29. Dez, 2019

Stammheim - Hegaublick - Stein am Rhein

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu und wir machten uns auf, um die letzte Wanderung im Jahr unter die Füsse zu nehmen. Wir reisten dazu nach Stammheim im Zürcher Weinland und bewegten uns südwärts von dessen Bahnhof hinweg. Das Strässchen führte uns hinauf zur Hauptstrasse, welcher wir nun durch Oberstammheim hindurch folgten. Schon bald zweigten wir aber wieder von dieser breiten Strasse weg und stiegen über Treppen zu den Rebbergen hinauf. Wir erreichten so die reformierte Galluskapelle, welches als ältestes Kirchenbauwerk des Stammertales gilt. Der romanische Kernbau geht bis ins 11. Jahrhundert zurück und zählt mit seinen hochgotischen Fresken aus dem 14. Jahrhundert zu einem den wichtigsten Kulturgütern von nationaler Bedeutung. Ein Strässchen führte uns oberhalb des Weinberges zum Tobel hin, wo wir nun eine Kehrtwende machten und der abwärtsführenden Strasse an der Talmühle vorbei folgten. Wieder an den Rebbergen des Zürcher Weinlandes entlang wanderten wir dann direkt auf die Kirche von Unterstammheim zu. Der dominante, 40 Meter hohe Turm mit seinen markanten Zifferblättern ist weithin sichtbar und liegt auf dem Ausläufer des Stammerberges, welchen wir im Laufe des heutigen Tages noch überschreiten werden. Der Aufstieg auf diesen Berg begann unmittelbar nachdem wir die Kirche passiert hatten und wanderten auf dem kurvenbehafteten Natursträsschen stetig bergan. Wir traten in den Wald hinein, wo uns der Forstweg an der Burgstelle Stammheimerberg vorbei, hinauf zum Aussichtsturm bei Vorderhütten brachte. Der aus Holz erstellte Turm aus dem Jahre 1972 konnten wir über 55 Treppenstufen besteigen und bot uns eine schöne Aussicht über das Stammertal. Nachdem wir wieder Mutter Erde unter den Füssen hatten, marschierten wir weiter ins Eschenztal. Hier verliessen wir die markierte Route, um einen Abstecher zum sogenannten Hegaublick bei Hinterhütten machen zu können. Nochmals leicht aufwärts, gelangten wir über den höchsten Punkt des Stammerberges zum besagten Aussichtspunkt hin. Wir gesellten uns zum etwas verwetterten Holzmännchen hin, welches hier wohl schon seit sehr langer Zeit, ununterbrochen die schöne Aussicht ins Hegau (Hohentwiel) geniessen kann. In einem weiten Bogen wanderten wir wieder zurück ins Eschenztal und konnten dort dann wieder den Markierungen folgen. Kurz darauf passierten wir ganz unmerklich die Grenze zum Kanton Thurgau und folgten dem Forststrässchen durch den Wald des Plattmacherhölzli weiterhin bergab. Wir mussten dort noch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da dort die Holzschlagarbeiten den ursprünglichen Weg versperrten. Oberhalb der Ortschaft Kaltenbach traten wir dann seit langem wieder aus dem Wald heraus und vor uns öffnete sich die Talebene des Hochrheins. Wir zogen am Tobelbach entlang und wanderten durch die weiten Felder von Wiesental zum Chlingeriet. Wir unterquerten dort die Bahnlinie und folgten nun dem Strässchen, welches uns zu den ersten Häusern von Wagenhausen brachte. Nachdem wir die Hauptstrasse überquert hatten, wanderten wir hinab zur ehemaligen Benediktinerprobstei am Rheinufer. Die ehemalige Klosterkirche wurde um 1085 erbaut und wurde seitdem kaum verändert. Damit gehört sie zu den wenigen original erhaltenen romanischen Kirchen der Ostschweiz. Wir folgten erst direkt dem Ufer des Rheins, bevor wir uns wieder von diesem etwas entfernten, um zur Rheinbrücke zu gelangen. Wir wechselten über die Brücke die Uferseite des Rheins und erreichten so das äusserst sehenswerte Altstädtchen. Die weihnachtliche Veranstaltung „Märli-Stadt Rotkäppchen“, hatte noch seine Tore geöffnet und lud uns zum Verweilen ein, bevor wir über die Brücke zurück zum Bahnhof gingen. Schöne Wanderung mit 15 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Wanderzeit. Insgesamt 280 Höhenmeter aufwärts.

Bildergalerie