5. Jun, 2019

Harzer Hexenstieg 3: Altenau - Brocken

Nachdem wir uns gestern in der Kristalltherme „Heisser Brocken“ für unsere heutige lange Bergetappe entspannen und erholen konnten, machten wir uns wieder auf. Wir verliessen zur frühen Morgenstunden das Hotel Drei Bären, um die 3. Etappe des Harzer Hexenstieg und somit auch die Besteigung des höchsten Bergs Norden Deutschlands, dem Bocken in Angriff zu nehmen. Nach dem Forsthaus zweigten wir in einen Grasweg ein, welcher uns hinauf zum Grabenhaus Rose brachte, wo wir wieder auf unsere Markierung des Hexenstiegs trafen. Wir bewegten uns somit auch wieder auf dem Dammgraben und querten schon bald über eine Brücke den Bachlauf der Grossen Ocker. Unmittelbar dort befand sich dann auch die Hexenstieg-Station „Wasserknechte“, welche aus einem Regal mit mehreren hölzernen Schöpfeimern bestückt war. Die Infotafel informierte uns darüber, dass diese Eimer dazu da waren, um Grundwasser aus den Bergbauschächten abzuschöpfen. Wir folgten weiterhin dem Verlauf des Dammgrabens und wanderten so auf die kräftige Quelle des Silberbrunnens zu. Wir überquerten die „Steile Wand Strasse“ und folgten danach wieder dem Graben entlang. Dieser führte uns auf den Förster-Ludewig-Platz mit seiner Schutzhütte des Harzklubzweigvereins Altenau zu. Es erwartete uns eine Stempelstelle, diesmal mit der Nummer 133, welche wir in unserem Heftchen verewigen konnten. Kurz danach mussten wir die ursprüngliche Route des Hexenstiegs verlassen, da der Magdeburger Weg wegen umgefallenen Bäumen und mehreren Hangrutschungen unpassierbar war. Wir folgten also der etwas längeren Umleitung welche uns über die sehr attraktive Route der Wolfswarte führen soll.. Wir verliessen dazu den Dammgraben und folgten dem Wirtschaftsweg hinauf zur Hauptstrasse, welche wir überquerten und in den Butterstieg einbogen. Ein wurzelübersäter Pfad führte uns steil durch den Wald und später steinig über eine Lichtung zu einem Forststrässchen hinauf. Auf dem schmalen Butterstieg legten wir Höhenmeter um Höhenmeter zu und wanderten an der Altenauer Hütte vorbei zu den Quaritzklippen bei der Wolfswarte hinauf. Die weiten und wunderschönen Ausblicke über den Westharz entschädigten unsere Aufstiegsmühen und luden uns zum Verweilen ein. Ziemlich direkt und langerstreckt führte uns der steinige Wolfswarter Fussweg wieder hinunter zur Landstrasse, welche wir überquerten und weiterhin dem Wanderpfad durch den sturmgeschädigten Wald hinab folgten. Unsere Umleitung neigte sich dem Ende zu und zweigten wieder in die Hauptroute des Hexenstiegs ein. Zum Teil über Holzbohlen zogen wir etwas Abseits der Strasse auf Torfhaus zu, welches mit seinen 812 Metern als die höchstgelegene menschliche Siedlung des Harzes gilt. Um für unseren Schlussaufstieg auf den Brocken nochmals Kräfte zu sammeln, entschlossen wir uns hier eine grössere Pause einzulegen und uns im Restaurant Bavaria-Alm zünftig zu verpflegen. Nach der wohlverdienten Stärkung machten wir uns wieder auf und nahmen unseren Weiterweg im Harzer Nationalpark unter die Füsse. Wir machten nun einen kleinen Abstecher durch das schöne Torhausmoor, durch welches uns ein perfekt angelegter Holzsteg führte. Beim Abbegraben stiegen wir in den sogenannten Goetheweg ein, welcher annähernd dem Weg entsprechen soll, den Goethe im Winter 1777 bei seiner ersten Brockenbesteigung gegangen sein soll. Wir verliessen etwas danach den Abbegraben und zweigten in den Kaiserweg ein. Der Forstweg stieg nun bergan und wanderten über den Quietschberg zum Rastplatz Eckersprung hin. Wir holten dort bei der Stempelstelle 136 dann gerade auch noch unseren fünften Stempel ab. Wir waren nun im Bundesland Sachsen-Anhalt angekommen und folgten dort dem äusserst steilen doppelspurigen Plattenweg. Dieser markiert die Reste des ehemaligen Kolonnenweges, der auf DDR-Gebiet zur Sicherung der deutsch-deutschen Grenze diente. Wir erreichten die Gleise der Brocken-Schmalspurbahn und wanderten an diesen unterhalb der Granitfelsen der Unteren Hirschhörner auf steinigem Untergrund bergan. Wir passierten dabei die Hexen-Stieg-Station „Stichwortfahnen“, welche als Erlebnisinsel mit einer Art Grenzstangen und Findlingen auf Sitzgruppebasis konzipiert war. Nach einiger Zeit stiessen auf die asphaltierte Brockenstrasse, der wir schliesslich hinauf auf den 1141 Meter hohen Gipfel folgten. Unser Etappenziel war somit erreicht und wir bezogen unser Zimmer im 6. Stock des Brockenhotels, wo wir uns von den heutigen Strapazen ausruhen konnten. Anstrengende, aber dennoch schöne Wanderung mit 21 Kilometern in 6 Stunden und 15 Minuten Gehzeit. Insgesamt 760 Höhenmeter aufwärts.