19. Sep, 2019

Rothaarsteig 2: Elleringhausen - Küstelberg

Tag 2 auf dem Rothaarsteig brach an und wir machten uns nach der Nacht und dem reichhaltigen Frühstück im Hotel Haus Keuthen wieder startklar. Wir zogen also los und wanderten durch die Ortschaft Elleringhausen, welche wir dann auf deren Südseite verliessen. Vor uns präsentierten sich die mächtigen Felsen der Bruchhauser Steine. Diese markanten Landschaftspunkte bestehen aus vier Porphyrfelsen, mit den Namen Bornstein, Goldstein, Ravenstein und Feldstein und befinden sich allesamt auf dem 760 m hohen Istenberg. Die Naturstrasse brachte uns aufwärts durch die Felder zu Landtrasse hin, welcher wir zum nächsten Abzweiger in den bergwärts führenden Naturweg folgen mussten. Dieser brachte uns nun ziemlich direkt hinauf auf zum Wiedereinstieg des Rothaarsteiges. Der breite Weg führte uns unterhalb des Informations-Zentrums um diese sagenhaften Steine herum und wir traten schon blad wieder aus dem Wald hinaus. Im Waldrandbereich folgten wir dem Rothaarsteig und blickten auf das unter uns liegende Bruchhausen. Mit weiter Aussicht wanderten wir am Waldrand entlang weiter südwärts. Nachdem wir die letzten Häuser Bruchhausens hinter uns gelassen hatten, zog sich der Weg durch den Gaugrebenschwald bergan. Wir gewannen nach und nach an Höhe und gelangten so auf den Höhenrücken zwischen Medebach und Schmalah hinauf zum grossen Wegedreieck. Unser Weg schwang sich vorerst ziemlich steil auf dem Waldrücken in die Höhe zum sogenannten Richtplatz an der Grenze zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen. Dies war im Mittelalter eine zentrale Gerichtsstätte, wo die Richter über Leben oder Tod entschieden. Im Randbereich des Richtplatzes befindet sich ein Stein mit einer Bronzetafel mit einem abgebildeten Schwert, welches die Gerichtsbarkeit verkörpern soll. Wir wanderten auf dem wurzligen Waldweg bergauf und wurden dabei von den alten historischen Schnadensteine von 1825 begleitet, welche die Grenze Westfalens und Hessen markieren. Der Weg verschmälerte sich zu einem lauschigen Waldpfad und gelangten an der schönen Aussicht vorbei hinauf zum höchsten Berg Nordrhein-Westfalens und des Sauerlandes, dem Langenberg auf 843 Meter Höhe. Er überbietet den wesentlich bekannteren „Kahlen Asten“ um genau 2 Meter, hat aber im Gegensatz zu diesem, keinerlei Fernsicht zu bieten. Das Forststrässchen leitete uns hinunter zum Oberer Burbecker Platz, wo es dann wechselweise auf Pfad und Strässchen zur Hochheidehütte hochging.  Wir wanderten nun durch die Hocheheide neuer Hagen, welches mit seinen 77 Hektaren, das grösste zusammenhängende Heidegebiet Nordrhein-Westfalens bildet. Am Südrand führte uns der Weg zum Gipfelkreuz des Neuen Clemensberg, hoch über dem Diabessteinbruch, von welchem aus uns einen traumhaften Blick über die höchsten Sauerlandberge geboten wurde. Am Rande der Heide gelangten wir über die Hoppeckequelle und anschliessend durch mooriges Gelände zu einem Rastplatz mit Schutzhäuschen. Wir zweigten auf den alten Grenzweg ein, welcher uns bequem durch die Fichtenwälder führte. Alte Grenzsteine zwischen dem ehemaligen Königreich Preussen und dem Fürstentum Waldeck dienen dabei noch heute als sehenswerte Zeitzeugen. Das Gelände stieg nun noch einmal sachte an und wir erreichten an der Erhebung des Hillkopfes bereits die nächste Schutzhütte. Die Forststrasse, unterbrochen von immer wiederkehrenden direkten Abkürzungen durch Wanderpfade brachten uns stetig bergab. Wir traten aus dem Wald heraus und sahen nun schon unser Ziel Küstelberg vor unseren Füssen liegen. Der Forstweg mündete in eine Asphaltstrasse ein, welche uns auf die kleine Kirche St. Laurentius im Zentrum des Ortes zuführte. Nur wenige Meter daneben fanden wir dann auch das Café Gästehaus Astenblck, das unser heutiges Etappenziel dann auch markierte. Wunderschöne Wanderung mit 20. 5 Kilometer in 5.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 600 Höhenmeter aufwärts.

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