6. Jun, 2019

Harzer Hexenstieg 4: Brocken - Königshütte

Wir verliessen das höchst gelegene Hotel im Norden Deutschlands nach unserem Frühstück wieder, um die 4. Etappe des Harzer Hexenstiegs unter die Füsse zu nehmen. Bevor wir aber loswanderten holten wir uns noch rasch den sechsten Stempel für unser Sammelheftchen ab und begaben uns dazu zur Stempelstelle 9 beim Nationalpark-Brockenhaus. Danach begannen wir mit dem langen Abstieg vom Brocken und wanderten vorerst auf dem gleichen Abschnitt des Vortages hinab. Nach der sogenannten „Knochenbrecherkurve“ zweigten wir nicht mehr in den Goetheweg ein, sondern folgten der breiten und asphaltierten Strasse über die Bahngeleise geradeaus. Wir folgten nun ziemlich lange der Strasse um die Heinrichhöhe herum und stiegen bei der Schutzhütte Gelber Brink in den unbefestigten Glashüttenweg ein. Die Stempelstelle 22 kurz davor bot sich uns an, unseren siebten Abdruck mitzunehmen und folgten dem Hangweg weiter hinunter. Der breite und zum Teil recht grob geschotterte Weg brachte uns dabei durch ein riesig vom Borkenkäfer geschädigten Wald zur Abzweigung der Ahrensklint, welcher wir gerne einen Besuch abstatten wollten. Die Ahrensklint ist eine typische Granitklippe, welche wir über Stahlleitern erklimmen konnten und dabei einen wunderschönen Blick übers Elendstal werfen konnten. Wieder zurück auf dem Hexenstieg führte uns der Glashüttenweg um den Erdbeerkopf herum und zogen bei der Wegkreuzung Spinne gerade aus. Wir überquerten die Wormke und folgten dann ein kurzes Stück dem Wormkegraben, welcher zum ältesten künstlich angelegten Graben im ganzen Harz zählt. Der Granitfelsen Trudenstein war bald erreicht, welchen wir über eine Stahltreppe besteigen konnten und dabei einen wunderbaren Ausblick auf den Südharz geniessen konnten. Dort befand sich dann auch die Stempelstelle 13, wo wir unser Sammelheft dann mit unserem achten Abdruck erweitern konnten. Nachdem wir den Wormkegraben überquert hatten, zweigten wir in nördlicher Richtung vom Forststrässchen ab und wanderten in einem grossen Bogen zum Naturerlebniszentrum Hohnehof. Die dort beheimatete Rangerstation informierte uns ausführlich und freundlich über den Nationalpark und die Bergwildnis. Eine Rast im gemütlichen Café liessen wir uns natürlich nicht nehmen und liessen es uns ein wenig gut gehen. Wir machten uns nach der wohltuenden Pause wieder auf den Weg und folgen dem Forststrässchen in Richtung Süden. Nachdem wir den Zilierbach überquert hatten, erreichten wir kurze Zeit später die Häuser von Drei Annen Hohne, einem Ortsteil von Wenigerode. Wir überquerten die Geleise der Harzer Schmalspurbahn und konnten unmittelbar daneben sogar noch ein Teller der weltberühmten Kukkis-Erbsensuppe zu Leibe führen. Wir verliessen die einfache Raststation danach wieder und zweigten kurz nach dem Parkplatz in ein Forststrässchen ein, welches uns ins Hirschbachtal hineinführen soll. Am Gedenkstein für Oberst Gustav Petri, welcher in den letzten Kriegstagen 1945 mit seiner Befehlsverweigerung die Stadt Wenigerode vor seiner Zerstörung bewahrte, zogen wir vorbei und tauchten in den Wald hinein. Schon bald begleitete uns der Hirschbach, welcher sich dann weiter südlich mit dem Steinbach vereinigte. Am idyllischen Rastplatz im idyllischen Steinbachtal wanderten wir vorüber und traten geraume Zeit danach aus dem Wald heraus. Die Häuser bei Neue Hütte hatten wir erreicht und mussten nun an der Bundesstrasse entlangwandern. Wir zweigten aber schon bald wieder von dieser weg und erreichten sogleich den romantisch anmutenden Königshütter Wasserfall. Ein kleiner Pfad führte uns hinauf zum Scheitel des 15 Meter hohen Wasserfalls, wo sich dann auch die Stempelstelle Nummer 40 für unseren neunten Stempel befand. Nachdem wir unsere Seele bei diesem idyllischen Örtchen baumeln lassen konnten, begaben wir uns wieder hinunter zur Alten Brockenstrasse. Bei Rothehütte zweigten wir von dieser ab und wanderten auf dem Strässchen und dann dem schmalen Pfad unterhalb der Felsen des Klingenbergs entlang. Wir erreichten sogleich die Pension „Am Felsen“, wo unsere Etappe dann auch ihr Ende fand. Schöne Etappe mit 18 Kilometern in 4 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Keine nennenswerten Höhenmeter aufwärts.