26. Dez, 2021

Schlattingen - Stammerberg - Stein am Rhein

Eine Wanderung durch drei Kantone hatten wir uns für den Stephanstag zusammengestellt und sind dazu in den nördlichsten Teil des Kanton Thurgau gereist. Eingebettet zwischen Stammheimertal dem Rhein und ausgedehnten Wälder befindet sich die Gemeinde Basadingen-Schlattingen, wo unsere Tour losgehen soll. Wir verliessen dazu die Bahnstation Schlattingen auf deren Südseite und wanderten der Strasse nach durch den Ort hinaus. Kurz nach dem Geisslibach zweigten wir von der Dorfstrasse weg und folgten nun dem Bachlauf. Das Teersträsschen ging auch schon gleich in Naturbelag über und wanderten auf diesem breiten Wege den Windungen des Geisslibachs nach. Wir passierten so die weiten Gemüsefelder im Stammheimertal und kamen auf die Furtmühle zu. Hier überquerten wir den Bachlauf und auch so die Kantonsgrenze zu Zürich. Wir fassten nun auch wieder Hartbelag unter unsere Wanderschuhe und folgten der Strasse durch die grossen Ackerbaugebiete hinaus. Eine Unterführung brachte uns sicher unter der befahrenen Kantonsstrasse hindurch und erreichten schon bald die ersten Häuser der Ortschaft von Unterstammheim. Die Markierungen lotsten uns in den Ortskern mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern hinein. Das Girsbergerhaus aus dem Jahre 1420 gilt gar als das älteste Fachwerkhaus der Schweiz. Wir zweigten vom Unterdorf in die Oberdorfstrasse ein und konnten so mit dem heutigen Anstieg des Tages beginnen. Vor uns lag die bewaldete Kuppe des Stammerberges, welche es zu überschreiten galt. An der stattlichen reformierten Kirche vorbei schlängelte sich die Strasse durch die Weinbaugebiete immer weiter in die Höhe. Schöne Ausblicke auf das etwas nebelverhangene Stammertal eröffneten sich uns, bevor wir dann in den Wald abtauchten. Das Forststrässchen brachte uns weiterhin durch den Wald hinauf. Wir passierten die ehemalige Burgstelle auf dem Stammheimerberg. Die Burg war nur noch bis ins 13. Jahrhundert bewohnt und ausser einem Burghügel lässt sich dort nichts mehr von den historischen Gemäuern erahnen. Wir erreichten langsam, aber sicher die Anhöhe auf dem Stammerberg und konnten so auch den Aussichtsturm Vorderhütten erblicken. Eine Besteigung liessen wir aber auf den 12.5 Meter hohen Turm bleiben, da wir ausser eine weisse Nebelwand nichts gesehen hätten. Der 1972 aus Holz erstellte Turm würde uns sonst eine schöne Aussicht auf das Stammertal ermöglichen. Bei guter Sicht könnte man gar den ganzen Alpenkranz vom Säntis bis zum Berner Oberland erblicken. Das Strässchen führte uns dann weiterhin durch den bewaldeten Bergrücken hinaus. Schon bald wechselten wir wieder in Kanton Thurgau zurück und unser Weg senkte sich dann auch wieder etwas ab. Ein Wegweiser dirigierte uns nach einiger Zeit vom Strässchen weg auf einen Wanderpfad ein, der uns ziemlich direkt hinab zu einem weitern Waldsträsschen führen würde. Da dieser aber extrem rutschig und dadurch sehr unwegsam war entschieden wir uns weiterhin einen Umweg über die Forststrasse zu unternehmen. weiterer Wanderweg brachten uns dann schliesslich zum Waldheim hinab und tauchten dort auch wieder aus dem Wald heraus. Vor uns lag schon bald die Talebene des Hochrheins und stiegen auf dem Teersträsschen zum Gemeindewiesli ab. Eine Brücke brachte uns über die breite Hauptrasse hinweg und wanderten durch die weiten Felder von Wiesental zum Chlingeriet. Wir unterquerten dort die Bahnlinie und folgten nun dem Strässchen, welches uns zu den ersten Häusern von Wagenhausen brachte. Nachdem wir die Hauptstrasse überquert hatten, wanderten wir hinab zur ehemaligen Benediktinerprobstei am Rheinufer. Die ehemalige Klosterkirche wurde um 1085 erbaut und wurde seitdem kaum verändert. Damit gehört sie zu den wenigen original erhaltenen romanischen Kirchen der Ostschweiz. Wir folgten erst direkt dem Ufer des Rheins, bevor wir uns wieder von diesem etwas entfernten, um zur Rheinbrücke zu gelangen. Wir wechselten über die Brücke die Uferseite des Rheins und erreichten so das äusserst sehenswerte Altstädtchen. Die Märlistadt Stein am Rhein hatte ihre Pforten noch immer geöffnet und liess uns wiederhol Feen und Elfenwelt von Faba und Nox eintauchen. Wir waren hier ja vor 3 Wochen hier schon einmal, konnten es aber wegen der grossen Menschmassen nicht so richtig geniessen und wagten somit eine zweiten Versuch. Mehrere Marktstände boten ihre Waren und Speisen feil und konnten uns so noch mit der einen oder anderen Leckerei verköstigen. Danach kehrten wir wieder ans andere Rheinufer zurück und wanderten zum Bahnhof hin, wo unsere Wanderung ihr Ende fand. Schöne Wanderung mit 15 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 200 Höhenmeter aufwärts. 

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