25. Sep, 2019

Rothaarsteig 8: Lahnquelle - Wilgersdorf

Wir hatten wieder mal eine weitere Nacht in der Abgeschiedenheit verbracht und machten uns nach dem Frühstück im Hotel Forsthaus Lahnquelle auf, um die 8. Etappe auf dem Rothaarsteig unter die Füsse zu nehmen. Wir folgten vorerst der Landstrasse in südlicher Richtung und trafen beim Wanderparkplatz wieder zu unserem markierten Fernwanderweg. Wir zweigten in den Wald hinein und folgten dem Pfad unterhalb der Landstrasse entlang. Der aufwärts führende Pfad brachte uns zur historischen Eisenstrasse, die wir überquerten und dann dort auf einen Forstweg trafen. Die Eisenstrasse war ein Teil einer uralten Handelsstrasse von Venedig nach Amsterdam, auf der früher grosse Mengen an Eisen transportiert wurde. Wir folgten vorerst ein Stück dieser Eisenstrasse sachte aufwärts und verliessen diese dann auf der Anhöhe, wo wir auf dem Forstweg um den Eschengraben herumwanderten. Ein kurzes Stück auf Hartbelag und schon führte uns der Schotterweg hinunter zum Bachlauf der stimmungsvollen Ilse. Über ein paar Steine querten wir die breite Furt und erreichten kurz darauf die Ilsenquelle. Die Quelle war eine der bekanntesten Heilquellen des Mittelalters und so pilgerten viele Menschen auf langen Reisen hierher, um sich am heilbringenden Wasser zu laben. Wir wanderten wieder von der Quelle weg und erreichten das Forststrässchen, welches uns auf den Jagdberg hochführte. Zwischen den Buchenzweigen hindurch konnten wir beim schönen Rastplätzchen eine schöne Aussicht geniessen, bevor wir unseren Weiterweg wieder unter die Füsse nahmen. Wir folgten ab nun dem alten Grenzkamm zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen. Kürzel „KP“ für Königreich Preussen und „HN“ für Hessen-Nassau auf den Grenzsteinen, zeugten noch immer von diesem historischen Grenzverlauf. Nach der Überschreitung des Herrenbergs wanderten wir hinunter zur sogenannten Kaffeebuche.  Dies war schon vor Jahrhunderten ein beliebter Rastplatz, wo sich die Waldarbeiter dazumals unter der knorrigen und schattenspendenden Buche bei einer Kaffeepause wieder erholen konnten. Wir folgten weiterhin dem Grenzkamm und wanderten in sachtem Anstieg auf die bewaldete Haincher Höhe hinauf. Nach der Überquerung der Passstrasse führte uns der Rothaarsteig wieder auf den Kamm, wo uns schon bald eine weitere Flussquelle erwartete. Die Dillquelle ist ebenso wie die ersten Meter des Wasserlaufs in Steine gefasst und eigneten sich als wunderbare Sitzgelegenheit für unsere kleine Rast. Mit guten Ausblicken wanderten wir zum Teil auf grasigen Grund weiter dem Kamm entlang hinab zur Gernsbacher Höhe. Wir gelangten an der Holzköhlerei vorbei und erreichten den Weg, der uns über die doppelgipfelige Tiefenrother Höhe hinwegbrachte. Das Schild Siegerland-Panoramablick auf dieser Anhöhe versprach uns nun wirklich nicht zu viel. Fantastischen Fernsichten in Richtung Süden auf das Lahn-Dill-Bergland und das Siegerland, die wir hier auf dem erhöhten Standort der Plattform „Nase im Wind“ geboten bekamen, waren einfach wunderbar. Wir wanderten noch bis zur Schutzhütte am Haubergpfad weiter und verliessen dort für heute den Rothaarsteig, um nach Wilgersdorf hinabzusteigen. Das Strässchen brachte uns rasch hinab in den Talgrund, wo wir an der Landstrasse auch schon bald die ersten Häuser des Ortes erreichten. Wir zweigten sogleich in den aufwärtsführenden Zollhausweg ein und folgten diesem Strässchen hinauf zum Gästehaus Wilgersorf. Dort endete unsere heutige Etappe und wir konnten unsere Batterien für das morgige letzte Teilstück auf dem Rothaarsteig wieder aufladen. Schöne Wanderung mit 21 Kilometer in 5 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 240 Höhenmeter aufwärts.

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