23. Sep, 2019

Rothaarsteig 6: Rhein-Weser-Turm- Lützel

Dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagten, konnten wir uns nach einer sehr erholsamen Nacht zum Frühstücksbuffet begeben. Tag 6 auf dem Rothaarsteig stand an und wir konnten nach gleich nach der Stärkung mit unserer Wanderung direkt am Steig beginnen. Wir verliessen heute bei Regenwetter das Hotel am Rhein-Weser-Turm und tauchten kurz darauf in den Wald hinein, wo uns der Weg vorerst ziemlich steil abwärts ins Schwarzbachtal brachte. Wir zogen am Erlebnisplatz Waldschule vorbei zur Schutzhütte Knülle, wo es nun weiterhin steig bergab ging. Wir kamen so nach und nach dem Talboden immer näher und so konnten wir über eine Holzbrücke den Schwarzenbach überqueren. Der Blick eröffnete sich uns in das Naturschutzgebiet mit seiner schönen Bachaue. Wir passierten kurze Zeit danach einen kleinen Teich und zweigten in das abgeschiedene Habecketal ab. Der Weg führte uns erst im Wald, dann durch Wiesen gesäumt von Büschen stetig bergauf. Schliesslich tauchten wir wieder in den Fichtenwald ein und kurvten uns hinauf zur Schutzhütte am Wanderparkplatz an der Hochheide. Wir folgten dem vorerst asphaltierten Kammweg durch die Heinsberger Hochheide, bevor wir im leichten Anstieg auf unbefestigten Weg wieder Fichtenwald betraten. Der Forstweg brachte uns so hinauf auf den Dreiherrnstein. Dieser markierte das alte Dreiländereck zwischen dem westfälischen Sauerland, dem Siegerland und dem Wittgensteiner Land. Eine Informationstafel im Schutzhüttchen vertiefte uns über die politischen, religiösen, sprachlichen und kulturellen Unterschiede dieses historischen Grenzgebietes. Der Rothaarsteig führte uns nun über einen Ausläufer der Waldkuppe Riemen, welcher gar zu der höchsten Erhebung des Siegerlandes zählt. Der Weg senkte sich nun aber bald wieder und wir stiegen hinunter ins Quellgebiet des Elberndorferbaches. Das ausgewiesene Naturschutzgebiet zählt mit seinen 80 Hektaren zum grössten auf der Ostseite des Rothaarkamms. Die Quellen mehrten sich nun am Rothaarsteig, so senkte sich unser Weg durch den Wald weiter hinab zu deren Nächste, der Ferndorfquelle. Wir wanderten gemächlich zur Erhebung der Buchhelle bergauf und senkten uns dann zum Rastplatz im Quellgebiet des Wälderbachs hinunter. Schon bald betraten wir die Ginsberger Heide im Naturschutzgebiet Giller und zweigten nach dem Hof Ginsberg wieder in den Wald hinein und folgten den Windungen des Strässchen hinab zur Verzweigung Burg Ginsburg. Ein Abstecher auf den Schlossberg liessen wir uns nicht nehmen und wanderten hinauf zur sehenswerten Burg. Die erstmalig 1292 urkundlich erwähnte und mittlerweile stark sanierte Burg steht auf dem 590 m hohen Schlossberg und besticht mit seinem ockergelben Rundturm. Wir bestiegen natürlich den 16 Meter hohe Turm und konnten trotz des etwas misslichen Wetter trotzallem einen tollen Rundblick geniessen. Wieder zurück auf dem Rothaarsteig, galt es die vorhin verlorenen Höhenmeter wieder wettzumachen und stiegen nun etwas steil hinauf zum Aussichtsturm auf dem nahen Giller. Seit 1892 trägt der Berg einen stählernen Turm, welcher anlässlich zu seinem 111. Geburtstags im Jahre 2003 saniert wurde. Eine Besteigung liessen wir jedoch aus, da wir ausser Nebelschwaden nichts anderes zu Blick bekommen würden. Unser Weg führte uns dann wieder hinab zum Rand der Ginsberger Heide und wanderten so am Pfaffenhain entlang. Der Weg senkte sich bald direkt hinunter zu den ersten Häusern in Lützel, wo wir den Markierungen zum Bahnhof hin folgten. Hier beendeten wir unsere Etappe und warteten auf den Zug, da die Übernachtungsmöglichkeiten in diesem Ort beschränkt waren. Die Rothaarbahn brachte uns dann ins Städtchen Hilchenbach, wo wir im Hotel Garni Hof 31 für diese Nacht unterkamen. Schöne Wanderung mit 19 Kilometern in 5.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 330 Höhenmeter aufwärts.

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