14. Jul, 2019

Melchnau - Hohwacht - Lotzwil - Langenthal

Dieses Mal verschlug es uns ins bernische Oberaargau, um dort heute eine einfache Mittelland-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Startpunkt für unser Vorhaben markierte die Bushaltestelle Melchnau Oberdorf, von welcher direkt losziehen konnten. Wir folgten ein kurzes Stück der breiten Dorfstrasse, bevor wir in die Hüsligasse einzweigten und dieser westwärts aus dem Ort hinaus folgten. Das Strässchen ging bald in einen Feldweg über und wir wanderten durch die weiten Urdinkelfelder auf den Fuchshubel zu. Bereits jetzt konnten wir die steile und dunkle Waldflanke der Hohwacht erkennen, welches dann unser erstes Wanderziel sein soll. Immer schön dem Waldrand folgend, brachte uns der breite Weg zur Hinderi Äbni, wo wir in den Wald eintauchten. Beim Rastplatz Pauli, verliessen wir das Strässchen und bogen in den südwärts führenden Pfad ein. Hier begann der eigentliche Aufstieg zum Gipfel, wo uns fortan ein schmaler Pfad über die steile Nordostflanke der Hohwacht führte. Über Stock und Stein gelangten wir zu einem aussichtsreichen Plateau, wo es nun nicht mehr weit zum höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung war. Wir erreichten sogleich den Aussichtsturm der Hohwacht auf 780 Metern, der nun auch natürlich bestiegen werden sollte. Der 21.5 Meter hohe Turm wurde 1911 erbaut und kann über vier komfortable Betontreppen, welchen dann noch eine enge Wendeltreppe folgte, erklommen werden. Der Schlussaufstieg zur Spitze des Turms könnte man noch über eine Leiter meistern, um den wunderschönen Rundblick geniessen zu können. Bis 1798 war die Hohwacht übrigens eine der wichtigen Höhenfeuer-Signalstationen; über diese konnte Tag und Nacht mit Feuerzeichen innerhalb 3 bis 4 Stunden im ganzen Kanton Alarm ausgelöst werden. Nachdem wir wieder festen Boden unter unseren Wanderfüssen hatten, machten wir uns auf den Abstieg durch das Baschiloch. Das kurze weglose Stück führte uns am Waldrand zum Teersträsschen hin, welches uns dann bequem hinunter zum Weiler Ghürn brachte. Bei der Weibelsweid verliessen wir den Hartbelag dann wieder und folgten dem Natursträsschen durch die  Getreidefelder zum Waldrand hin. Wir wanderten vorerst auf dem Forststrässchen durch den Chilewald, bevor wir auf den Wanderpfad einzweigten, welcher uns um den Ringwall beim Weierchöpfli herumführte. Wir erreichten einen idyllisch gelegenen Weiher mit seinem Restaurant Bürgisweyerbad, an welchem wir vorbeizogen und auf den Waldrand zusteuerten. Dem Hang des Sunnrain folgend, wanderten wir bergauf und zweigten wieder einmal in den Wald hinein. Etwas unterhalb des Rappechopf, machte unser Weg ein Schlenker in südwestliche Richtung, sodass wir ins Tal der Längete absteigen konnten. Nachdem wir den Wald verlassen hatten, folgten wir dem Feldweg zu den Bauernhöfen hinunter. Wir hatten nun wieder asphaltierten Belag unter unseren Füssen und wanderten so zur Hauptstrasse in Bad Gutenberg hin. Bis zum ersten Weltkrieg war hier ein beliebtes Kurbad, dann neigte sich aber die Zeit des Bädertourismus ihrem Ende entgegen und zudem versiegte auch die Mineralquelle, was das Ende des Bades bedeutete. Wir folgten ein Stück der Hauptstrasse, bevor wir zu den ersten Quartieren von Lotzwil abzweigten. Das Strässchen führte uns immer in der Nähe der Längete quer durch die Ortschaft und so zweigten nach einiger Zeit bei der Bleikimatte von der Strasse ab. Wir betraten nun das Gebiet der zum Teil reaktivierten Wässermatten. Diesem kulturhistorischen Denkmal, welches auf das Wirken des Zisterzienserkloster St. Urban zurückgeht, konnten wir für uns ganz nebenbei zu einem entspannenden Wandererlebnis machen. Kurz bevor wir die ersten Häuser von Langenthal erreichten, musste wir eine etwas längere Umleitung in Kauf nehmen und folgten den Anweisungen an der schönen Baumschule entlang ins Allme-Quartier. Die Umleitungsschilder weisten uns den Weg und wir erreichten wieder den Flusslauf der Längete auf unserem ursprünglich geplanten Weg. Wir wanderten nun direkt hinein ins Zentrum der Stadt und folgten schliesslich den Markierungen durch die Fussgängerzone zum Bahnhof hin, wo unsere Tour ihr Ende nahm. Einfache, aber schöne Wanderung mit 14.5 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 300 Höhenmeter aufwärts.