4. Jun, 2019

Harzer Hexenstieg 2: Clausthal-Zellerfeld - Altenau

Nach der Nächtigung und dem Frühstück verliessen wir das Hotel Goldene Krone wieder, um die 2. Etappe auf dem Harzer Hexenstieg in Angriff zu nehmen. Wir nahmen dazu den gleichen Weg zurück, wie wir gestern nach Clausthal-Zellerfeld hineingewandert waren.  Beim Oberen Nassewieser Teich hatten wir dann wieder unseren Weitwanderweg erreicht und wanderten über den Teichdamm ans Südufer des Gewässers. Der Trampelpfad stiess schon bald auf ein asphaltiertes Strässchen, welchem wir ein kurzes Stück folgen konnten. Wir zweigten dann wieder in einen Wurzelpfad ein und erreichten schon gleich den Teich Entensumpf, welcher zunächst der Wasserkraftgewinnung und später der Trinkwasserversorgung angelegt wurde. Wir wanderten zum Teersträsschen, das uns nun etwas bergan in Richtung Huttal brachte. Wir zweigten bald darauf in einen gesplitteten Weg ein, welchem wir nun dem Berghang hinab folgten. Wir erreichten so die Huttaler Widerwaage, einem Bauwerk, das zur Regulierung von überschüssigem Wasser dient und seit 2010 sogar zum UNESO-Weltkulturerbe zählen darf. Wir holten an der dortigen Stempelstelle 128 unseren dritten Stempel ab und wanderten direkt auf dem Teichdamm des Huttaler Grabens entlang. Der Damm führt dabei auch einen Wassergraben mit und dient somit auch gleichzeitig als Aquädukt. Am Dammende gelangten wir zum Stollenloch des Schwarzenberger Wasserlaufs und  mussten nun die etwas unübersichtliche und befahrene Harzhochstrasse überqueren. Wir setzen unsern Weg in östlicher Richtung fort und folgten vorerst dem Strässchen, bevor wir in einen wurzligen Trampelpfad einzweigen konnten. Wir wanderten am alten Dammgraben vorbei und folgten dem Wasserlauf des Dammgraben hinab in Richtung Bundestrasse. Vor uns erstreckte sich nun der Sperberhaier Teich, welcher 1734 als Zentralwerk des gesamten Grabensystems fertig gestellt wurde. Wir folgten dem 16 Meter hohen Bauwerk zu deren östlichem Ende. Beim Wasserloch des „Grossen Kolk“ machte der Hexenstieg nun einen Knick nach links und der Pfad stiess auf einen Forstweg. Wir gelangten zum kleinen Rastplatz an der Fieke-Märtens-Quelle und wanderten danach auf die Strasse B498 zu. Wir überquerten die Strasse, wo uns der Weg wieder in den Wald hineinführte und wir wieder den Dammgraben erreichten. Der Dammgraben gilt mit seinen 19 Kilometern, als der längste künstlich angelegte Wassergraben des Oberharz und ist der Hauptgraben eines fast 50 Kilometer langen Grabensystems. Er spielte zudem eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Bergbaus in der gesamten Region. Wir folgten dem Dammgraben linker Seite stromaufwärts und standen einige Windungen später vor der Eisenquelle. Die Quelle ist nach dem besonders hohen eisenhaltigen Wasser benannt worden und den rostroten Ablagerungen durchaus bezeugt wird. Der durchaus romantisch anmutende Weg führte uns weiterhin auf der Grabenbrust des Dammgrabens entlang und wir erreichten das Grabenhaus Rose. Dieses wurde Mitte der 1970er Jahre erbaut und versorgte als Wasserwerk bis vor wenigen Jahren Altenau mit Trinkwasser. Dort verliessen wir für heute unseren Weitwanderweg, um in die Ortschaft Altenau hinunter zu steigen. Der etwas steile Forstweg brachte uns bergab zum Ortseingang, wo wir ein kurzes Stück der Strasse entlang zu unserer Unterkunft Hotel Drei Bären wanderten. Nach dem einchecken, gönnten wir uns als Schmankerl, einen wohltuenden und kleinen Wellness-Aufenthalt in der Kristalltherme „Heisser Brocken“. Wunderschöne Wanderung mit knapp 16 Kilometern in 4 Stunden und 15 Minuten Gehzeit. Insgesamt 170 Höhenmeter aufwärts.