Wanderungen im Kanton Tessin

4. Nov, 2021

„La Via del Mercato“ (Nr. 631) stand heute auf unserem Wanderprogramm und begaben uns dafür ins Centovalli. Mit der berühmten Centovallibahn reisten wir nach Camedo, nahe der italienischen Grenze. Der „La Via del Mercato“ ist ein alter Saumpfad auf welchem die Bauern einst ihre Waren vom Centovalli nach Locarno brachten. Er soll uns heute an Zeugnissen der Bauernwelt und beeindruckenden Herrschaftshäusern von Camedo nach Intragna bringen. Wir verliessen das Bahnhofgelände und wanderten nun der Strasse nach ins Dorf Camedo hinauf. Unser Weg führte uns durch die engen Gässchen des Dorfkernes hinauf zur Strasse an der sich die Kirche San Lorenzo aus dem 17. Jahrhundert befindet. Die Strasse führte uns erst leicht ansteigend in den Wald hinein und wanderten dann wechselweise über Pfade und Strässchen auf das Dorf Borgnone zu. Unser Weg flachte oberhalb der Ortschaft ab und wir wanderten auf steinigen Pfad in ein Tälchen ein. Wir entdeckten schon bald den sehenswerten Mühlenpark, der dank Restaurationsarbeiten seinen alten Glanz wieder erhalten konnte. Der Mühlenpark weist interessante Zeugnisse des ländlichen Lebens auf. So sind am Bach Reste einer Hammerschiede, Ruinen einer Mühle und ein Brotbackofen aus dem Jahre 1884 zu sehen. Das Wanderweglein führte uns mehr oder weniger der Höhenkurve entlang durch den schönen herbstlichen Kastanienwald hinaus. Wir querten ein kleines Bachtal und der Weg senkte sich durch den Wald wieder etwas ab. Zwei kleine Siedlungen liessen wir hinter uns und erreichten so eine Stahlbrücke, welche uns über den „Ri di Verdasio“ brachte. Der Wanderweg brachte uns dann aus diesem Bachtobel wieder empor und wanderten so wieder tüchtig bergauf. Wir verliessen das Waldgebiet und folgten nun dem Waldrand ziemlich direkt hinauf in die Ortschaft Verdasio. Unser Weg führte uns einmal mehr durch die engen und typischen Tessiner Gässchen hinaus und wir liessen das Dorf auf deren Nordost-Seite hinter uns. Wir tauchten wiederum in den aufwärtsführenden Pfad hinein und folgten dem Höhenweg weiterhin bergauf. Der schön angelegte Pfad brachte uns so immer wieder aussichtsreich Meter um Meter in die Höhe. Wir querten den „Ri della Segna“ mit seinem kleinen Wasserfall und hatten bereits auch den höchsten Punkt unsere Tour überschritten. Weiterhin durch den Wald führte uns der steinige Weg im leichten Auf und Ab dem Hang entlang. Immer wieder stach unser Weg in kleinere Bachtobel hinein bzw. hinab. Steinstufen ermöglichten uns dabei immer wieder die Höhenunterschiede der Tobel auszugleichen. Etwas unwegsam wanderten wir über nasse Steine und kleine Bachläufe unter tropfenden Felsen entlang  und erreichten nach einer geraumen Zeit die „Acqua Calda“, wo der Wanderweg in ein Strässchen einmündete. Auf Hartbelag wanderten wir somit leicht bergab und gelangten somit wieder hinein in die Zivilisation. Wir hatten die Ortschaft Galezzo erreicht und wanderten der Strasse nach durch das langgezogene Dorf hinauf. Nachdem wir ein kleines Wäldchen gequert hatten, endete die Strasse und wir traten auf einem Pfad ins Dörfchen Costa ein. Plötzlich standen wir an der Bergstation der Seilbahn hinunter nach Intragna. Die Entscheidung fiel uns ganz leicht und so liessen wir uns nun bequem von der Gondelbahn in Tal hinab tragen. Im Ort Intragna setzeten wir dann unsere Füsse wieder auf Mutter Erde und wanderten hinein in den alten Dorfkern. Der Kirchenturm darf sich hier mit der Auszeichnung „Höchsten Glockenturm des Kantons Tessin“ auszeichnen und ist mit seine 65 Meter Höhe dann auch weitherum sichtbar. Der Strasse nach wanderten wir dann hinab zum Bahnhof von Intragna, wo wir unsere Tour beendeten und wieder zurück zu unserem Feriendomizil reisten. Schöne Wanderung mit 12 Kilometern in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts. 

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2. Nov, 2021

Heute konnten wir direkt von unserer Unterkunft unsere Wanderung in Angriff nehmen. Nach unserem Frühstück machten wir uns also auf und verliessen unser gemütliches Rustico. Wir hatten uns heute eine Talwanderung im Vallemaggia ausgesucht, welche uns von Maggia hinauf nach Cevio bringen soll. So wanderten wir auf die Hauptstrasse zu, welche wir mittels Unterführung querten und folgten der Strasse, welche uns danach in südliche Richtung führte. Wir gelangten so kurz darauf zum Flusslauf der Maggia und wechselten über eine moderne Hängebrücke ans andere Ufer. Hier waren wir vor ein paar Monaten bereits hinüber gewandert, schlugen jedoch heute unsere Richtung gegen Westen ein. So folgten wir der aufwärtsführenden Teerstrasse, bis uns die Wegweisung kurz nach den ersten Rebbergen von dieser dann aber auch wieder weg lotste. An zahlreichen schmucken Rustici vorbei und kleinen Waldstücken stiegen wir auf dem naturbelassenen Wege weiter in die Höhe. Wir zogen an kleinen Weinbaugebieten vorüber und der Weg senkte sich hinab zur Siedlung „Al Tòrn“. Man glaubte sich hier in einer Filmkulisse zu bewegen, die extra für uns aufgestellt wurde. Der Weg verbreiterte sich nun auch wieder und wanderten so hinab in die Ortschaft Lodano. Die Klopfsteinpflasterstrasse führte uns mitten durch das Dorf hindurch, passierten so die „Chiesa di San Lorenzo“ und wanderten so an den oberen Ortsrand hinauf. Wir wanderten durch ein Waldstück und folgten dann der Strasse hinab in die Maggiaebene. Ein steiniger, teils unwegsamer Wanderpfad brachte uns zwischen Flusslauf und dem steilen Waldhang weiterhin talaufwärts. Ein paar kleine, typische und schmucke Siedlungen liessen wir dabei hinter uns, bevor wir wieder in ein längeres Waldgebiet eintraten. Im leichten Auf und Ab durchstreiften wir den Wald und erreichten schon bald ein wahres Highlight. Die Passerella Someo ist die längste Hängebrücke, welche über die Maggia führt. Sie hat eine Gesamtlänge von schier unglaublichen 380 Metern, unterteilt in mehrere Abschnitte. Auf den Aussenseiten gibt es jeweils einen 34 Meter langen Zustieg zur Brücke, welche dann in 3 Teile von jeweils 107 Metern Spannweite aufgeteilt ist. Auch wenn sich diese Brücke nur wenige Meter über das Flussbett und die Flusssauen befindet, genossen wir beim Überqueren das Schaukeln und den amit verbundenen kleinen Nervenkitzel. Sicher am anderen Ufer angelangt, folgten wir den Markierungen hinauf in den Ort Someo. Wir zogen der Strasse nach durch den Ort und liessen diesen dann aber auch hinter uns. Ein Fusspfad zweigte dann schon bald vom Hartbelag weg und verlief nun oberhalb zur leider verkehrsreichen Strasse. Eine gefühlte Ewigkeit wanderten wir so an dieser Verkehrsader entlang, bevor uns endlich der Wegweiser von dieser weg dirigierte. Ein weiterer Höhepunkt erwartete uns bereits mit dem „Cascate delle Sponde“. Dieser atemberaubende Wasserfall liess uns an diesem wahrlichen Kraftort verweilen, um dieses Naturspektakel auch in vollen Zügen geniessen zu können. Wir entfernten uns dann aber wieder von diesem wunderbaren Ort und wanderten über Wiesenpfade auf das Dorf Riveo hinzu. Wir durchstreiften dieses äusserst schmucke und typische Tessinerdörfchen durch die mit Klopfstein gesplästerte Gassen. Die Wegweisung dirigierte uns dann wieder zur befahrenen Kantonstrasse hin, welcher wir nun praktisch bis Cevio folgen müssten. Deshalb entschieden wir uns bei der nahen Bushaltestelle Riveo, Chiesa unsere Tour  vorzeitig zu beenden und uns die Wanderung der restlichen 3 Kilometer an der verkehrsreichen Strasse zu ersparen. Die Highlights hatten wir bereits ja nun alle erlebt und konnten so nun erfüllt wieder zurück in unser Ferienhäuschen reisen. Schöne Wanderung mit 13 Kilometern in 4 Stunden Gehzeit. Insgesamt 200 Höhenmeter aufwärts.

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18. Jun, 2021

Für heute hatten wir uns eine kürzere Wanderung ausgesucht und reisten dazu ins Maggiatal, welches als das zentrale Tal des Tessin gilt. Der Bus brachte uns dazu nach Maggia, wo wir unsere Rundwanderung bei der Haltestelle Centro in Angriff nehmen konnten. Eine Unterführung brachte uns unter der Kantonsstrasse hindurch und folgten der Strasse, welche uns danach in südliche Richtung führte. Wir gelangten so kurz darauf zum Flusslauf der Maggia und wechselten über eine moderne Hängebrücke ans andere Ufer. Die Maggia ist ein rund 60 Kilometer langer Fluss, welche am Osthang der Cristallina entspringt und bei Locarno in einem Delta in den Lago Maggiore fliesst. Dabei entwässert sie einen grossen Teil der Tessiner Alpen. Der Strasse nach wandetren wir nun auf das Dorf Moghegno zu und durchquerten den äusserten schmucken ursprünglichen Dorfkern bis zu deren Westseite. Wir verliessen dann das Strässchen und zweigten in das Wanderweglein ein, das uns immer schön am Waldrand und an schönen Trockenmauern auf die kleinen Weinberge in Sotto Ciosso zu führte. Unser Weg zog nun in die Höhe und wanderten über Steinstufen zum Wald hinauf. Ziemlich stein und unwegsam schlängelte sich der Weg durch den Wald. Hohe Trockenmauern gaben uns dabei das Gefühl, als ob wir uns in einem Labyrinth bewegen würden. Der steinige Pfad senkte sich jedoch dann aber wieder und wir stiegen in ein kleines Bachtal hinab. Ein wackelndes Brücklein brachte uns über den Lauf des Ri di Dentro hinüber und traten dann auch schon gleich wieder aus dem Wald heraus. Wir fassten wieder auf Hartbelag Fuss und folgten dem Strässchen in den Ort Aurigeno hinein. Wir liessen dieses schmucke Dorf hinter uns und wanderten an der sehenswerten Kirche, welche sich ausserhalb der Ortschaft befindet, vorbei. Wir konnten auf der kleinen Anhöhe immer wieder schöne Blicke über das weite Maggiatal werfen und gelangen so nach einiger Zeit in den Weiler Ronchi. Wir verliessen die Strasse und folgten dem unbefestigten Weg zum Talboden hinab. Der Weg schlängelte sich leicht durch die schöne Waldaue und wir erreichten so die nächste Hängebrücke. Die Passerella Avegno brachte uns schwingend in gut 100 Metern über den Fluss und folgten dann dem erst dem breiten Weg, dann dem schönen Pfad durch den schattigen und märchenhaften Wald hinaus. Nach einiger Zeit traten wir wieder aus der zwitschernden Waldidylle heraus und konnten die Ortschaft Gordevio erblicken, die direkt vor uns lag. Die Teerstrasse führte uns in einem grossen Bogen durch die modernen Quartiere hindurch. Unser Weg stieg nun auch wieder etwas an und hielten uns auf den Waldrand zu. Der gut ausgebaute Wanderweg führte uns vorerst im Waldhang stetig bergauf, bevor uns der Pfad dann in ein paar Kehren wieder zur Strasse hinunter leitete. Über das bergwärts führende Strässchen schwitzten wir uns, aber immer wieder mit prächtigen Aussichten ins Tal, hinauf zum Aussichtsbalkon Ronco die Paolitt. Unser Weg führte uns nun durch kleine Bachtäler mit kleine Brücken zu den sonnigen kleinen Rebenhängen mit den schönen Winzerhäuschen. Es kam uns so vor als würden wir uns in einer wunderbaren Filmkulisse bewegen und wanderten unter den hohen Reben hindurch. Der Wanderweg senkte sich allmählich wieder und wanderten an schönen Trockenmauern und zum Schluss durch ein Felsband zur Kantonsstrasse hinab. Dieser befahrenen Strasse folgten wir nun ein Stück weit und zweigten nach der Kapelle Santa Maria wieder in den Wanderweg ein. Dieser mutierte jedoch bald zu einem Teersträsschen, welchem wir in den Ort Maggia hinein folgten. Die Bushaltestelle Centro war dann aber auch bald wieder erreicht und wir beendeten dort unsere heutige Tour. Schöne Wanderung mit 12 Kilometern in 3.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 230 Höhenmeter aufwärts.

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16. Jun, 2021

Wir kehrten nochmals zurück ins Verzasca-Tal, um unseren Weg auf dem „Sentiero Verzasca (Nr.74)“ fortzusetzen zu können. So reisten wir für unser Vorhaben wieder nach Lavertezzo, wo wir unsere Wanderung letzthin beendeten hatten. Wir entfernten uns von der Busstation Lavertezzo, Paese und wanderten auf die uns bereits bekannte „Pont des Salti“ zu. Das wirklich sehenswerte Bauwerk mit seinen gemauerten Doppelbögen brachte uns ans andere Ufer der Verzasca und schlugen den talauswärtsführenden Weg ein. Durch schattige Waldabschnitte und Kastanienwälder führte uns der Weg teils direkt am rechten Ufer der Verzasca entlang. Steinig, wurzelig und teils auch mit vielen Treppen durchsetzt gelangten wir zu den Rusticos von Oviga di Fuori. Wir passierten diese Handvoll Steinhütten und tauchten sogleich wieder in das Waldgebiet ein. Wandergenuss pur erlebten wir hier auf den gut angelegten Wanderpfaden im leichteren auf und ab und erreichten nach einen wenigen Lichtungen die Strasse nach Corippo. Wir folgten hier dieser schmalen Zufahrtsstrasse angenehm bergan und wanderten so hinauf ins Dorf Corippo. Von der Kirche Santa Maria del Carmine in der Ortsmitt führte uns dann ein Treppenweg steil hinab ins Vallae di Corippo. Wir überquerten auf einer schönen alten Steinbrücke den tief eingeschnittenen Bach und entstiegen dem Tobel nun wieder. Nach ein paar kurzen Kehren erreichten wir die kleine Siedlung Liano und hielten uns dann wieder gegen den Wald zu. Hoch über dem Stausee Lago di Vorgorno wanderten wir nun leicht ansteigend durch den Wald zu den Hütten von Bolla hoch. Der Weg ebnete sich nun leicht und folgten dem reizvollen Weg durch den wunderbaren Kastanienwald hinaus. Wir passierten die verfallene Siedlung Monti di Gresina, wo wir in ein kleines Tobel abstiegen, um sogleich wieder bergauf wandern zu können. Wir gewannen zunehmend wieder an Höhe und gelangten zur Lichtung Redünd, wo wir nun zünftig in mehreren mit Holzbalken durchsetzten Kehren nach Bedegila, dem höchsten Punkt unserer Tour hinaufstiegen. Kurz darauf ging es nun wieder abwärts und wanderten einmal mehr durch Kastanienwald und kleine Rebhängen hinab zur Ortschaft Mergoscia. Verwinkelte Gässchen lotsten uns im obern Dorfteil an den Steinhäusern hindurch und verliessen dann die markierte Route Nr.74, um zum Diga Valle Verzasca hinab zu wandern. Die Strasse führt uns an der Kirche vorbei und wanderten fortan für längeren Zeitraum auf Hartbelag gemächlich bergab Die Strasse schlängelte sich am bewaldeten Hang entlang und wir verloren aber auch immer mehr an Höhe. Vor dem Straßentunnel dirigierte uns die Markierung auf ein altes verkehrsbefreites Strässchen, welches uns vorerst ebenaus und später an Felsen vorbei abwärts führte. Immer wieder wurden schöne Blicke auf den Lago di Vorgorno frei und verliessen dann auch bald die Strasse wieder. Das Wanderweglein brachte uns in unzähligen Kahren hinab und wanderten dann auf die mächtige Staumauer hinzu. Diese Talsperre gehört mit seinen 220 Metern Höhe zu den grössten Staumauern der Welt und wohl ihren Bekanntheitsgrad aus der Anfangsszene des 17. James-Bond-Films Goldeneye erlangt. Noch heute werden hier sogenannte „Goldeneye“-Bungee-Jumpings angeboten, welche aber nur für hartgesottene Adrenalinjunkies gedacht ist. Wir überquerten den Staudamm mit seiner gesamten Kronenlänge von 380 Meter zum östlichen Ende. Am InfoPoint Verzasca vorüber wanderten wir nun mehrheitlich auf der Strasse entlang auf die Weinberge von Gordemo zu. Tolle Ausblicke auf den Lago Maggiore und die bewaldeten Hügel und Berge belohnten unsere lange Tour immer wieder. Wechselweise auf steilen Treppenwegen und Strässchen durch das schöne Weinbaugebiet verloren wir immer mehr an Höhe und gelangten so an den Ortseingang von Gordola. Unser Ferienhaus war dann auch bald erreicht und beendeten unsere Tour. Wunderschöne Wanderung mit 15 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 560 Höhenmeter aufwärts. 

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14. Jun, 2021

Der „Sentiero Verzasca (Nr. 74)“ stand schon lange auf unserer Wander-Wunschliste und ferienbedingt konnten wir uns dies endlich auch verwirklichen. Der obere Abschnitt dieses Weges beginnt im oberen Talschluss des Verzascatals, wo die beiden Quellflüsse aus den ursprünglichen Tälern Val Redòrta und Val Vergornès zusammenfliessen. Mit dem Bus gelangten wir ins Dorf Sonogno, welches sein charakteristisches Ortsbild mit alten Häusern und Gassen über die Zeit bewahrt hat. Ein kurzer Streifzug durch das schmucke Dörflein liessen wir uns daher nicht nehmen, ehe wir auf dem „Sentiero Verzasca“ Fuss fassten. Wir liessen Sonogno dann hinter uns und querten über die Stahlbrücke den wilden Bachlauf der Redorta. Dem Weglein zwischen Waldhang und Flussbeet folgten wir nun talauswärts. Die Redòrta hatte sich mittlerweile mit der Vergornès zur Verzasca vereint und wanderten am schönen wilden Wasser entlang. Der Name Verzasca geht auf „verde acqua“ zurück und bedeutet grünes Wasser und wir konnten uns davon auch aus erster Hand nun überzeugen. Durch lichte Birken und Lärchenwälder führte uns der Weg zur Passerella Frasco, eine leicht schwankende Hängebrücke, die uns über die Verzasca auf die andere Uferseite brachte. Mit einer Länge von 90 Meter gehört sie zu den längeren Fussgängerbrücken der Schweiz und ist mit ihrer Spannweite die Längste im ganzen Verzascatal. Die Strasse führte uns am Dorf Frasco vorüber und fassten dann auch bald schon wieder natürlichen Belag unter unsere Wanderschuhe. Das Weglein führte uns an einem kleinen Weiher vorüber und traten nach der Strassenbrücke in den schönen Auenwald hinein. Der Weg wurde teils etwas ruppiger und stufendurchsetzt und gelangten zu einem verlassenen Weiler mit einer Handvoll kleiner Rusticos. Der Weg wurde nun wieder zunehmend breiter und wanderten so in der Nähe des Flusses auf die idyllisch gelegenen Ferienhäuschen von Lorentino zu. Nach der Brücke, welche zum Ort Gerra auf der andern Flussseite führen würde, betraten wir wieder einen Wanderpfad. Wir querten ein paar Seitenbachtälchen und überschritten dann auf einer wippenden Hängebrücke das Val Mött. Auf der Brücke wurde gar ein reizvoller Blick auf den herabstürzenden Wasserfall des Wildbaches frei und wir liessen das Naturschauspiel gerne auf uns wirken. Wir wanderten am Fusse des steilen Berghanges entlang, immer wieder die wilde Verzasca in unserem Blickfeld und kamen so weiter talauswärts. Wir querten ein paar kleine Seitenbäche und stiegen dann ein kurzes Stück auf zum Wiesengrund des Weilers Alnasca. Auf der andern Talseite grüsste uns die etwas grössere Ortschaft Brione und schritten an dieser auf dem Wanderpfad vorüber. Die abwärtsführenden Treppenwege brachten uns durch das wilde und imponierende Bergsturzgebiet hindurch. Riesige Felsbrocken liegen im Flussbett und bilden so begehrte Liegeplätze für die unzähligen Badegäste, die hier die Abkühlung suchen. Eine Strassenbrücke brachte uns dann wieder auf die andere Flussseite hinüber und folgten dem kurzen Stück Hartbelag bis zur ersten Kehre hin. Über steinige Wege und an schönen alten Trockenmauern entlang, wanderten wir weiterhin talauswärts. Unser Weg verlief nun meist im schattigen Wald nahe dem Ufer der Verzasca. Stege lotsten uns immer wieder über Bachbette und mächtige Steinfelsen. Wunderschön angelegte Wanderwege im lauschigen Wald und an wilden Stromschnellen liessen unser Wanderherz so regelrecht höherschlagen. Wir erblickten nach einigen Auf und Ab durch den Wald die ersten Gebäude der Ortschaft Lavertezzo und erreichten die Brücke „Ponte dei Salti“. Die mittelalterliche Doppelbogenbrücke, welche auch unter dem Namen „Römerbrücke“ bekannt ist, zählt wohl zu den berühmtesten brücken des gesamten Tessins. Wir überquerten auf diesem tollen Bauwerk den Fluss abermals und folgten dem Fusspfad hinein in die Dorfmitte von Lavertezzo. Wir beendeten dort unsere heutige Tour und warteten auf den Bus, welcher uns wieder zurück zu unserem Ferienhäuschen bringen sollte. Wunderschöne Wanderung mit 16 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 270 Höhenmeter aufwärts.

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