14. Jun, 2021

Sonogno - Lavertezzo (Sentiero Verzasca)

Der „Sentiero Verzasca (Nr. 74)“ stand schon lange auf unserer Wander-Wunschliste und ferienbedingt konnten wir uns dies endlich auch verwirklichen. Der obere Abschnitt dieses Weges beginnt im oberen Talschluss des Verzascatals, wo die beiden Quellflüsse aus den ursprünglichen Tälern Val Redòrta und Val Vergornès zusammenfliessen. Mit dem Bus gelangten wir ins Dorf Sonogno, welches sein charakteristisches Ortsbild mit alten Häusern und Gassen über die Zeit bewahrt hat. Ein kurzer Streifzug durch das schmucke Dörflein liessen wir uns daher nicht nehmen, ehe wir auf dem „Sentiero Verzasca“ Fuss fassten. Wir liessen Sonogno dann hinter uns und querten über die Stahlbrücke den wilden Bachlauf der Redorta. Dem Weglein zwischen Waldhang und Flussbeet folgten wir nun talauswärts. Die Redòrta hatte sich mittlerweile mit der Vergornès zur Verzasca vereint und wanderten am schönen wilden Wasser entlang. Der Name Verzasca geht auf „verde acqua“ zurück und bedeutet grünes Wasser und wir konnten uns davon auch aus erster Hand nun überzeugen. Durch lichte Birken und Lärchenwälder führte uns der Weg zur Passerella Frasco, eine leicht schwankende Hängebrücke, die uns über die Verzasca auf die andere Uferseite brachte. Mit einer Länge von 90 Meter gehört sie zu den längeren Fussgängerbrücken der Schweiz und ist mit ihrer Spannweite die Längste im ganzen Verzascatal. Die Strasse führte uns am Dorf Frasco vorüber und fassten dann auch bald schon wieder natürlichen Belag unter unsere Wanderschuhe. Das Weglein führte uns an einem kleinen Weiher vorüber und traten nach der Strassenbrücke in den schönen Auenwald hinein. Der Weg wurde teils etwas ruppiger und stufendurchsetzt und gelangten zu einem verlassenen Weiler mit einer Handvoll kleiner Rusticos. Der Weg wurde nun wieder zunehmend breiter und wanderten so in der Nähe des Flusses auf die idyllisch gelegenen Ferienhäuschen von Lorentino zu. Nach der Brücke, welche zum Ort Gerra auf der andern Flussseite führen würde, betraten wir wieder einen Wanderpfad. Wir querten ein paar Seitenbachtälchen und überschritten dann auf einer wippenden Hängebrücke das Val Mött. Auf der Brücke wurde gar ein reizvoller Blick auf den herabstürzenden Wasserfall des Wildbaches frei und wir liessen das Naturschauspiel gerne auf uns wirken. Wir wanderten am Fusse des steilen Berghanges entlang, immer wieder die wilde Verzasca in unserem Blickfeld und kamen so weiter talauswärts. Wir querten ein paar kleine Seitenbäche und stiegen dann ein kurzes Stück auf zum Wiesengrund des Weilers Alnasca. Auf der andern Talseite grüsste uns die etwas grössere Ortschaft Brione und schritten an dieser auf dem Wanderpfad vorüber. Die abwärtsführenden Treppenwege brachten uns durch das wilde und imponierende Bergsturzgebiet hindurch. Riesige Felsbrocken liegen im Flussbett und bilden so begehrte Liegeplätze für die unzähligen Badegäste, die hier die Abkühlung suchen. Eine Strassenbrücke brachte uns dann wieder auf die andere Flussseite hinüber und folgten dem kurzen Stück Hartbelag bis zur ersten Kehre hin. Über steinige Wege und an schönen alten Trockenmauern entlang, wanderten wir weiterhin talauswärts. Unser Weg verlief nun meist im schattigen Wald nahe dem Ufer der Verzasca. Stege lotsten uns immer wieder über Bachbette und mächtige Steinfelsen. Wunderschön angelegte Wanderwege im lauschigen Wald und an wilden Stromschnellen liessen unser Wanderherz so regelrecht höherschlagen. Wir erblickten nach einigen Auf und Ab durch den Wald die ersten Gebäude der Ortschaft Lavertezzo und erreichten die Brücke „Ponte dei Salti“. Die mittelalterliche Doppelbogenbrücke, welche auch unter dem Namen „Römerbrücke“ bekannt ist, zählt wohl zu den berühmtesten brücken des gesamten Tessins. Wir überquerten auf diesem tollen Bauwerk den Fluss abermals und folgten dem Fusspfad hinein in die Dorfmitte von Lavertezzo. Wir beendeten dort unsere heutige Tour und warteten auf den Bus, welcher uns wieder zurück zu unserem Ferienhäuschen bringen sollte. Wunderschöne Wanderung mit 16 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 270 Höhenmeter aufwärts.

Bildergalerie