Fernwanderung auf dem Harzer Hexenstieg

8. Jun, 2019

Heute stand mit der 6. Etappe auf dem Harzer Hexenstieg bereits auch schon deren Letzte auf unserem Tagesprogramm. Nach der erholsamen Nacht und dem stärkenden Frühstück machten wir uns wieder auf und verliessen das Hotel Weisses Ross. Wir liefen die Strasse St. Ritter etwas zurück, um über die Bodebrücke wieder auf unseren Wanderweg zu gelangen. Unser Weg stieg nun etwas leicht an und wir entfernten uns bei den Sport- und Freizeitanlagen vom Fluss. Bei der Wandertreff Informationstafel schlugen wir in südliche Richtung ein und folgten dem Strässchen zum Bergschwimmbad Altenbrak hinauf. Kurz vor diesem zweigten wir in ein Natursträsschen ein, welches uns nun durch die schönen saftigen Wiesen zum Weiler Rolandseck brachte. Der Weg senkte sich nun wieder leicht bergab und wir näherten uns langsam, aber sicher wieder dem Flüsschen Bode. Wir wanderten am Hochufer des Flusses entlang und wurden dabei zu unserer Rechten oftmals von steilen Felswänden flankiert. Bei der Falkenklippe drehte sich unser Weg um 180 Grad und kürzten so die grosse Bodewindung um den Mittelkopf ab. Hier befand sich auch wieder mal eine Hexenstieg-Station, wo wir uns von den stählernen Bilderrahmen vor dem Felsgestein inspirieren lassen konnten. Der Weg an der Bode führte uns in einem Bogen zum schmucken und sehenswerten Hotel Bodeblick in Ortschäftchen Treseburg hin. Das beschauliche Dorf am Zusammenfluss der Luppbode und Bode zählt mit seinen etwa nur 100 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden Sachsen-Anhalts. Kurz nach dem Hotel sollte uns gemäss Infos vom Tourismusverband wieder mal eine Umleitung erwarten, da aber nichts ausgewiesen war, schritten wir der Originalroute nach. Der wunderschöne Wanderweg direkt am Flüsschen entlang führte uns dennoch zu einem Hindernis, welches wir aber gefahrlos passieren konnten. Kurz danach endete der Wanderweg und dort war doch tatsächlich eine Absperrung und Umleitungshinweis. Wieso dies nur einseitig gemacht wurde, wird uns immer ein Rätsel bleiben. Wir betraten über eine Fussgängerbrücke das Naturschutzgebiet Bodetal, welches als das tiefste Felsental nördlich der Alpen gilt. Uns erwarte nun auch einer der abenteuerlichsten und wildesten Abschnitteauf unserer Tour und wanderten mit grosser Vorfreude hinein ins Bodetal. Wir wanderten auf den Schieferfelsen der Sonneklippe zu, um dort unseren 13. Stempel von der Stempelstelle 69 abzuholen. Der Weg wurde nun immer schmaler und führte uns auf felsigen Grund und teils von Steinstufen durchzogen durch die Klamm. Ein Felsvorsprung konnten wir mittels eines eisernen Steges umgehen und querten über ein einfaches Steinbrücklein den Dammbach. Wir standen vor dem Bodegang, welcher zum ältesten Gestein des Harzes zählt und folgten dem hier quer zum Weg verlaufenden Quarzporphyr. Die Felsen rückten immer enger zusammen und das Bodetal entwickelte sich immer mehr zur Schlucht. Ausgesetze Stellen waren ab nun vorsichtshalber mit einem Geländer gesichert. Der Weg stieg bald wieder an und wir erreichten den Aussichtspunkt „Langer Hals“, wo wir einen wunderbaren Blick auf die schroffen bis zu 200 Meter hohen Granitfelsen bestaunen konnten. Über gemauerte Stufen und einen Serpentinenweg wanderten wir dann wieder steil bergab. Unten erreichten wir den schäumenden und strudelnden Bodekessel und konnten dort gut die sogenannten Strudeltöpfe erkennen. Das Tal verengte sich mit beinah senkrecht stehenden Felsen und wir wechselten über die Teufelsbrücke auf die andere Seite der Klamm. Eine zum Teil aus dem Felsen ragende Galerie führte uns weiterhin an der Bode entlang und erreichten die Gaststätte Königsruhe im Hirschgrund. Dort konnten wir bei der Stempelstelle 178 schliesslich unseren 14. und letzten Stempel in unser Hexenstieg-Wanderheft drucken, bevor es nun auf breiterem Wege weiter talauswärts ging. Wir wanderten an der Talstation der Seilbahnen Thale vorbei und zogen über die Hubertus Brücke zum Friedenspark in der Stadt Thale hin. Schlussendlich ging es noch quer durch den Park und wir erreichten am den Schilderbaum gegenüber dem Bahnhof, welcher das Ende des Hexenstiegs markierte. Dort endet unsere 6-tägige wunderschöne Tour durch den Harz und wir holten uns die verdienten Wanderabzeichen im Tourist Information stolzenHauptes ab. Schöne Schlussetappe mit knapp 15 Kilometern in 4.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 160 Höhenmeter aufwärts. 

7. Jun, 2019

Mit der 5. Etappe auf dem Harzer Hexenstieg erwartete uns zugleich auch die längste auf unserer Tour durch den Harz. Wir machten uns deshalb nach dem Frühstück zügig los und verliessen die kleine Pension „Am Felsen“ wieder. Die Strasse führte uns nun etwas hinab zu dem Flusslauf der Kalten Bode, welche wir überquerten und dann dem Fusspfad der Landstrasse entlang folgten. Wir tauchten in den Wald hinein und querten über eine Brücke des Forstweges den Lauf der Warmen Bode. Wir standen nun beim Rastplatz unterhalb der Burgruine Königstein, wo sich der Hexenstieg wahlweise zur Süd- oder Nordvariante gabelte. Wir suchten uns für das heutige Weiterkommen die Nord- und somit auch die Hauptroute des Hexenstiegs aus. Bevor wir jedoch diese in Angriff nahmen, stiegen wir noch über die steilen Kehren hoch zur Ruine des Bergfrieds der Königsburg. Die Anlage wurde 1312 erstmals urkundlich erwähnt und wurde zur Grenzsicherung von den Halberstädter Bischöfen errichtet. An den Mauerresten fanden wir dann auch die Stempelstelle 41 und wir drückten da den zehnten Abdruck in unser Heftchen. Wir stiegen nun wieder hinunter ins Tal und erreichten die Stelle, an der sich die Warme Bode und die etwa 2 Grad kühlere Kalte Bode zur Bode vereinigen. Auf dem breiten Wege folgten wir dem Flüsschen, welches sich nun immer mehr weitete und zu einem Stausee überging. Wir wanderten an diesem Stausee entlang und gelangten nach einiger Zeit zur Trogfurther Brücke, die ihre Funktion als Talsperre innehat. Direkt am Damm präsentierte sich uns dann die Stempelstelle 42 und drückten bereits sehr routiniert unseren elften Stempel ein. Unser Weg verlief nun rechts neben der Bode weiter, welche sich tief ins Tal eingeschnitten hat und sich für uns nur noch durch das starke Rauschen bemerkbar machte. Wir verliessen nach einer Felswand den breiten Weg und stiegen in einen schmaleren Pfad ein. Lichte Stellen gaben einen Blick auf die roten Dächer der Ortschaft Susenberg frei und wir folgten dem Weg bis zum Taleinschnitt des Tiefenbachs hin. Hier mussten wir die ursprüngliche Route des Hexenstiegs verlassen, da das Orkantief Friederike hier ganze Arbeit geleistet hatte und die Wege durchs Tiefenbachtal noch immer nicht passierbar waren. So folgten wir der ausgewiesenen Umleitung weiterhin dem Strässchen an der Bode entlang. Ein Weg führte uns zwischen den Häusern und den Hängen des Bielsteins zur breiten und asphaltierten Märtenstrasse, welcher wir fortan nun folgen konnten. Wir wanderten so den Windungen der Bode entlang und kamen unterhalb der Hohen Kleef und der Burgruine an den Hermannshöhlen vorbei. Diese Tropfsteinhöhle mit seiner grossen Kristallkammer und der „Achttausendjährigen Säule“ wurde 1866 entdeckt und könnte mit Führungen besichtigt werden. Wir zogen jedoch weiter und stiegen durch das Bergfeld Quartier hinunter zum Philosphenweg, welcher uns vorerst direkt an der Bode entlangführte. Wir wanderten durch das Ortschäftchen Kreuztal und zweigten kurz darauf in den schön angelegten Höhenweg ein, um die parallel verlaufende Kreisstrasse umgehen zu können. Beim Ortsanfang von Neuwerk trafen wir aber wieder auf die Strasse, überquerten das Flüsschen Bode und stiegen an der schönen Holzkirche vorbei etwas in die Höhe. Das Strässchen endete bald und ging nun in einen schmalen Pfad über, welcher uns kurz bergauf und danach wieder bergab ins Bodetal führte. Wir bewegten uns nun auf einem der romantischsten Abschnitte des Hexenstiegs, welcher uns hügelig und geschwungen durch das Bodetal führte. Der Wendefurther Stausee kam nun in unser Blickfeld und wanderten an diesem entlang, bevor uns der Weg recht steil in die Höhe führte. Über eine grosse Lichtung und leicht geschwungen oberhalb der Talsperre entlang, marschierten wir Richtung Wendefurther Berg. Der breite Fahrweg brachte uns dann wieder in Richtung Staumauer hinunter. Auf dem Weg dorthin stempelten wir noch unseren zwölften Abdruck aus Stempelkasten 62 in unser Büchlein und liefen danach über die 43.5 Meter hohe Staumauer nach Wendefurth. Nachdem wir die Bundestrasse gekreuzt hatten folgten wir dem befestigten Weg an südliche Ufer der Bode, welche sich mittlerweile zu einem breiten Fluss gemausert hatte.  Wir folgten nun ziemlich lange den Windungen des Flusses und verliessen bei der ersten Brücke, welche nach Altenbrak führte, den Hexenstieg, um in den Ort hineinzugelangen. Beim Hotel Weisses Ross endete dann unsere lange Etappe und konnten wieder Kraft für morgige letzte Tour tanken. Schöne Wanderung mit knapp 25 Kilometern in 6 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 200 Höhenmeter aufwärts.

6. Jun, 2019

Wir verliessen das höchst gelegene Hotel im Norden Deutschlands nach unserem Frühstück wieder, um die 4. Etappe des Harzer Hexenstiegs unter die Füsse zu nehmen. Bevor wir aber loswanderten holten wir uns noch rasch den sechsten Stempel für unser Sammelheftchen ab und begaben uns dazu zur Stempelstelle 9 beim Nationalpark-Brockenhaus. Danach begannen wir mit dem langen Abstieg vom Brocken und wanderten vorerst auf dem gleichen Abschnitt des Vortages hinab. Nach der sogenannten „Knochenbrecherkurve“ zweigten wir nicht mehr in den Goetheweg ein, sondern folgten der breiten und asphaltierten Strasse über die Bahngeleise geradeaus. Wir folgten nun ziemlich lange der Strasse um die Heinrichhöhe herum und stiegen bei der Schutzhütte Gelber Brink in den unbefestigten Glashüttenweg ein. Die Stempelstelle 22 kurz davor bot sich uns an, unseren siebten Abdruck mitzunehmen und folgten dem Hangweg weiter hinunter. Der breite und zum Teil recht grob geschotterte Weg brachte uns dabei durch ein riesig vom Borkenkäfer geschädigten Wald zur Abzweigung der Ahrensklint, welcher wir gerne einen Besuch abstatten wollten. Die Ahrensklint ist eine typische Granitklippe, welche wir über Stahlleitern erklimmen konnten und dabei einen wunderschönen Blick übers Elendstal werfen konnten. Wieder zurück auf dem Hexenstieg führte uns der Glashüttenweg um den Erdbeerkopf herum und zogen bei der Wegkreuzung Spinne gerade aus. Wir überquerten die Wormke und folgten dann ein kurzes Stück dem Wormkegraben, welcher zum ältesten künstlich angelegten Graben im ganzen Harz zählt. Der Granitfelsen Trudenstein war bald erreicht, welchen wir über eine Stahltreppe besteigen konnten und dabei einen wunderbaren Ausblick auf den Südharz geniessen konnten. Dort befand sich dann auch die Stempelstelle 13, wo wir unser Sammelheft dann mit unserem achten Abdruck erweitern konnten. Nachdem wir den Wormkegraben überquert hatten, zweigten wir in nördlicher Richtung vom Forststrässchen ab und wanderten in einem grossen Bogen zum Naturerlebniszentrum Hohnehof. Die dort beheimatete Rangerstation informierte uns ausführlich und freundlich über den Nationalpark und die Bergwildnis. Eine Rast im gemütlichen Café liessen wir uns natürlich nicht nehmen und liessen es uns ein wenig gut gehen. Wir machten uns nach der wohltuenden Pause wieder auf den Weg und folgen dem Forststrässchen in Richtung Süden. Nachdem wir den Zilierbach überquert hatten, erreichten wir kurze Zeit später die Häuser von Drei Annen Hohne, einem Ortsteil von Wenigerode. Wir überquerten die Geleise der Harzer Schmalspurbahn und konnten unmittelbar daneben sogar noch ein Teller der weltberühmten Kukkis-Erbsensuppe zu Leibe führen. Wir verliessen die einfache Raststation danach wieder und zweigten kurz nach dem Parkplatz in ein Forststrässchen ein, welches uns ins Hirschbachtal hineinführen soll. Am Gedenkstein für Oberst Gustav Petri, welcher in den letzten Kriegstagen 1945 mit seiner Befehlsverweigerung die Stadt Wenigerode vor seiner Zerstörung bewahrte, zogen wir vorbei und tauchten in den Wald hinein. Schon bald begleitete uns der Hirschbach, welcher sich dann weiter südlich mit dem Steinbach vereinigte. Am idyllischen Rastplatz im idyllischen Steinbachtal wanderten wir vorüber und traten geraume Zeit danach aus dem Wald heraus. Die Häuser bei Neue Hütte hatten wir erreicht und mussten nun an der Bundesstrasse entlangwandern. Wir zweigten aber schon bald wieder von dieser weg und erreichten sogleich den romantisch anmutenden Königshütter Wasserfall. Ein kleiner Pfad führte uns hinauf zum Scheitel des 15 Meter hohen Wasserfalls, wo sich dann auch die Stempelstelle Nummer 40 für unseren neunten Stempel befand. Nachdem wir unsere Seele bei diesem idyllischen Örtchen baumeln lassen konnten, begaben wir uns wieder hinunter zur Alten Brockenstrasse. Bei Rothehütte zweigten wir von dieser ab und wanderten auf dem Strässchen und dann dem schmalen Pfad unterhalb der Felsen des Klingenbergs entlang. Wir erreichten sogleich die Pension „Am Felsen“, wo unsere Etappe dann auch ihr Ende fand. Schöne Etappe mit 18 Kilometern in 4 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Keine nennenswerten Höhenmeter aufwärts.

 
5. Jun, 2019

Nachdem wir uns gestern in der Kristalltherme „Heisser Brocken“ für unsere heutige lange Bergetappe entspannen und erholen konnten, machten wir uns wieder auf. Wir verliessen zur frühen Morgenstunden das Hotel Drei Bären, um die 3. Etappe des Harzer Hexenstieg und somit auch die Besteigung des höchsten Bergs Norden Deutschlands, dem Bocken in Angriff zu nehmen. Nach dem Forsthaus zweigten wir in einen Grasweg ein, welcher uns hinauf zum Grabenhaus Rose brachte, wo wir wieder auf unsere Markierung des Hexenstiegs trafen. Wir bewegten uns somit auch wieder auf dem Dammgraben und querten schon bald über eine Brücke den Bachlauf der Grossen Ocker. Unmittelbar dort befand sich dann auch die Hexenstieg-Station „Wasserknechte“, welche aus einem Regal mit mehreren hölzernen Schöpfeimern bestückt war. Die Infotafel informierte uns darüber, dass diese Eimer dazu da waren, um Grundwasser aus den Bergbauschächten abzuschöpfen. Wir folgten weiterhin dem Verlauf des Dammgrabens und wanderten so auf die kräftige Quelle des Silberbrunnens zu. Wir überquerten die „Steile Wand Strasse“ und folgten danach wieder dem Graben entlang. Dieser führte uns auf den Förster-Ludewig-Platz mit seiner Schutzhütte des Harzklubzweigvereins Altenau zu. Es erwartete uns eine Stempelstelle, diesmal mit der Nummer 133, welche wir in unserem Heftchen verewigen konnten. Kurz danach mussten wir die ursprüngliche Route des Hexenstiegs verlassen, da der Magdeburger Weg wegen umgefallenen Bäumen und mehreren Hangrutschungen unpassierbar war. Wir folgten also der etwas längeren Umleitung welche uns über die sehr attraktive Route der Wolfswarte führen soll.. Wir verliessen dazu den Dammgraben und folgten dem Wirtschaftsweg hinauf zur Hauptstrasse, welche wir überquerten und in den Butterstieg einbogen. Ein wurzelübersäter Pfad führte uns steil durch den Wald und später steinig über eine Lichtung zu einem Forststrässchen hinauf. Auf dem schmalen Butterstieg legten wir Höhenmeter um Höhenmeter zu und wanderten an der Altenauer Hütte vorbei zu den Quaritzklippen bei der Wolfswarte hinauf. Die weiten und wunderschönen Ausblicke über den Westharz entschädigten unsere Aufstiegsmühen und luden uns zum Verweilen ein. Ziemlich direkt und langerstreckt führte uns der steinige Wolfswarter Fussweg wieder hinunter zur Landstrasse, welche wir überquerten und weiterhin dem Wanderpfad durch den sturmgeschädigten Wald hinab folgten. Unsere Umleitung neigte sich dem Ende zu und zweigten wieder in die Hauptroute des Hexenstiegs ein. Zum Teil über Holzbohlen zogen wir etwas Abseits der Strasse auf Torfhaus zu, welches mit seinen 812 Metern als die höchstgelegene menschliche Siedlung des Harzes gilt. Um für unseren Schlussaufstieg auf den Brocken nochmals Kräfte zu sammeln, entschlossen wir uns hier eine grössere Pause einzulegen und uns im Restaurant Bavaria-Alm zünftig zu verpflegen. Nach der wohlverdienten Stärkung machten wir uns wieder auf und nahmen unseren Weiterweg im Harzer Nationalpark unter die Füsse. Wir machten nun einen kleinen Abstecher durch das schöne Torhausmoor, durch welches uns ein perfekt angelegter Holzsteg führte. Beim Abbegraben stiegen wir in den sogenannten Goetheweg ein, welcher annähernd dem Weg entsprechen soll, den Goethe im Winter 1777 bei seiner ersten Brockenbesteigung gegangen sein soll. Wir verliessen etwas danach den Abbegraben und zweigten in den Kaiserweg ein. Der Forstweg stieg nun bergan und wanderten über den Quietschberg zum Rastplatz Eckersprung hin. Wir holten dort bei der Stempelstelle 136 dann gerade auch noch unseren fünften Stempel ab. Wir waren nun im Bundesland Sachsen-Anhalt angekommen und folgten dort dem äusserst steilen doppelspurigen Plattenweg. Dieser markiert die Reste des ehemaligen Kolonnenweges, der auf DDR-Gebiet zur Sicherung der deutsch-deutschen Grenze diente. Wir erreichten die Gleise der Brocken-Schmalspurbahn und wanderten an diesen unterhalb der Granitfelsen der Unteren Hirschhörner auf steinigem Untergrund bergan. Wir passierten dabei die Hexen-Stieg-Station „Stichwortfahnen“, welche als Erlebnisinsel mit einer Art Grenzstangen und Findlingen auf Sitzgruppebasis konzipiert war. Nach einiger Zeit stiessen auf die asphaltierte Brockenstrasse, der wir schliesslich hinauf auf den 1141 Meter hohen Gipfel folgten. Unser Etappenziel war somit erreicht und wir bezogen unser Zimmer im 6. Stock des Brockenhotels, wo wir uns von den heutigen Strapazen ausruhen konnten. Anstrengende, aber dennoch schöne Wanderung mit 21 Kilometern in 6 Stunden und 15 Minuten Gehzeit. Insgesamt 760 Höhenmeter aufwärts.

4. Jun, 2019

Nach der Nächtigung und dem Frühstück verliessen wir das Hotel Goldene Krone wieder, um die 2. Etappe auf dem Harzer Hexenstieg in Angriff zu nehmen. Wir nahmen dazu den gleichen Weg zurück, wie wir gestern nach Clausthal-Zellerfeld hineingewandert waren.  Beim Oberen Nassewieser Teich hatten wir dann wieder unseren Weitwanderweg erreicht und wanderten über den Teichdamm ans Südufer des Gewässers. Der Trampelpfad stiess schon bald auf ein asphaltiertes Strässchen, welchem wir ein kurzes Stück folgen konnten. Wir zweigten dann wieder in einen Wurzelpfad ein und erreichten schon gleich den Teich Entensumpf, welcher zunächst der Wasserkraftgewinnung und später der Trinkwasserversorgung angelegt wurde. Wir wanderten zum Teersträsschen, das uns nun etwas bergan in Richtung Huttal brachte. Wir zweigten bald darauf in einen gesplitteten Weg ein, welchem wir nun dem Berghang hinab folgten. Wir erreichten so die Huttaler Widerwaage, einem Bauwerk, das zur Regulierung von überschüssigem Wasser dient und seit 2010 sogar zum UNESO-Weltkulturerbe zählen darf. Wir holten an der dortigen Stempelstelle 128 unseren dritten Stempel ab und wanderten direkt auf dem Teichdamm des Huttaler Grabens entlang. Der Damm führt dabei auch einen Wassergraben mit und dient somit auch gleichzeitig als Aquädukt. Am Dammende gelangten wir zum Stollenloch des Schwarzenberger Wasserlaufs und  mussten nun die etwas unübersichtliche und befahrene Harzhochstrasse überqueren. Wir setzen unsern Weg in östlicher Richtung fort und folgten vorerst dem Strässchen, bevor wir in einen wurzligen Trampelpfad einzweigen konnten. Wir wanderten am alten Dammgraben vorbei und folgten dem Wasserlauf des Dammgraben hinab in Richtung Bundestrasse. Vor uns erstreckte sich nun der Sperberhaier Teich, welcher 1734 als Zentralwerk des gesamten Grabensystems fertig gestellt wurde. Wir folgten dem 16 Meter hohen Bauwerk zu deren östlichem Ende. Beim Wasserloch des „Grossen Kolk“ machte der Hexenstieg nun einen Knick nach links und der Pfad stiess auf einen Forstweg. Wir gelangten zum kleinen Rastplatz an der Fieke-Märtens-Quelle und wanderten danach auf die Strasse B498 zu. Wir überquerten die Strasse, wo uns der Weg wieder in den Wald hineinführte und wir wieder den Dammgraben erreichten. Der Dammgraben gilt mit seinen 19 Kilometern, als der längste künstlich angelegte Wassergraben des Oberharz und ist der Hauptgraben eines fast 50 Kilometer langen Grabensystems. Er spielte zudem eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Bergbaus in der gesamten Region. Wir folgten dem Dammgraben linker Seite stromaufwärts und standen einige Windungen später vor der Eisenquelle. Die Quelle ist nach dem besonders hohen eisenhaltigen Wasser benannt worden und den rostroten Ablagerungen durchaus bezeugt wird. Der durchaus romantisch anmutende Weg führte uns weiterhin auf der Grabenbrust des Dammgrabens entlang und wir erreichten das Grabenhaus Rose. Dieses wurde Mitte der 1970er Jahre erbaut und versorgte als Wasserwerk bis vor wenigen Jahren Altenau mit Trinkwasser. Dort verliessen wir für heute unseren Weitwanderweg, um in die Ortschaft Altenau hinunter zu steigen. Der etwas steile Forstweg brachte uns bergab zum Ortseingang, wo wir ein kurzes Stück der Strasse entlang zu unserer Unterkunft Hotel Drei Bären wanderten. Nach dem einchecken, gönnten wir uns als Schmankerl, einen wohltuenden und kleinen Wellness-Aufenthalt in der Kristalltherme „Heisser Brocken“. Wunderschöne Wanderung mit knapp 16 Kilometern in 4 Stunden und 15 Minuten Gehzeit. Insgesamt 170 Höhenmeter aufwärts.