30. Jan, 2022

Niederhasli - Chatzensee - Affoltern

Vor den Toren der Grossstadt Zürich formte sich beim Rückzug des Lithgletschers vor 20‘000 Jahren eine Moorlandschaft mit zahlreichen Seen und Weihern. Dies bewog uns heute zu einer Wanderung durch diese einzigartige Riedlandschaft. Unser Ausgangspunkt der Tour stellte sich Niederhasli im Bezirk Dielsdorf dar uns so reisten wir mit dem Zug auch dorthin. Wir verliessen auf der Nordseite den Bahnhof und wanderten vorerst auf unmarkierten Strassen von dannen. Wir unterquerten die Bahngeleise und folgten der Strasse in südliche Richtung.  Ein schmalerer Naturweg zweigte dann aber schon bald von der Strasse weg und führte uns ins idyllische Seeriet hinein. Wir wanderten durch das schöne Naturschutzgebiet hinaus und passierten zum Schluss den Mettmenhaslersee, welcher im Volksmund auch als Haslisee bezeichnet wird. Hier ist wohl immer Sommer viel mehr los, da die dortige Badi sicher sehr populär ist und hier viele das kühle Nass suchen. Heute konnten wir aber die Stille in dieser Idylle ganz für uns geniessen. Wir erreichten am oberen Seeende dann wieder die Strasse und wanderten an den letzten Häusern von Niederhasli vorbei. Mittlerweile hatten wir auch wieder markiertes Wandergebiet vorgefunden und konnten uns von nun an wieder dirigieren lassen. Das Teersträsschen ging nun auch auf Naturbelag über und wir folgten dem breiten Wege am Haslibach entlang. Schnurgerade führte uns dieses Strässchen durch die weiten Feldgebiete hinaus und wir gelangten so auf die Ortschaft Oberhasli zu. Wir querten das Dorfgebiet und stiegen dann etwa bergauf und überquerten dann ein ganz besonderes Geleise. Diese Bahnanlage der Schweizerischen Nordbahn (SNB), besser bekannt und berühmt als die Spanisch-Brötli-Bahn, gilt als erste Bahnlinie auf Schweizer Boden und wurde 1847 eröffnet. Mit „halsbrecherischen“ 30 Km/h fuhr diese Bahn anno dazumal durch das Limmattal. Diese transportierte dabei aber nicht nur die Badener Blätterteigspezialität „Spanisch Brötli“, welche wohl zum Namen der Bahn beitrug, von Zürich nach Baden. Die Wegführung brachte uns weiterhin durch Felder hindurch und gelangten auf den Waldrand zu. Immer wieder konnten wir die grossen Silbervögel über uns beobachten, da wir uns direkt in der Abflugschneise des Flughafen Zürich-Kloten befanden. Wir traten dann auch in das Waldgebiet ein und wanderten auf dem Forststrässchen über eine Erhebung im Michelholz und dann hinab ins Furttal. Der Wald im Erlenhözlli lichtete sich und wir konnten bereits die beiden Chatzenseen in der nahen Ferne erblicken. Die Strasse führte uns aber vorerst zum Weiler Chatzenrüti hin, wo der stattliche Chatzenrütihof steht. Hier soll sich gar Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1775 und 1779 aufgehalten haben, um dort den „philosophischen“ Bauern Jakob Gujer einen Besuch abzustatten. Die Wegweisung lotste uns nun zum Oberen Chatzensee, wo unsere Wanderschuhe wieder natürlichen Untergrund spüren konnten. Eingebettet in ein wunderbares Naturschutzgebiet befinden sich der untere und Obere Chatzensee im oberen Furttal. Auch der etwas abseits gelegene kleine Büsisee wird zu dieser Seelandschaft gezählt. Die beiden Chatzenseen werden durch eine schmalen Waldgürtelgetrennt, sind aber durch einen Seekanal miteinander verbunden. Wir folgten so dem Ufer durch diese reizvolle und idyllische Weiher- und Riedlandschaft hinaus und erreichten nach einem Waldstück dann auch den Unteren Chatzensee, mit seiner Badeanlge und dem Restaurant Waldhaus. Nach dem Chatzenseehof verliessen wir das Naturschutzgebiet dann aber auch wieder und zogen an der Burgruine Alt-Regensberg vorüber. Eine kleine Umleitung lotste uns auf den Fuss Hönggerberg zu und stiegen dort auf der Strasse wiederum in die Höhe. Der Wegweiser lotste uns im Wald dann wieder von der Strasse weg und gelangten so hinauf auf den Hönggerberg, welcher zugleich auch den höchsten Punkt der Wanderung markierte. Das Waldsträsschen führte uns durch das ausgedehnte Waldgebiet, bis oberhalb der Friedhofanlage wieder aus diesem heraustraten. Vor uns eröffnete sich uns nun der Blick über das Zürcher Stadtgebiet und wanderten auf die aussichtsreiche Anhöhe von Chappenbühl zu. Am dortigen Findlingsgarten gabelte sich unser Weg nun wieder in den Wald hinein. Erst auf einem Waldsträsschen, dann später auf schönem Waldweg wanderten wir nun durch das stimmungsvolle Holderbachtobel hinab. Das Wanderweglein mündete dann in Oberaffoltern in die Strasse ein, welcher wir nun bis zum Bahnhof in Affoltern hin folgen konnten. Dort endete dann auch unsere Tour und reisten wieder zurück Richtung Heimat. Schöne Wanderung mit 15.5 Kilometern in 4 Stunden Gehzeit. Insgesamt 180 Höhenmeter aufwärts. 

Bildergalerie