Wanderungen in Frankreich

26. Mai, 2019
Für die heutige Wanderung wagten wir uns mal wieder über die Landesgrenzen hinaus, um unsere Wanderfüsse zum ersten Mal überhaupt auf französischem Boden zu bewegen. Wir begaben uns mit Zug und Tram ins elsässische Leymen nahe der Schweizer Grenze und starteten unsere Tour an deren Tramstation. Wir folgten ein kurzes Stück der Rue de Flueh in westlicher Richtung, bevor wir in die Rue de la Gare einzweigten und auf dieser zum Rathaus von Leymen hinunter wanderten. Nachdem wir die Seite der Hauptstrasse gewechselt hatten, brachte uns die Rue de Liebenswiler nach und nach aus der Ortschaft hinaus. Wir überquerten schon bald das Flüsschen Birsig und zweigten kurz danach von der Strasse weg und folgten dem Schottersträsschen, welches uns dann an den intensiv gelbblühenden Rapsfeldern entlangführte. Das Strässchen zog sich nun etwas bergan und wir wanderten durch die Felder des Kopfaecker in die Höhe. Wir gelangten so gegen den Wald zu und erreichten schon bald die kleine Chapelle de Heiligenbrunn. Die heutige Kapelle wurde 1682 an einer ursprünglich heidnischen Kultstätte errichtet und dann in eine der Heiligen Walpurga geweihtes christliches Heiligtum verwandelt. Aus der dazugehörigen Quelle, welcher wundersame Heilkräfte nachgesagt wird, nahmen wir gerne einen erfrischenden Schluck. Wir warfen noch einen Blick auf die Hügelkette mit der Ruine Landskron zurück und zogen auf dem Strässchen an der Kapelle vorbei in den Wald hinein. Wir verliessen etwas weiter oben die markierte „Route bleu“ folgten fortan der „Route jaune“, welche uns über die Krete des Wessenbergs führen soll. Das Forststrässchen ging schon bald in einen schmalen Pfad über, welchem wir nun über den höchsten Punkt des Wessenbergs folgten. Immer schön auf dem Grat wandernd, durchstreiften wir den Britzkiwald und trafen wie aus dem Nichts auf breite Autostrasse mitten im Wald. Wir folgten dieser einige Meter in östlicher Richtung und zweigten dann wieder in einen Wanderweg ein.  Nach wenigen Höhenmetern aufwärts, senkte sich unser Weg bereits wieder bergab und stiessen so schon bald wieder auf ein Schotterweg. Wir erreichten den etwas versteckt in einer Lichtung und bewaldeten Hügel befindenden Weiler St-Brice mit seiner schmucken Kapelle und einem Bauerngasthof. Die 1361 erstmals erwähnte Kapelle St-Brice oder wie sie auch zu Deutsch St. Britzgen genannt wird, wurde 1361 erstmal urkundlich erwähnt. 1910 wurden im Dachgeschoss über 50 Votivgaben aus Eisen entdeckt, welche man nun im Archäologischen Museum in Strassburg bewundern kann. Wir begaben uns nun wieder auf den Weg hinunter ins Leimental und wanderten auf dem Natursträsschen bergab. Wir zweigten schon bald auf eine Asphaltstrasse ein und überquerten die Staatsgrenze zur Schweiz. Als wir aus dem Wald heraustraten, öffnete sich das weite und schöne Leimental vor uns und wir folgten weiterhin dem Strässchen abwärts. Die Mühlestrasse führte uns über den Stängenbach und weiter durch die grossen Feldgebiete zu den ersten Häusern der Ortschaft Rodersdorf. Dort zweigten wir gleich in nördliche Richtung ab, um zur Kirchgasse zu gelangen, welche uns an der schön weissleuchteten Dorfkirche St. Laurentius vorbei brachte. Wir folgten der Strasse quer durch die Ortschaft und stiegen wieder zum Waldrand hoch. Vorerst ziemlich eben dem Waldsaum entlang, verliessen wir nach dem Eintritt in den Tannenwald das Schweizer Staatsgebiet wieder. Im leichten Auf und Ab wanderten wir auf dem matschigen Forststrässchen durch das schöne Waldgebiet und traten unter den Hängen des Landkronbergs wieder aus diesem heraus. Die ersten Häuser der Ortschaft Leymen waren erreicht und wir zogen auf der Strasse zur Tramstation hin, wo unsere Tour dann auch ihr Ende fand. Wunderschöne Wanderung mit 14.5 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 300 Höhenmeter aufwärts.