3. Jun, 2019

Harzer Hexenstieg 1: Osterode - Clausthal-Zellerfeld

Der Harzer Hexenstieg ist ein knapp 100 km langer Weitwanderweg, welcher von Osterode durch den Nationalpark Harz und über den höchsten Berg des Nordens, den Brocken nach Thale führt. Der am 3. Oktober 2003 eröffnete und seit 2007 zertifizierte Qualitätswanderweg verbindet die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und führt durch die Landkreise Göttingen, Goslar und Harz. 

 Frohen Mutes stellten wir uns diesem 6-tägigen Unterfangen und reisten dazu in die schöne Fachwerkstatt Osterode. Nach der Übernachtung und dem stärkenden Frühstück im Hotel Harzer Hof, machten wir uns wanderfertig und zogen los. Um zum offiziellen Startpunkt des Harzer Hexenstiegs zu gelangen mussten wir vorerst durch die Strassen des Städtchens marschieren und überquerten kurz nach dem Johannistor das Flüsschen Söse. Die breite Strasse brachte uns unterhalb des Friedhofes zum Parkplatz Bleichestelle, wo sich dann auch das Tor zum Hexenstieg befand. Wir durchschritten das Tor und folgten dem abzweigenden Strässchen in nordöstlicher Richtung, welches uns nun gleichmässig ansteigend zur Waldgrenze hinaufbrachte. Wir bewegten uns auf dem Hundscher Weg, welcher bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurde und den Eselkarawanen den Transport von Getreide in den Oberharz ermöglichte. Ein kurzer Blick zurück ins Tal auf die vielen roten Dächern der Stadt und schon tauchten wir auf dem breiten Forstweg in den Wald hinein. Die Markierung mit der weissen Hexe leitete uns den Weg durch den Wald und wir erreichten schon bald die erste Hexenstieg-Station. Das geschnitzte Denkmal für die Harzer Kiepenfrauen, welche bis zu 40 Kilogramm in Körben auf Ihrem Rücken durch den Harz schleppten. So kommen uns unsere rund 8 Kilo, welche wir in den nächsten Tagen durch die Gegend tragen, als Federgewicht vor und wir zogen leichten Schrittes von dannen. Etwas später konnten wir einen Blick ins Lerbachtal werfen und erreichten nach stetigem Anstieg auf dem Forststrässchen den Eselplatz. An deren historischem Rastplatz befand sich dann auch die Stempelstelle 140, wo wir unseren erster Sammelstempel für die Wandernadel des Harzer Hexenstiegs ins Büchlein drücken konnten. Wir warfen einen schönen Blick durch den Bilderrahmen des Aussichtpunktes der Körnigs-Ecke und wanderten gleich danach weiter zum sogenannten Marienblick, wo wir ins weite Lehrbachtal hinausschauen konnten. Der Weg windete sich nun fast eben am Berghang durch das Gebiet der „Roten Sohle“ entlang. Wir wanderten auf den Rastplatz beim Mangelhalber Tor zu. Wir passierten mit dem Ackerblick, dem Antonsblick und Dorotheenblick gleich drei weitere Aussichtspunkte und erreichten den lang gestreckten Höhenzug „Auf dem Acker“. Die höchste Stelle der Etappe war mit den Heidelbeerköpfen bald erreicht und wir folgten unserem Weg zum Damm des Bärenbrucher Teiches. Die Schutzhüte mit dem Stempel 137 ermöglichte uns dann bereits den zweiten Stempel des Tages sammeln zu können. Die Bärenbrucher Teiche wurden im Jahre 1644 durch Stauung des Flüsschen Innerste angelegt, um die Fördereinrichtungen der Bergwerke von Clausthal betreiben zu können. Der Damm führte uns zwischen dem Bärenbrucher und Ziegenberger Teich hindurch und wir wanderten auf den Oberen Nassenwieser Teich zu. Dort verliessen wir dann den Harzer Hexenstieg, um nach Clausthal-Zellerfeld zu gelangen. Feld- und  Wiesen wege brachte uns hinauf zum Naturhof Mühlenberg und danach zwischen dem Wassserläufer- und dem Johann-Friederich-Teich hindurch zur befahrenen Bundestrasse. Die Zivilisation hatte uns somit wieder und wir folgten den Strassen hinein in den Ort. Bei der Marktkirche zum Heiligen Geist hatten wir die Ortsmitte erreicht und wir folgten der Strasse, welche uns zum Kronenplatz hinführte. Das Hotel zur Goldenen Krone markierte dann auch unser heutiges Etappenende, wo wir uns für den morgigen Tag wieder ausruhen konnten. Schöne Startetappe mit 17 Kilometern in 4 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 500 Höhenmeter aufwärts.