13. Mai, 2021

St. Galler Brückenweg

Heute fassten wir den St. Galler Brückenweg mit einer Verlängerung über de Rosenberg ins Auge und reisten dazu in die Stadt St. Gallen. Vom Bahnhof Haggen aus, soll uns der ausgewiesene Brückenweg an nicht weniger als 18 vielfältigen Bauwerken entlangführen. Wir starteten allerdings unsere Tour von Bahnhof Bruggen aus, da wir uns in der nahegelegenen Bäckerei Lichtsteiger noch unseren Startkaffee und Wanderverpflegung abholen wollten. So wanderten wir durch die Wohnquartiere hindurch und kamen nach unserem Zwischenstopp auf den Bahof Haggen zu. Die Strasse führte uns nun leicht aufwärts am historischen Gasthaus Schlössli vorüber und gelangten so auf die imposante Haggenbrücke zu, welche hier den Wattbachgraben überquert. Mit einer Höhe von knapp 100 Metern, gilt diese filigrane Eisenfachwerkbrücke aus dem Jahre 1936, als einer der höchsten Stege Europas. Unser Weg führte uns jedoch nicht über dieses kühne Bauwerk, sondern sollte diese dann etwas später unten im Wattbach-Graben unterqueren. So folgten wir dem Strässchen hinab in den Graben, querten den Bach und folgten dem Natursträsschen dem schmalen Tälchen wieder hinaus. Gleich zwei gedeckte Holzbrücken aus dem 18. Jahrhundert lagen nun auf unserem Weg, wobei wir auf der zweiten die Sitter dann überquerten und dann wie bereits schon erwähnt, unter der hohen Haggenbrücke hindurch wanderten. Der Strässchen wurde nun steiler und wir entstiegen so dem Tobel durch das Weideland hinauf zur Haggenbrücke. Unser Weg flachte ab und wanderten an einzelnen Höfen und Häusern vorbei auf die Ebene Weitenau zu. Weglos wanderten wir durch die goldgelben Blumenbracht suchten uns so den Weg durch das hohe Gras zum Strässchen hin. Das Fahrsträsschen neigte sich dann auch schon bald wieder bergab ins Tobel, wo sich eine weitere gedeckte Holzbrücke über die Urnäsch spannt. Unser Weg blieb zwar an der Ostseite des Flusses, dennoch überquerten wir diese schmucke Brücke. So konnten wir von den Inschriften an den Querbalken des Dachaufbaus ein Augenschein nehmen und wussten nun warum diese auch als „Sprechende Brücke“ bezeichnet wird. Wieder zurück auf unserem Weg trat schon gleich das eindrückliche Sitterviadukt in unser Blickfeld. Das 365 Meter lange und 99 Meter hohe Steinviadukt ist die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz und wurde 1910 erbaut. Wir unterquerten dieses gigantische Bauwerk und folgten der Strasse der Sitter entlang. Wir wanderten noch an weiteren sehenswerten Brücken entlang, bzw. hindurch und wurden von der architektonischen Vielfalt am St. Galler Brückenweg weiter überrascht.  Der Billenbergsteg führte über die Sitter hinüber und wir wanderten so durch das Gelände, wo sich sonst jedes Jahr Ende Juli mehrere Tausend Menschen am Open Air tummeln. Nun fassten wir leider für längere Zeit Asphalt unter unsere Füsse und zogen so der Strasse nach bis zur Gangelibrogg. Wir überquerten über diesen wackelnden Hängesteg aus dem Jahre 1882 die Sitter und folgten dem idyllischen Lauf des Gewässers. Wir wechselten aber schon bald wieder die Flussseite und erreichten so dann auch das Ende des Brückenweges auf Spisegg. Ein schöner Rastplatz lud uns dort zu unseren Mittagsrast ein und wir wir liessen uns die leckeren Backwaren  schmecken. Unsere Wanderung führte uns nun weiter der Sitter entlang und die Landschaft und Wege sollen sich uns nun von einer anderen Seite zeigen. Abseits des Siedlungsgebietes durchströmt der Fluss nun nämlich schöne Auengebiete und man ist praktisch nur noch auf Naturwegen unterwegs. Der Wanderweg führte uns vom Ufer weg und wir stiegen im Wald zur Ochsenweid hinauf. Das Natursträsschen senkte sich jedoch schon bald wieder und wir wanderten in den Sitterwald hinein. Wir bewegten uns nun wieder in Flussnähe und folgten dem Wege durch den wunderbaren und stillen Auenwald hindurch. Wir folgten den Natursträsschen durch den frühlingshaften Wald hinaus bis zum Hätterensteg hin. Dort entfernten wir uns vom Sitterufer und stiegen auf teils matschigen Pfaden etwas steiler bergauf. Wir überquerten dann die lärmende Autobahn und wanderten wieder in den Wald hinein. Zeitweise wieder etwas steiler machten wir immer mehr Höhenmeter gut und verliessen das Waldgebiet auf dem Höggersberg dann wieder. Auf Hartbelag kamen wir der Kuppe auf dem Rosenberg dann immer näher und marschierten durch das feudale Quartier hindurch. Über die Schlösslitreppe begannen wir unseren Abstieg in die Stadt. Etwas mehr als 400 Treppestufen brachten uns hier zügig bergab direkt auf den Hauptbahnhof St. Gallen zu. Dort endete unsere Tour und machten uns auf die Heimreise. Schöne Wanderung mit 15 Kilometern in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 480 Höhenmeter aufwärts.

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