17. Mrz, 2019

Stormarnweg 1: Reinbek - Grossensee

Der Stormarnweg ist ein rund 110 Kilometer langer Fernwanderweg, welcher in 6 Etappen von der Stadt Reinbeck durch die stormarnische Schweiz in die Hansestadt Lübeck führt. Dieser Weg wurde anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Kreissparkasse Stormarn in Zusammenarbeit dem Wanderverband Norddeutschland und den Wanderfreunden Stormarn projektiert und 1988 der Öffentlichkeit übergeben. Der Weg bringt die Wanderer an vielen Sehenswürdigkeiten des Kreises vorbei und ist durgehend mit gelben Richtungspfeilen mit einem roten Rand markiert. 

 Wir stellten uns also diesem Unterfangen und reisten mit dem Nachtzug nach Hamburg, wo es nur noch ein Katzensprung mit der S-Bahn zu unserem Ausgangspunkt in Reinbek war. Wir schulterten unsere Rucksäcke und zogen im stürmischen Regen am Schloss Reinbek vorbei. Das sehenswerte Schloss wurde von 1572 – 1576 von Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf im Stil der niederländischen Renaissance als repräsentativer Bau in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hansestädten Hamburg, Lübeck und Lüneburg erbaut. Wir wanderten am Ufer des zugehörigen Mühleteich entlang und folgten so den Markierungszeichen des Stormarnweges. Vorbei an den Villen von Wentdorf zweigten wir schon bald in den Wohltorfer Kirchenstieg ein,welcher uns auf schönem Wege durch den Forst Grübben führte. Wir überquerten über die Bauernbrücke das kleine Flüsschen Bille und erreichten so ein Quartiersträsschen. Nach der Unterquerung der Bahnlinie, tauchten wir in den Wald des Staatsforst Trittau ein und folgten dem Forststrässchen in nordöstlicher Richtung. Wir wanderten an einer kleinen Schutzhütte vorbei und erreichten bei einem Findling, die Route des Europäischen Fernwanderweges E1, welcher nun für heute mit unserem Weg verlief. Wir streiften nach dem Waldaustritt das nördliche Stadtquartier von Reinbeck und wanderten zum Reitstall Gut Silk. Nachdem wir die Sachsenwaldstrasse überquert hatten, folgten wir einem Hohlweg in östlicher Richtung und betraten so schon bald wieder ein Waldstück. Der breite Waldweg führte uns an einem bronzezeitlichen Hügelgrab vorüber, bevor uns der Wegverlauf zwischen den Feldern und Weideland zum Betriebsgelände der Bismarckquelle brachte. Nach der Stauwehr der Bismarckmühle am Mühlenteich erreichten wir den Sachsenwald. Dieser ist mit seinen 70 Quadratkilometern das grösste geschlossenen Waldgebiet Schleswig-Holsteins und befindet sich im Privatbesitz der Familie Bismarck. Die Markierungen brachten uns auf äusserst matschigen Wege durch das Fahrenhorst und erreichten beim Alten Hau ein vorgeschichtliches Steingrab. Schon bald konnten wir durch das schöne Naturschutzgebiet in Ufernähe der Bille wandern und unterschritten schliesslich die Autobahn. Ein kleiner Steg brachte uns über die Bille und wir stiegen nun auf zur Ortschaft Witzhave auf. Am Kulturzentrum der Kapelle Witzhave vorbei verliessen wir die Ortschaft wieder und wanderten durch die Felder in die Nähe des Heinrichhofes. Wir zweigten dort ins idyllische Corbektal mit seinem aufstauten Weiher ab und gelangten so in das kleine Ortschäftchen Rausdorf. Nach der Rausdorfer Mühle, welches übrigens der Wohnsitz des Survival Experte Rüdiger Nehberg ist, wanderten wir aus dem Ort hinaus und tauchten hinein in den Wald der Grander Tannen. Das Strässchen ging schon bald wieder in ein Naturweg über, welchem wir wiederholt durch sehr nasses und matschiges Gebiet durch den Forst folgen konnten. Bei den Häusern von Heidbarg erreichten wir wieder festen Untergrund und wanderten über den kleinen Bachlauf der Kranbergbek. Nach der Kläranlage zweigten wir auf den Petersweg ein, der uns zum Ortseingang von Grossensee brachte. Wir folgten nun der Landstrasse, am Ehrenmal für die Opfer aller Kriege und Gewalt vorbei, um zur Bushaltestelle an der Hamburgerstrasse zu gelangen. Hier beendeten wir die erste Etappe des Stormarnwegs und fuhren mit dem Bus nach Lütjensee, um in der Fischerklause am See unser Nachtlager aufzuschlagen. Tolle Auftaktwanderung mit 21.5 Kilometer in 6 Stunden Gehzeit. Insgesamt 55 HöHenmeter aufwärt.