8. Jun, 2022

San Carlo - Foroglio - Bignasco

Eine Etappe auf dem „Sentiero Christallina“ (Nr.59) stand heute auf unserem Wanderprogramm und die Tour dazu sollte im hintersten Teil des Val Bavona beginnen. So brachte uns der Bus bis zur Station San Carlo Ponte, wo wir nun unsere Wanderfüsse bewegen konnten. Wir folgten vorerst der Strasse zurück, überquerten den Lauf der noch jungen Bavona und konnten dann aber schon bald den Wanderweg betreten. Der Waldweg führte uns durch ein Bergsturzgebiet talauswärts und erreichten so die schmucke Stein-Kapelle „Santa Maria della Grazie“ aus dem späten 16. Jahrhundert. Wir fassten nun kurzzeitig wieder Hartbelag unter unsere Füsse, bevor uns der Wanderweg weiter abwärts durch die wilde und schöne Fels- und Waldlandschaft auf den Weiler Sonlerto zubrachte. Wir durchstreiften diesen sehenswerten Ort mit seinen Kornspeichern, welche im Walliser Stil auf Gneisplatten stehen, um gefrässige Nagetiere abzuhalten. Wir liessen die engen und verträumten Gässchen hinter uns und wechselten über einen schönen Holzsteg auf die andere Talseite. Der schöne Pfad brachte uns immer nahe am Ufer der Bavona entlang talauswärts. Der Pfad mutierte zu einem Natursträsschen, welches uns auf die Handvoll Häuschen von Faed zuführte. Ein sehr idyllisches Örtchen mit einer kleinen Kapelle, welcher uns die Ursprünglichkeit eines Tessiner Bergdörfchen voll und ganz wiederspiegelte. Auf relativ breitem, aber naturbelassen Wege wanderten querten wir den Wald Rivèra und gelangten auf schmalen Wegen durch einen Steinwall auf Roseto zu. Wir durchstreiften diesen kleinen Ort und wechselten über die Strassenbrücke erneut die Talseite. Wieder im Wald führte uns der steinige Weg zu einem behauenen Felsblock mit einer Inschrift. Dieser Stein soll an den Felssturz von 1812 erinnern, welcher hier einen Knaben erdrückt hatte. Unsere Wanderfüssse brachten uns auf dem Sentiero Christallina weiter voran und wir querten auf einer Holzbrücke den lauf der „Ri di Nassa“. Der nächste Ort war schon gleich erreicht und so erreichten wir mit Foroglio, ein weiteres schmuckes Dörfchen. Berühmtheit hat dieser Ort durch seinen gleichnamigen Wasserfall errungen. Das Wasser stürzt hier rauschend von einer Höhe von 110 Metern herab und bot auch uns ein grossartiges Schauspiel. Wir überquerten abermals die Bavona und tauchten wieder in den Wald ein und wanderten auf dem Wanderpfad talauswärts. Bei Ritorto ging es für kürzere Zeit der Strasse entlang, bevor uns die Markierung in den aufwärtsführenden Pfad hinein dirigierte. Ein attraktives, aber auch anspruchsvolles Wegstück erwartete uns nun. Im stetigen Auf und ab wanderten wir durch Kastanienwald und imposante Steinblöcke, zum Teil gar sehr abenteuerlich, hindurch. Der Wanderweg senkte sich dann wieder hinab zum Ortschäftchen Fontana mit seinen tollen und typischen Rusticos. Eine schwingende Hängebrücke liess uns ein kleines Tobel überwinden und wir wanderten an hohen Trockenmauern entlang im stetigen Auf und Ab weiter. Unser durchgehend sehr steinige Weg senkte ich dann hinab zu Strasse bei Mulini und zogen über die Wasserfassung der Bavona auf die andere Talseite hinüber. Hier wird das Wasser der Bavona in einem 23 Kilometer langen Stollen in den Plagnedra-Stausee im Centovalli geleitet. Erst ein breites Strässchen, dann wieder ein sehr steiniger Pfad leitete uns durch den schönen Wald am Hang entlang. Ein kleiner Steg brachte uns über die „Ri di Chignoo“ hinüber und konnten dann erste Blicke auf den grösseren Ort Cavergno erhaschen. Der Weg mündete nun in ein Fahrsträsschen, welches dann aber auch schon bald auf Hartbelag überging und wir folgten diesem nun nach Bignasco. Bei der Bushaltestelle Posta beendeten wir dann auch unsere Tour und reisten wieder zurück zu unserem Feriendomizil. Wunderschöne Talwanderung mit 14 Kilometern in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 280 Höhenmeter aufwärts.

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