16. Sep, 2019

Marsberg - Heringhausen

Nachdem wir letztes Jahr die Hermannshöhen durchwandert hatten, wollten wir nun den Rothaarsteig unter die Füsse nehmen. Da diese zwei Höhenzüge relativ nah beisammen legen, kam uns die Idee, diese beiden Weitwanderwege zusammenführen zu können. Wir entschlossen uns daher von unserem letztjährigen Zielort in Marsberg in zwei Tagesetappen zum Rothaarsteig in Brilon zu wandern.

Nach unserer Nacht und dem hervorragenden Frühstück im Zeitlers Hotel, machten wir uns also auf, um unser ambitioniertes Vorhaben zu meistern. Über die Strassenbrücke querten wir das Flüsschen Diemel und zogen über die Bahngeleise in Richtung der Niedermarsberger Innenstadt. Kurz nachdem wir die Kirche St. Magnus passiert hatten, begann schon unser erster Anstieg des Tages. Wir folgten nun der Sauerländer Waldroute, welche uns mit dem weissen W auf dem grünen Grund, mehr oder weniger den heutigen Weg weisen soll. Ziemlich steil führte unser Weg über den Bülberg hinauf nach Obermarsberg und erreichten so den alten Buddenturm auf der Nordseite der Stadt. Der nur noch in halber Höhe erhaltene Turm, welcher früher zur Überwachung der Wasserversorgung und als Kerker diente, ist heute ein beliebter Aussichtsturm. Die wunderbare Aussicht über Marsberg und das Tal entlohnte uns für unseren steilen Berganstieg, den wir zur frühen Stunde meistern mussten. Auf schmalen Pfaden wanderten wir unterhalb von Obermarsberg durch den schönen Buchenwald, wobei uns nur wenige Blicke in Tal gegönnt waren. Mit der Felsformation des sogenannten Rittersprungs erreichten wir aber schon bald wieder einen aussichtsreichen und sagenumwobenen Punkt. Der Sage nach soll hier ein junger Ritter auf der Flucht über die hohen Felsen mit seinem Pferd abgestürzt sein und diesen auf wundersame Weise dennoch überlebt haben. Wir folgten dem Wanderpfad in südlicher Richtung zum Kalvarienberg hin, wo wir nun für ein kurzes Stück auf Asphalt weiter wandern mussten. Der Naturweg, in welchen wir dann wieder einzweigten, brachte uns auf der aussichtsreichen Anhöhe durch das ausgewiesene Naturschutzgebiet. Nachdem Wegpunkt beim Sommerloch tauchten wir wieder in den Wald hinein und folgten dem Strässchen hinauf zum Priesterberg. Wir zogen an deren Schutzhütte vorbei und wanderten ein letztes kurzes und kräftiges Stück bergan, bevor sich die Waldroute wieder talwärts senkte. Der Weg verschmälerte sich kurzzeitig zum Wanderpfad, bevor wir unten im Tal wieder auf ein breites Natursträsschen stiessen. Wir wanderten auf diesem etwas bergan und erblickten bei Waldaustritt die romanische Klus-Kapelle von Giershagen. Der quadratische Westturm ist aus Muschelkalkstein erbaut dessen Ursprung auf die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert wird. Wir überquerten eine Landstrasse und wanderten weiterhin auf breitem Wege ins Diemeltal hinein. Bei der Grube Reinhard/Lühlingshohl machten wir dann ein Schwenker in nördlicher Richtung und wechselten über die Fussgängerbrücke auf die andere Uferseite der Diemel. An den Kalksteinbrüchen Eickesbicke ging es nun vorüber und wir wanderten durch den schönen Taleinschnitt zu den künstlich angelegten Teichen der Niedermühle. Ein weiterer, vorerst etwas steiler Anstieg stand uns nun bevor, der uns hinauf ins Städtchen Padberg brachte. Wir wanderten durch das im Mittelalter gegründete Städtchen und verliessen dieses auf deren Westseite wieder. Ein Naturweg brachte uns erst ebenaus, dann etwas ansteigend und immer schön am Waldrand entlang zum Fusse des Homberges. Wir folgten nun der Waldroute hinunter zur Landstrasse, welche uns nun nach Helminghausen führte. Wir durchquerten diesen beschaulichen Ort und liessen die Kirche „Maria von der immerwährenden Hilfe“ hinter uns. Der Hauptstrasse nach wanderten wir dann schliesslich hoch zur Staumauer des Diemelsees. Die 40 Meter hohe Mauer wurde im ersten Weltkrieg aus rund 72000 Kubikmetern Bruchsteinen konstruiert ist rund 200 Meter lang und 7 Meter breit. Am Westufer des Sees folgten wir der Strasse zu den Strandterrassen, wo sich der Schiffsanleger befand. Wir gönnten uns zum Schluss eine Schifffahrt mit der MS Muffert über den Diemelsee nach Heringhausen, wo wir das Göbel’s Seehotel Diemelsee erreichten. Dort endete dann auch unsere erste Wanderetappe und konnten uns dort von der Wanderung erholen. Wunderbare Tagestour mit 21.5 Kilometern in 5 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 480 Höhenmeter aufwärts.