7. Jun, 2019

Harzer Hexenstieg 5: Königshütte - Altenbrak

Mit der 5. Etappe auf dem Harzer Hexenstieg erwartete uns zugleich auch die längste auf unserer Tour durch den Harz. Wir machten uns deshalb nach dem Frühstück zügig los und verliessen die kleine Pension „Am Felsen“ wieder. Die Strasse führte uns nun etwas hinab zu dem Flusslauf der Kalten Bode, welche wir überquerten und dann dem Fusspfad der Landstrasse entlang folgten. Wir tauchten in den Wald hinein und querten über eine Brücke des Forstweges den Lauf der Warmen Bode. Wir standen nun beim Rastplatz unterhalb der Burgruine Königstein, wo sich der Hexenstieg wahlweise zur Süd- oder Nordvariante gabelte. Wir suchten uns für das heutige Weiterkommen die Nord- und somit auch die Hauptroute des Hexenstiegs aus. Bevor wir jedoch diese in Angriff nahmen, stiegen wir noch über die steilen Kehren hoch zur Ruine des Bergfrieds der Königsburg. Die Anlage wurde 1312 erstmals urkundlich erwähnt und wurde zur Grenzsicherung von den Halberstädter Bischöfen errichtet. An den Mauerresten fanden wir dann auch die Stempelstelle 41 und wir drückten da den zehnten Abdruck in unser Heftchen. Wir stiegen nun wieder hinunter ins Tal und erreichten die Stelle, an der sich die Warme Bode und die etwa 2 Grad kühlere Kalte Bode zur Bode vereinigen. Auf dem breiten Wege folgten wir dem Flüsschen, welches sich nun immer mehr weitete und zu einem Stausee überging. Wir wanderten an diesem Stausee entlang und gelangten nach einiger Zeit zur Trogfurther Brücke, die ihre Funktion als Talsperre innehat. Direkt am Damm präsentierte sich uns dann die Stempelstelle 42 und drückten bereits sehr routiniert unseren elften Stempel ein. Unser Weg verlief nun rechts neben der Bode weiter, welche sich tief ins Tal eingeschnitten hat und sich für uns nur noch durch das starke Rauschen bemerkbar machte. Wir verliessen nach einer Felswand den breiten Weg und stiegen in einen schmaleren Pfad ein. Lichte Stellen gaben einen Blick auf die roten Dächer der Ortschaft Susenberg frei und wir folgten dem Weg bis zum Taleinschnitt des Tiefenbachs hin. Hier mussten wir die ursprüngliche Route des Hexenstiegs verlassen, da das Orkantief Friederike hier ganze Arbeit geleistet hatte und die Wege durchs Tiefenbachtal noch immer nicht passierbar waren. So folgten wir der ausgewiesenen Umleitung weiterhin dem Strässchen an der Bode entlang. Ein Weg führte uns zwischen den Häusern und den Hängen des Bielsteins zur breiten und asphaltierten Märtenstrasse, welcher wir fortan nun folgen konnten. Wir wanderten so den Windungen der Bode entlang und kamen unterhalb der Hohen Kleef und der Burgruine an den Hermannshöhlen vorbei. Diese Tropfsteinhöhle mit seiner grossen Kristallkammer und der „Achttausendjährigen Säule“ wurde 1866 entdeckt und könnte mit Führungen besichtigt werden. Wir zogen jedoch weiter und stiegen durch das Bergfeld Quartier hinunter zum Philosphenweg, welcher uns vorerst direkt an der Bode entlangführte. Wir wanderten durch das Ortschäftchen Kreuztal und zweigten kurz darauf in den schön angelegten Höhenweg ein, um die parallel verlaufende Kreisstrasse umgehen zu können. Beim Ortsanfang von Neuwerk trafen wir aber wieder auf die Strasse, überquerten das Flüsschen Bode und stiegen an der schönen Holzkirche vorbei etwas in die Höhe. Das Strässchen endete bald und ging nun in einen schmalen Pfad über, welcher uns kurz bergauf und danach wieder bergab ins Bodetal führte. Wir bewegten uns nun auf einem der romantischsten Abschnitte des Hexenstiegs, welcher uns hügelig und geschwungen durch das Bodetal führte. Der Wendefurther Stausee kam nun in unser Blickfeld und wanderten an diesem entlang, bevor uns der Weg recht steil in die Höhe führte. Über eine grosse Lichtung und leicht geschwungen oberhalb der Talsperre entlang, marschierten wir Richtung Wendefurther Berg. Der breite Fahrweg brachte uns dann wieder in Richtung Staumauer hinunter. Auf dem Weg dorthin stempelten wir noch unseren zwölften Abdruck aus Stempelkasten 62 in unser Büchlein und liefen danach über die 43.5 Meter hohe Staumauer nach Wendefurth. Nachdem wir die Bundestrasse gekreuzt hatten folgten wir dem befestigten Weg an südliche Ufer der Bode, welche sich mittlerweile zu einem breiten Fluss gemausert hatte.  Wir folgten nun ziemlich lange den Windungen des Flusses und verliessen bei der ersten Brücke, welche nach Altenbrak führte, den Hexenstieg, um in den Ort hineinzugelangen. Beim Hotel Weisses Ross endete dann unsere lange Etappe und konnten wieder Kraft für morgige letzte Tour tanken. Schöne Wanderung mit knapp 25 Kilometern in 6 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 200 Höhenmeter aufwärts.