10. Feb, 2019

Mellingen - Bremgarten (Argauerweg)

Wie schon eine Woche davor reisten wir wiederum in den Kanton Aargau, um diesmal eine Etappe auf dem Aargauer-Weg (Nr. 42) zu wandern. Die Bahnstation Mellingen-Heitersberg diente uns als Startpunkt der Tour und so verliessen wir diesen dazu auf der Südseite. Wir folgten dem Strässchen um den Wald des Buechbergs herum und erreichten auf dem Höhenweg die ersten Häuser des Quartiers Chrüzliberg. Eine breite Strasse führte uns nun hinunter zum Ufer der Reuss, wo sich uns auf der gegenüberliegenden Seite, das kleine Altstädtchen von Mellingen präsentierte. Dieses Städtchen gehört zu den kleinsten der historischen Altstädte des Aargaus und wurde 1230 gegründet. Kurz nach der Fussgängerbrücke, welche vom Städtchen herüberführt, wechselten wir von Hartbelag auf ein Naturweg. Wir befanden uns direkt am Ufer der Reuss, welcher wir nun fortan flussaufwärts folgen konnten. Etwas nach dem Landwirtschaftsbetrieb Allmendli, stiegen wir im kleinen Wäldchen leicht in die Höhe, um die steile Rüsshalde umwandern zu können. Wieder in Ufernähe angelangt, wanderten wir an landwirtschaftliche Flächen, welche uns aber auch mit viel Uferwald begleitete, im leichten Auf und Ab entlang. Nach der Bachtole erblickten wir auf der andern Uferseite bereits das ehemalige Kloster Gnadenthal. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts lebten hier die Nonnen der Gemeinschaft des Zisterzienserordens bis hin zum Aargauer Klosterstreit im Jahr 1841 und später nochmals von 1843 bis 1876. Nach einer vorübergehenden Nutzung als Tabak- und Zigarrenfabrik, wird das Kloster seit 1894 als Pflegeanstalt genutzt und wurde seither immer wieder mit Gebäuden ergänzt und erweitert. Die Reuss windete sich nun in südliche Richtung und wir wanderten nach den Gewächshäusern bei Wildenau in den Wald hinein. Durch den ausgedehnten Wald führte uns der Weg nun wieder etwas oberhalb des Flusslaufes entlang. An einigen Picknickplätzen und Feuerstellen vorbei, verliessen wir bei der Unterweid den Wald wieder und konnten wieder direkt am Ufer weiterwandern. Wir passierten den Campingplatz Sulz und folgten dem Pfad durch den lauschigen Uferwald zu Fährstation Sulz. Hier könnte man sich an den Wochenenden in den Sommermonaten auf die andere Seite fahren lassen, von wo sich ebenfalls ein schöner Uferweg nach Bremgarten führen würde. Wir folgten dem Wiesenweglein auf dem Reussdamm und erreichten nach dem Rohrhof die Felder der Unteri Grossmatt. Ab hier machte die Reuss eine enge Schlangenlinie, welcher wir der Uferlinie folgen konnten. In zwei grossen Bögen umwanderten wir also diese schöne Schlaufe und gelangten so zur Meiebergsmatt. Die Ortschaft Eggenwil lag dabei etwas abseits zu unserer Rechten und wir folgten weiterhin direkt dem Uferlauf durch das landwirtschaftliche Gebiet. Wir unterquerten die schon bald eine Strassenbrücke und unser Weg wurde zunehmend breiter. Unterhalb des Quartier Bibenlos machten wir unsere letzte Schlaufe an der Reuss und zweigten kurz nach der Fussgängerbrücke vom Ufer ab. Der Weg führte uns direkt zum Hermannsturm aus dem 15. Jahrhundert, welcher mit seinen 32 Meter Gesamthöhe und seinem steilen Kegeldach ein wahrer Hingucker ist.  Wir machten eine Spitzkehre und stiegen über die Treppenstufen hinauf in die äusserst sehenswerte Altstadt von Bremgarten. Die Markierungen lotsten uns schliesslich noch zum Bahnhof wo unsere Tour auf dem Aargauerweg ihr Ende fand. Schöne Flusswanderung mit 16 Kilometer in 4 Stunden und 15 Minuten Wanderzeit. Insgesamt 110 Höhenmeter aufwärts