14. Feb, 2021

Oberneunforn - Kartause Ittingen - Frauenfeld (Thurgauer Rebenweg)

Auch wenn der Wetterbericht uns eisige Temperaturen vorausgesagt hatte, liess uns das dennoch nicht abbringen unsere Wanderschuhe zu schüren und zum dritten Mal in Folge in Kanton Thurgau zu reisen. Wir haten uns dazu den Thurgauer Rebenweg ausgesucht und freuten uns im Vorfeld schon darauf, diese aussichtsreiche Wanderung bei schönstem Sonnenschein laufen zu können. Wir begaben uns mit Zug und Bus an unseren Ausgangspunkt in Oberneunforn, wo wir in der Dorfmitte unsere Tour nun starten konnten. Die Wegweisung dirigierte uns durch das Dorf mit seinen schönen Riegelbauten hindurch und folgten dann der südwärts führenden Strasse leicht bergan. Das Strässchen ging in einen Feldweg über und wir erreichten schon bald die Weinberge, welche am Iselisberg entlangführen. Der Wirtschaftsweg machte hier ein Bogen gegen Südosten und wanderten so oberhalb der Weinberge auf die Ortschaft Niederneunforn zu. Kurzeitig fassten wir oberhalb des Dorfes geteerte Strasse unter unsere Füsse, bevor uns dann beim Rebberg Brünler wieder Naturbelag erwartete. Auf diesem Strässchen wanderten wir nun oberhalb der Weingüter entlang, wo sich wiederum unzähliger Rebstock an Rebstock reihte. Wir folgten so dem Weg, der uns in den Wald des Forhölzli hineinbrachte. Ein kurze, etwas steilere Passage durch den Wald brachte uns hinauf auf den Sonnenberg, wo der Weg dann wieder kurzzeitig abflachte. Denn schon bald beförderte uns der Feldweg wieder in die Höhe und erreichten mit dem Schafferetsbuck dann den höchsten Punkt unserer Wanderung. Der Ausblick auf das Thurtal und die fernen Alpen wurden dort noch grossartiger, wie dieser ohnehin bereits schon war. Ein genial konzipierter Alpenzeiger könnte dort bei optimaler Fernsicht weit über 100 Gipfel zwischen Säntis und Eiger identifizieren lassen. Der Thurgauer Rebenweg führte uns dann wieder von diesem Aussichtspunkt weg und wanderten leicht bergab auf die Rebhang der Ürschhuuser Trotte zu. Wieder mitten durch die Weingüter setzten wir unsere Wanderung hinfort, bevor diese dann unterhalb des Weilers Iselisberg endgültig hinter uns liessen. Wir wanderten am Hang entlang, fassten dann nochmals kurz Hartbelag unter unsere Füsse, bevor uns der Wanderweg in den Wald einleitete. Erst ziemlich eben, aber dann senkte sich unser Weglein hinab ins Iisetobel, wo wir wieder auf ein Forststrässchen trafen. Wir folgten diesem nun durch den winterlichen Wald hinaus. Der Wald lichtete sich dann aber schon bald und wir traten aus diesem heraus. Vor uns lag nun die eindrückliche Kartause Ittingen. Im Jahre 1848 wurde im Kanton Thurgau die Klöster aufgehoben, was auch das Ende der Kartäusergemeinschaft bedeutete. Diese Klosteranlage wurde aber von Staat, Wirtschaft und Bevölkerung aufrechterhalten und ist heute nebst Hotel ein Kultur- und Tageszentrum. Ein kleiner Take-Away im Klostergelände lud uns zu einer kleiner Pause ein und wir konnten uns mit einer feinen Suppe wieder etwas aufwärmen. Nach der verdienten Stärkung entfernten wir uns von der Kartause und wanderten hinab ins Thurtal. Über die Strassenbrücke wechselten wir die Uferseite der Thur, wo uns schon bald die Wegweisung zum Ufer des Flusslaufes Murg hinab lotste. Das eisige Kiessträsschen führte uns flussaufwärts durch den lichten Auenwald hindurch und trafen nach Unterquerung der Autobahn auf den Murg Auen Park. Dieser wurde 2017 mit dem Schulthess Gartenpreis zu seiner Renaturierung vom Militärareal zum Stadtpark gewürdigt.  Wir durchquerten diese Erholungsoase mitten in der Stadt Frauenfelds und verliessen diesen nach geraumer Zeit auf deren Südseite wieder. Wir wechselten das Murg-Ufer über eine weitere Strassenbrücke und liessen uns dann von den Markierungen zum Bahnhof dirigieren. Hier endete unsere Wanderung und konnten uns auf unsere Heimreise begeben. Schöne Wanderung mit 14.5 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 230 Höhenmeter aufwärts.

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