18. Sep, 2019

Rothaarsteig 1: Brilon - Elleringhausen

Der rund 160 Kilometer lange Rothaarsteig führt über den Kamm des Rothaargebirges vom saarländischen Brilon ins hessische Dillenburg im Dilltal. An den sagenumwoben Bruchhausers Steine vorbei, über den höchsten Berg Nordrhein-Westfalens, durch zahlreiche Naturschutzgebiete und an unzählige Quellen entlang, soll uns der viel zitierte „Weg der Sinne“ dabei leiten. Der Rothaarsteig wurde 2001 als erster moderner Wanderweg dieser Länge in Deutschland eröffnet und ist mit einem auf dem Rücken liegenden „R“ auf rotem Grund durchgehend markiert.


Nach unserem zweitägigen Wander-Warmup auf dem Verbindungsweg zwischen den Hermannshöhen und dem Rothaarsteig, machten wir uns nun also auf, für unsere erste Etappe auf dem Fernwanderweg. Wir verliessen dazu das Hotel Rech am Derker Tor und kamen so wieder auf die Probsteikirche, dem Wahrzeichen der Stadt Brilon, zu. Auf der verkehrsberuhigten Niederer Strasse wanderten wir nun hinab zur Hauptstrasse und gelangten quer durch den Kreishauspark zum Rothaarsteig-Portal. Wir verschufen uns dort nochmal die Übersicht, was uns die nächsten 9 Tage erwarten soll und zogen dann hinein ein die Laubwälder des Naturschutzgebietes Drübel. Der Wanderweg führte uns nun über den bewaldeten Bergrücken zur Hauptstrasse am Waldrand hin. Wir überquerten diese und wanderten auf einer aussichtsreichen Lindenallee zum Wald hinauf. Auf der Anhöhe hatten wir nochmals einen schönen Blick auf die Stadt Brilon und die umliegenden Berge. Wir betraten den Wald, wo wir kurz danach über Stufen hinab zum Rande des Kurparks wanderten. Unser Weg führte nun etwas steil bergauf, am Ausflugsrestaurant Bockmanns Hütte vorrüber, und über Holztreppen weiter zur Möhnequelle. Die Möhne ist der erste grosse Nebenfluss der Ruhr und entspringt hier aus den Kalksteinklüften. Der Rothaarsteig führte uns weiter bergan über den aussichtsreichen Gündenhagener Poppenberg und senkte sich dann zum Kyrill-Tor vor dem Ortsrand Petersborn. Das aus 14 massiven Fichtenstämmen bestehende Tor erinnerte uns an das Orkantief Kyrill im Januar 2007, welches damals mit verheerenden Auswirkungen über das Sauerland und Siegerland hinwegfegte. Wir durchschritten dieses imposante Tor und folgten dem westwärts führenden Forstweg, welcher uns im sanften Abstieg durch das Gimmetal brachte. Der plätschernde Bach begleitete uns durch das stille Tälchen zum Wanderparkplatz an der Hebammen Hütte hin. Wir wechselten nun der Forststrasse auf den ansteigenden Waldweg ein, der uns passagenweise ausgetreten und als Wurzelpfad zum Borberg hochführte. Im schönen Buchenwald durchschritten wir den Ringwall von Borbergs Kirchhof mit seiner schmucken Kapelle. Diese wurde 1925 zu Ehren der Friedenskönigin Maria erbaut, und sollte nach dem Ersten Weltkrieg, dem Frieden zwischen den Völkern ein sichtbares Zeichen setzen. Bevor wir aber unsere Wanderfüsse weiterbewegten, genossen wir noch den herrlichen Ausblick auf Olsberg und den Arnsberger Wald. Beim hohen Bergkreuz verliessen wir den Ringwall von Borbergs Kirchhof wieder und wanderten auf wurzligen Pfaden bergauf zum Forstweg. Dieser führte uns nun am Hang des Borbergs gemächlich abwärts zur kapellenartig überdachten Steinstele St Antonius. Bei einem Schutzhüttchen zweigten in südlicher Richtung ab und wanderten leicht ansteigend zur Hütte im Sattel des Schusterknapp. Im Hang des Habbergs, welchen wir nun erreichten, hatten wir nun zwei Möglichkeiten zu unserer Wahl; die Klettervariante oder Normalroute. Da wir ziemlich viel Gepäck auf unseren Schultern hatten, was für Kletterpartien nicht gerade förderlich ist, entschieden wir uns die einfachere, wenn auch etwas monotonere Normalvariante zu wählen. Der Forstweg führte uns so auf gleicher Höhe in den Westhängen von Habberg und Ginsterkopf südwärts durch die Wälder. Nach gut 2.5 Kilometer vereinigten sich beide Wegvarianten wieder und wir trafen auf die Feuereiche an der Rhein-Weser-Wasserscheide. Ein ca. 11 Meter hoher Eichenstamm, zeigte uns anhand von kunstvollen Schnitzereien die Entwicklungsgeschichte des Menschen im Zusammenspiel des Holzes und des Feuers. Hier verliessen wir für heute den Rothaarsteig, um zu unserer Unterkunft in Elleringhausen abzusteigen. Der gut markierte gelbe Zugangsweg brachte uns dazu hinunter ins Wiesental des Gierskoppbaches, wo wir durch die weiten Felder zum Ortsrand hinwanderten. Unser Hotel Haus Keuthen war bald erreicht und wir beendeten dort die erste Etappe auf dem Rothaarsteig. Schöne Wanderung mit 18 Kilometern in 5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 280 Höhenmeter aufwärts.

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