösste Industriebrache der Schweiz wurde in den letzten Jahren wieder zum Leben erweckt und lockt nun die Leute mit Events, bunter Kunst an den Wänden und kulinarischen Leckerbissen wieder hierhin. Die beeindruckende Fabrikanlage wurde dabei aber bewahrt, zeugt sie doch von einer wichtigen vergangenen Industrieepoche. Die Strasse führte uns an der Industrieanlage vorüber und wir verliessen dazu nun auch das Aareufer. Wir wanderten so etwas hinauf auf die bewaldete Erhebung des Brästenberg, wo wir auch wieder auf schönen Naturwegen Fuss fassen konnten. Der Wald lichtete und der Weg senkte sich dann aber wieder und gelangten hinab zum Emmenspitz. Hier mündet die 82 Kilometer lange Emme in die Aare, dessen schönen Ufer wir nun wieder für längeren Zeitraum Folge leisten konnten. Die Wegweisung in Feldbrunnen lotste uns nach längerer Zeit weg von der Aare und wanderten aufwärts durch Wohnanlagen hindurch. Schnurgerade führte uns der Weg durch die schier endlose Allee auf die schmucke Schlossanlage von Waldegg zu. Das Gebäude wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und begeisterte uns mit seinem wunderschönen Bauwerk und dem prächtigen Barockgarten und Orangerie. Wir hielten uns danach auf den Waldrand zu,  wo wir dann auch den Solothurner Megalithweg erreichten. Eröffnet wurde der Reigen mit dem „Rütschelistein“, welcher in die Kategorie der Kindlisteine zugeordnet wird. Der Legende nach rutschten hier Frauen mit Kinderwunsch auf diesen Steinen herunter. Der Weg führte uns weiter aufwärts im Wald an einem kleinen Bachlauf entlang. Die zweite Station zeigte uns mehrere Blöcke, welche uns eine Steinsetzung mit astronomischer Ausrichtung darstellen soll. Wir wanderten dann etwas weiter bergan und standen vor einem gewaltigen erratischen Block gegenüber. Zusammen mit einem weiteren kleinen Findling lassen uns die beiden Steinblöcke eine Schildkröte erahnen. Der steinige Pfad führte uns nun durch den Chalchgraben immer noch bergauf und passierten die Stationen 4 und 5 des Megalithwegs, eine Felswand mit Höhle. Der Weg senkte sich dann aber auch wieder und zogen am Block „Pyramide“ vorüber und gelangten weiter unten auf den „Namenloser Findling“. Hier werden die Besucher eingeladen, sich einen Namen für diesen imposanten Stein auszudenken. Unser Weg verbreiterte sich zu einem Waldsträsschen, welches sich leicht absenkte und uns zum „Chli Matterhorn“ brachte. Der Name erinnert neben seiner Gestalt auch an deren Abstammung aus den südlichen Wallliser Tälern. Der Megalithweg führte uns weiterhin durch die Wälder der Martinsflue und liessen mit dem „Gnappenstein“, dem „Froschstein“ und dem „Schalenstein“ drei weitere Stationen hinter uns. Nachdem wir den „Kleinen Steinkreis passiert hatten, wendete sich der Weg und führte uns an der unteren Seite der hohen Flue auf die Einsiedelei bei der Verenaschlucht zu. Der heiligen Verena geweihten Eremitage mit zwei Kapellen, deren eine teilweise aus dem 12. Jahrhundert entstammt und somit zum zweitältesten Bauwerk Solothurns zählt. In der Klause lebt auch heute noch ein Einsiedler, welcher sich um die Einsiedelei und deren Besucher kümmert. Ein schön angelegter Weg führte uns erst am kleinen Tunnel und dann am idyllischen Verenabach entlang von diesem wunderbaren Kraftort wieder weg. Am Ausgang der Schlucht betraten wir dann auch wieder Hartbelag und hatten somit den Stadtrand von Solothurn erreicht. Hier endete auch der Megalithweg und zogen nun der Strasse nach durch die gepflegten Quartiere. Wir liessen uns von den Markierungen zur Altstadt dirigieren und wanderten nun durch wohl die schönste Barockstadt der Schweiz. Über die Kreuzackerbrücke wechselten wir ans andere Ufer der Aare und erreichten sogleich auch den Bahnhof, wo unsere Tour dann endete. Schöne Wanderung mit 15.5 Kilometern in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 280 Höhenmeter aufwärts. 

Bildergalerie