Wanderungen im Kanton Waadt

29. Aug, 2021

„Bonjour les Welsch“ – Das unbeständige Wetter in der Deutschschweiz veranlasste uns heute kurzfristig eine Wanderung in einem wettersicheren Teil der Schweiz zu suchen. Die Westschweiz bot uns dieses zu unserem heutigen Wandertag bestens  an und machten uns so auf die weite Reise dorthin. Wir hatten uns dazu den Wanderweg „Terrasses de Lavaux (Nr. 113)“ ausgesucht, auf welchem wir zwar bereits im April 2017 unsere Wanderfüsse bewegt hatten. Diesmal wollten wir aber die etwas kürzere Originalstrecke erwandern, welche somit auch besser in unser Zeitmanagement passte. Mit der Bahn erreichten wir dann die Bahnstation St-Saphorin direkt am Genfersee, wo unser heutiges Vorhaben dann auch starten konnte. Die Markierungen lotsten uns hinein in die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Dorfkerns und seinen charakteristischen Winzerhäusern aus dem 16. Bis 19. Jahrhundert. Wir zogen am gemauerten Kirchturm der Kirche St-Saphorin vorbei, welche bis heute zu dem beliebten Sujet auf zahlreichen Weinetiketten zählt. Dieses Gotteshaus wurde als erste katholische Kirche von Lavaux um 590 auf den Ruinen einer römischen Villa errichtet und erhielt ihre heutige Form im Jahre 1536. Während der Berner Invasion wurde diese zu einem protestantischen Heiligtum, wo auch heute noch protestantischer Gottesdienst stattfindet. Die Strasse führte uns nun aber hinauf zu den Weinterrassen des Lavaux, welche seit 2007 zum Welterbe der UNESCO angehören. Das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz erstreckt sich über 805 Hektaren, auf denen seit dem 12. Jahrhundert steile Terrassen angelegt worden sind. Der „Chasselas“ zählt hier zu den am meisten angebauten Rebsorten. Mit ersten herrlichen Ausblicken über den Genfersee und die umliegenden Alpen zogen wir auf dem geteerten Winzersträsschen durch die Rebberge in westliche Richtung hinweg. Der mit der Nummer 113 bestens ausgeschilderte Weg führte uns am heutigen Tag auch immer wieder an diversen Informationsschildern vorbei, welche uns in die Geheimnisse der Weinrebe und des Weins einführen soll. Wir hatten mittlerweile das Winzerdörfchen Rivaz erreicht und durchquerten die schmucken Gassen des Ortes. Eine Brücke führte uns über den Bachlauf Le Forestay hinüber und blickten auf das endlose Weinbaugebiete hinweg. Nach einem kurzen Anstieg zu einem wunderbaren Panorama-Aussichtspunkt senkte sich unser Weg wieder und wanderten den steilen Terrassen entlang auf das Weingut Dèzaley zu. Die Strasse führte uns recht aussichtsreich ins berühmte Weinbaugebiet des Espesses hinein. Ein gepflästertes Wanderweglein führte uns durch die Weinberge hinab zu einem weiteren Winzersträsschen und wanderten auf diesem bis zu einer Verzweigung, welche nun auch der Beginn unseres heutigen längeren Anstieges  markierte. Das Strässchen führte uns nun ziemlich steil bergauf in das malerische Dorf Riex. Wir durchquerten diesen Ort und stiegen durch ein Tälchen weiter kräftig bergauf. Wir gewannen so natürlich auch immer mehr an Höhe und die Aussicht weitete sich dadurch auch wieder. Ein finaler Anstieg auf dem Wanderpfad durch die Weinberge brachte uns dann hinauf in den beschaulichen Ort Chenaux, welcher dann auch den höchsten Punkt des Tages markierte. Wieder Hartbelag unter unseren Füssen wanderten wir nun leicht bergab. Immer wieder liessen wir kleine oder grössere Winzerhäuschen hinter uns und streiften das nächste Weindorf Grandvaux. Der Wanderweg schlängelte sich weiterhin der aussichtsreichen Weinterrassen des Lavaux entlang bis ins Tälchen La Châtelard. Der Weg senkt sich nun ab und wir erreichten wohl das letzte Highlight auf unserer Tour. Das Château de la tour Bertholod mit seinem ovalen Turm aus dem 13. Jahrhundert, thront wundervoll inmitten der schönen Weinberge oberhalb des Genfersees. Nur noch wenige Meter trennten uns von der Bahnstation Lutry, welche wir der Strasse nach erreichten und unsere Wanderung dort beenden konnten. Wunderschöne Wanderung mit 11.5 Kilometer in 3 Stunden Gehzeit. Insgesamt 260 Höhenmeter aufwärts.

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14. Apr, 2019

Unsere Reise führte uns nach längerer Zeit wieder einmal an den Genfersee, um dort die heutige Wanderung unter die Füsse nehmen zu können. Mit dem Zug ging es also quer durch die Schweiz nach Lausanne, wo wir dann schliesslich mit der Métro hinunter ans Seeufer gelangten. Das Quartier Ouchy mit seinem Hafen markierte dann auch unseren Startpunkt der Wanderung. Am äusserst schmucken Château d’Ouchy, welches seinen Ursprung aus dem 12. Jahrhundert hat und heute als schickes Hotel fungiert, zogen wir dann los. Wir erreichten so die prachtvolle Uferpromenade und wanderten am Place de la Navigation vorbei. Nach der grossen Werft kamen wir schon bald in naturnahes Gebiet und wanderten an den schönen Badebuchten entlang. Nach dem Yachthafen von dem Port de Lausanne, konnten wir etwas abseits der unzähligen Sportanlagen entlang zum Parkgelände des Internationalen Olympischen Komitees wandern. Der immer breite und flache Uferweg brachte uns kurz danach in den schönen Parc de Bourget im äusserten westlichen Rand von Lausanne. Als Besonderheit des Parks wird hier der einzige Naturstrand des Genfersees des Stadtgebiets Lausanne hervorgehoben. Wir verliessen das Parkgelände schon bald wieder und wechselten über eine kleine Brücke den Flusslauf La Chamberonne. Wir folgten nun einem Natursträsschen und erreichten die ersten Häuser und den Petit Port von St. Sulpice. Ein kurzes Stück der Strasse folgend, und wir zweigten beim Pac des Pierrets wieder in ein naturbelasseneres Weglein ein. Direkt am Ufer wanderten wir nun weiter westwärts, bevor uns kurz nach dem kleinen Parc de Pelican, der Weg wieder zu einer breiteren Strasse hinführte. Der Avenue du Lémain folgten wir nun für längerem Zeitraum und erreichten so die sehenswerte Kirche von Saint Sulpice. Von der ehemaligen Prioratskirche Saint-Sulpice ist noch immer das romanische Querschiff mit seinem charakteristischen burgundischen Vierungsturm aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Wir zweigten kurz nach dem Kirchlein wieder auf ein schmaleren Wegabschnitt, welcher uns nun am Seeufer weiterführte. Nach dem Strand von Saint Stulpice überquerten wir das Flüsschen La Venoge und sollten eigentlich nun unsere Wanderfüsse wieder auf Hartbelag bewegen. Ein schöner langer Sandstrand verleitete uns aber, auf diesem bis ans Ortsende von Préverenges zu wandern. Nachdem wir den Parc de Vertou gequert hatten, stiessen wir auf die breite Uferpromenade von Morges. Wir wanderten auf dieser zum südwestlichen Teil der Altstadt, wo sich das sehenswerte Château de Morges befand. Das mächtige Schloss aus dem 13. Jahrhundert, ist ein regelmässig viereckiger Bau mit drei kleinen runden Ecktürmen und einem grossen runden Nordturm. Direkt daneben befand sich dann auch der Parc de l’Indépendance, welcher eigentlich auch unser heutiger Grund für unsere Wanderung darstellte. Jedes Jahr im April und Mai findet dort nämlich das sogenannte Tulpenfest statt. An rund sechs Wochen sorgen dort über 120‘000 Tulpen für ein unendliches Blumenmeer, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Nachdem wir den Park durchstrebt und uns an der Blütenpracht erfreut hatten, zogen wir in Richtung Altstadt weiter. Wir wanderten durch das historische und schmucke Städtchen hindurch und erreichten mit dem Bahnhof unseren Endpunkt der Wanderung. Einfache, aber schöne Tour mit 14.5 Kilometern in 3.5 Stunden Gehzeit. Keine Höhenunterschiede.

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27. Jan, 2019

Heute reisten wir in die Westschweiz, um dort eine einfache Wanderung in Angriff zu nehmen. Die Tour, welche wir uns dazu ausgesucht hatten, sollte uns vom mittelalterlichen Städtchen Murten in die Römerstadt Aventicum bzw. Avenches führen. Der Bahnhof im fribourgischen Murten diente uns als Startpunkt und wir folgten den Markierungen hinauf ins Altstädtchen. Durch das über 800 Jahre alte Städtchen, mit seiner begehbaren Ringmauer, zogen wir der Hauptgasse entlang. Nach dem nördlichen Stadttor, dem Murten Berntor, führte uns der Wanderweg hinunter zum Ufer des Murtensees mit seinem kleinen Hafen. Der Murtensee, welcher sich uns zu dieser Jahreszeit von seiner kühlen Seite zeigte, sollte nun für eine längere Zeit unser steter Begleiter sein. Wir wechselten kurze Zeit später vom Ufer zur Landstrasse, welcher wir in südöstlicher Richtung folgen konnten. Kurz nach dem Ortsteil Mevriez verliessen wir die breite Strasse und zweigten in einen kleineren Nebenweg ein, welcher uns zu den kleinen Seehäuschen brachte. Durch ein kleines Wäldchen hindurch wanderten wir auf einem Naturweg zum Bockmätteli, wo sich auf der gegenüberliegenden Seite des Bahntrassees, das Schlachtdenkmal befand. Der 18 Meter hohe Obelisk, gedenkt dabei an die Schlacht von Murten 1476, zwischen den Eidgenossen und dem burgundischen Herzogs Karl dem Kühnen. Wir wanderten am Waldrand weiter und zogen am Spitzacher und Dyfeld vorüber und überquerten kurz nach dem Seehof die Grenze zum Kanton Waadt. An einer Vielzahl von kleinen Wochenendhäusern am See wanderten wir, wechselweise auf Asphalt oder Kies zur Bahnstation der Ortschaft Faoug. Schon bald danach tauchten wir in den Wald von Les Vuaz hinein, durch welches uns die Strässchen zur kleinen Siedlung Le Chandon brachte. Dem Strässchen folgten wir nun dem grossen Campingplatz von Avenches Plage entlang. Wir querten den Bachlauf der L’Eau Noire und zweigten in südlicher Richtung ab. Ein kleines Stück der Strasse folgend, konnten wir bei Les Joncs in ein Wanderweglein einbiegen. Auf diesem schönen Pfad durften wir immer schön dem Bachlauf folgen und wanderten an idyllischen kleinen Weihern vorbei hinaus aufs offene Feld. Das Städtchen Avenches war nun schon in unser Blickfeld geraten, thronte es doch in leicht erhöhter Lage auf einem Hügel. Wir überquerten auf einem Brücklein die Autobahn und wanderten fortan auf asphaltiertem Untergrund weiter. Wir verliessen kurz vor dem Bahnhof den markierten Wanderweg und folgten der Route de Moulin und der Avenue Jomini etwas in die Höhe, um zum Amphitheater von Avenches zu gelangen. Die Überreste der glorreichen römischen Vergangenheit Aventicums, welche als Hauptstadt des römischen Helvetiens gehandelt wurde, ist bis jetzt eines der beeindruckendsten Zeugen der Geschichte. Das römische Amphitheater von Avenches stammt aus dem 2. Jh. n. Chr., deren Treppenaufgänge, Mauern und Haupteingänge immer noch in hervorragendem Zustand zu bewundern sind. Nach dem historischen Abstecher wanderten wir kurz durch das sehenswerte Altstädtchen, bevor wir der Strasse zum Bahnhof hinunter folgten. Dort beendeten wir unsere Tour und fuhren mit dem Zug wieder in Richtung Heimat. Schöne Wanderung mit 12.5 Kilometern in 3 Stunden Gehzeit. Insgesamt 50 Höhenmeter aufwärts.

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17. Apr, 2017

Durch die Weinterrassen im UNESCO-Welterbe Lavaux führen zahlreiche Wanderwege mit fantastischer Aussicht auf den Genfersee und die angrenzenden Alpengipfel. Dies veranlasste uns, die heutige Wanderung auf der «Terrasse de Lavaux» zu unternehmen und begaben uns dafür ins Fischerdörfchen Lutry. Von dessen Bahnstation aus folgten wir nun der Markierung in östlicher Richtung, wo sich der Weg im steten Auf und Ab durch die endlosen Weinberge schlängelte. Wir wanderten zunächst hinauf zum Château de Montagny und gelangten so ins Winzerdörfchen Aran. Oberhalb von Grandvaux zogen wir vorüber und stiegen dann hinunter ins malerische Dorf von Riex und gelangten unterhalb von Epesses auf ein Flachstück. Auf dem aussichtsreichen Strässchen wanderten wir an La Crochette vorbei, bevor es etwas nach Les Abbayes wieder in die Höhe ging. Vom Felsvorsprung aus konnten wir bereits das nächste Winzerdörfchen Rivaz und die weiten Buchten des Genfersees erblicken. Durch die Weingüter, zu denen auch der Gand Cru Dézaley gehört, streiften wir den Ortsrand des äusserst idyllisch gelegen Winzerdörfchen St. Saphorin und wanderten anschliessend erst ziemlich steil und dann mehr oder weniger eben durch die Rebberge von Charmigny. In Corseaux verliessen wir nun für heute erstmals die Weinberge von Lavaux und stiegen nun hinunter zur Hafenanlage von Vevey. Dem Ufer folgend wanderten wir zum Parc de l’Arabie und dem Canal La Veveyse entlang zum Bahnhof, welches dann auch der Endpunkt unserer Tour war. Wunderschöne Wanderung mit 16.5 Kilometern in 4 Stunden reiner Wanderzeit. Insgesamt 400 Höhenmeter aufwärts.

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21. Aug, 2016

Unsere Wanderung führte uns heute mal durch zwei Kantone in der Romandie. Gestartet hierzu sind wir im mittelalterlichen Dorfkern von Môtiers, welches sich im Val de Travers des Kantons Neuenburgs befindet. Wir folgten der Strasse zum Waldrand zum Flüsschen Le Bied, welches nun eine Zeitlang unser Begleiter war. Unser Weg führte uns nun durch die faszinierende und wilde Poëta Raisse Schlucht. Über Treppen und Holzstege wanderten wir an bizarren Felsformationen vorbei und gelangten durch diese wunderschöne und spannende Waldschlucht stetig hinauf. Nach der Schlucht öffnete sich nun ein kleines Tälchen und überquerten somit die Grenze zum Kanton Waadt. An der Alp La Vaux vorbei, gelangten wir durch den Wald auf die Anhöhe von Les Cernets Dessus. Die Aussicht wurde nun immer weiter und wir wanderten erst über Weideland und später auf einem schönen Panoramaweg hoch zum Gipfel des Le Chasseron auf 1606 Metern Höhe. Der grandiose Ausblick auf einem der höchsten Punkt der Jurakette lud uns zum Verweilen ein und stärkten uns schliesslich noch ein wenig für unser Weiterweg. Nach der wohlverdienten Rast folgten wir der Gratkante über den Petit Roches auf recht unwegsamen Gelände nach Les Avattes, wo wir dann auf einem Feldweg und in einem weiten Bogen um den Le Cochet hinunter nach Les Praises wanderten. Über einen etwas steilen Asphaltweg ging es nun zügig hinunter und wir erreichten den Ortsrand von Ste-Croix, welche als die „Welthauptstadt der Musikdosen“ gilt. Der Strasse entlang folgten wir dann den Markierungen zum Bahnhof, wo dann auch Endpunkt der Wanderung unserer war. Wunderschöne und abwechslungsreiche Wanderung mit knapp 18 Kilometern Länge in 5 Stunden und 15 Minuten reiner Wanderzeit. Insgesamt 950 Höhenmeter aufwärts.

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