6. Feb, 2022

Steinzeitpfad Thayngen

Vorbei an bedeutenden Fundstellen der Schaffhauser Archäologie führt der Steinzeitpfad durch das Herblingertal, dessen Wanderung nicht nur landschaftlich beeindrucken soll. Informationstafeln am Wegesrand sollen uns ausserdem immer wieder spannenende Einblicke in die Geschichte geben. Dies veranlasste uns heute also in den Kanton Schaffhausen zu reisen, um dort die grosse Runde (gelbe Route) unter unsere Wanderfüsse zu nehmen. Ausgangspunkt für diese Rundtour war der Bahnhof Thayingen und entfernten uns der Strasse nach in westliche Richtung. Beim Steinbruch Chälchi, zweigte ein Wanderpfad von der Strasse dann weg und führte uns geradewegs auf das Kesslerloch zu. Diese Höhle gehört zu den bedeutendsten Fundstellen der späten Eiszeit und zeigte uns Siedlungsspuren, welche in die Zeitspanne von 14000 – 12000 v.Chr. datiert werden. Die Höhle mit einer Gesamtfläche von knapp 200 m“ diente vermutlich den Jägergruppen während des Sommerhalbjahres als Treffpunkt für die saisonale Jagd. Nach dem wir die Höhle besichtigt hatten, folgten wir vorerst dem gleichen Weg wieder zurück bis zu den Tennisplätzen und unterquerten dort die Bahngeleise. Die asphaltierte Strasse führte uns dann am Waldrand entlang und versuchten die Geräusche der modernen Zivilisation etwas auszublenden und uns dennoch etwas auf die Töne der Natur zu konzentrieren. Beim Alte Weiher ging die Strasse dann auch auf Naturbelag über und machten einen Abstecher ins einstige Moorgebiet bei Thayngen-Wäier. Dieses war in der Jungsteinzeit von Pfahlbauern besiedelt. Ein Teil des Dorfes soll sich noch immer gut geschützt im Boden befinden und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Feldstecher mit einer Animation des Pfahlbaudorfes gab uns das Gefühl direkt im Dorf zustehen. Auf dem gleichen Wege gelangten wir dann wieder zurück zum Alten Weiher und konnten dort dann auch einer Pfahlbauhaus-Rekonstruktion abstatten. Das Natursträsschen führte uns in den Wald hinein und erreichten in der Tüüfels Chuchi die mächtigen Felsblöcke. Diese boten wohl am Ende der letzten Eiszeit den vorbeiziehenden Jägern Schutz. In der Jungsteinzeit wurde dieser Ort auch als Begräbnisplatz genutzt. Das Strässchen führte uns dann wieder hinaus aus dem Wald und führe uns an dessen Rand dann weiter. Zu unseren Rechten suchte sich der kleine Chrebsbach durch das sumpfige Tal seinen Weg. Wo früher wohl Rentiere durch dieses Flachmoor zogen, rauschen heute leider die lauten Autos und Eisenbahn hindurch. Die Markierung dirigierte uns dann etwas später auf ein Wanderweglein ein, welches uns nun am idyllischen Morgereweiher entlang brachte. Der Hartbelag hatte uns dann aber auch wieder erreicht und wir zogen auf der Strasse weiter. Wir überquerten über die Brücke die Bahngeleise und die Kantonsstrasse und gelangten so auf die andere Talseite hinüber. Der Weg soll uns hier wieder zurückführen und wanderten so auf halber Hanghöhe durch den kahlen Laubwald wieder in nördliche Richtung. Die breite Waldstrasse führte uns auf die Grüüthalde zu, wo sich eine weitere Station des Steinzeitpfades befand. Hier sollen jungsteinzeitliche Handwerker eine Massenproduktion von Perlen und Pfeilspitzen betrieben haben. Weiterhin am bewaldeten Hang entlang wanderten wir durch das Herblingertal und nahmen dann hinab zu der Vordere Eichen einen Abstecher in Kauf. Hier sollen altsteinzeitliche Jägernomaden einst ihr Lager aufgeschlagen haben. Nun zog unser Weg etwas kräftiger in die Höhe und wanderten durch den Hasligrabe hinauf ins Junghansefäld. Die markanten Kalkfelsen des Kurzloch und Langloch kamen in unsere Reichweiteund folgten dem Wanderweg, welcher uns nun unterhalb hindurchführte. Durch die imposante und schöne Felslandschaft wanderten wir nun mit grossen Genuss hinaus. Die beiden malerisch gelegen Stationen zeigten uns auf eindrückliche Weise, wie Gletscher einst diese Landschaft formten. Wir traten dann wieder aus dem Wald heraus und stiegen hinab zum Weiler Hüttenleben. In der Chlini Aue überquerten wir den Bachlauf der Biber und folgten nun dem schönen Uferweg. Wir wechselten noch dreimal die Uferseite der Biber, bis wir das Zentrum von Thayngen erreichten. Die Markierungen lotsten uns dann auch wieder zum Bahnhof hin, wo sich unsere Rundtour dann auch schloss. Schöne Wanderung mit 15.5 Kilometern in 4 Stunden Gehzeit. Insgesamt 100 Höhenmeter aufwärts. 

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