15. Mrz, 2020

Römerkanal Wanderweg 1: Nettersheim - Kall

Der rund 100 km lange Römerkanal von Nettersheim nach Köln ist eine fast zweitausend Jahre alte ingenieurtechnische Meisterleistung. Dem Wasserfluss von früher folgt der 1988 eröffnete und 2012 grundlegend modernisierte 120 km lange Römerkanal-Wanderweg. Der Wanderweg soll uns so an den Relikten des Römerkanals auf insgesamt 7 Etappen entlangführen und uns auf rund 50 Schautafeln über örtliche Besonderheiten und den Bau der Wasserleitung informieren. Das Wegzeichen ist ein stilisierter Querschnitt des überwölbten Kanals in schwarz auf weißem Grund und wird uns in den nächsten Tagen den Weg weisen.

So begaben wir uns für unser Vorhaben in die Mittelgebirgslandschaft der Nordeifel nach Nettersheim, wo unsere Fernwanderung direkt beim Bahnhof starten konnte. Wir folgten diesem dem Flusslauf der Urft in nördliche Richtung und zweigten auf die breite Bahnhofstrasse ein. Die Strasse führte uns am Kirchberg vorüber und wanderten nun wieder gen Norden zu. Beim Café „Zur Römerquelle“ verliessen wir dann die Strasse und folgten dem Natursträsschen über eine kleine Walderhebung. Kurz danach bewegten wir unsere Füsse aber bereits wieder auf Asphalt und wanderten unter der Strassenbrücke hindurch auf den Jugendzeltplatz zu. Der Römerweg-Wanderweg wechselte kurz darauf von der rechten auf die linke Urftseite und wir konnten dann auf einem steileren Pfad zu einem Naturweg hinaufsteigen. Nach einem kurzen Blick ins nördliche Urftal mit seinem schön harmonisch wirkenden Landschaftsbild, zogen wir zunächst weiterhin bergan. Wir erreichten die Hochfläche Brüngelschleiden und folgten dem Weg zwischen Wiese und Wald. So tauchten wir bald in den Rosental-Wald hinein, wo uns die historische Römerstrassenführung hinab ins Tal brachte. Wir erreichten den „Grünen Pütz“, die Quellfassung der Eifelwasserleitung. Die Quellfassung und der daran anschliessende Kanal wurden zur Anschauung wieder ein Stück weit instandgesetzt. Der Wanderweg zweigte schon gleich in ein Strässchen ein und wir wanderten weiterhin an Urft und Bahnlinie entlang. Nach der Querung des Bahngeleise, wechselten wir auch die Uferseite der Urft und wanderten auf schönen Pfade unterhalb der sagenumwobenen Achenlochhöhlen auf die aufgestaute Urft zu. Der Weg führte uns oberhalb des ehemaligen Eisenwerk Neuwerk in den Wald hinein, welcher uns auf die Ortschaft Urft entgegenbrachte. Wir trafen auf die breite Landstrasse, welche unser Begleiter bis zur Burg Dalbenden darstellte. Diese ehemalige Wasserburg ist im 12. Jahrhundert entstanden, steht unter Denkmalschutz und beheimatet heute eine Wohnanlage in gehobener Ausstattung. Bevor wir uns nun mit dem Aufstieg auf die Stolzenburg beschäftigten, konnten wir noch mit Station Nr. 6 des Römerkanal-Wanderweg ein weiteres Highlight bestaunen. Der Aufschluss des Römerkanals mit Durchlass hat einen Bogen mit einer Weite von einem knappen Meter und wir konnten diesen von der Talseite gut einsehen. Ein Naturweg brachte uns nun ziemlich steil hinauf auf die rund 70 höher gelegene Stolzenburg. Unsere Aufstiegsmühen wurden jedoch belohnt, so konnten wir etwas unterhalb des Gipfelkreuzes eine Aussichtsplattform finden. Ein herrlicher Blick ins Urftal eröffnete sich uns und so hielten wir dort oben gerne kurz inne. Wir begaben uns nun wieder auf den Abstieg und wanderten durch die sogenannte Sötenicher Kalkmulde. Das Natursträsschen brachte uns am nördlichen Steinbruch eines ehemaligen Zementwerkes vorbei und wir erreichten den oberen Ortsrand von Sötenich. Wir liessen aber den 1000-Seelen-Ort schon bald wieder hinter uns und hielten auf den Waldrand am Lierberg zu. Unterhalb einer Nach längerem, moderatem Aufstieg auf sehr matschigen Wegen durch den Wald in der Keldenicher Heide erreichten wir den Ortseingang von Keldenich. Die Strasse führte uns nun am Friedhof vorbei hinunter in die Dorfmitte zur weiss verputzten Pfarrkirche St. Dionysius. Wir folgten den Markierungen durch den Ort hinaus und verliessen diesen auf deren Ostseite wieder. Die Strasse führte uns auf die Erhebung des Tanzberges zu, wo wir den Römerkanal-Wanderweg für heute verliessen, um zu unserer heutigen Unterkunft zu gelangen. Ein Naturweg brachte uns direkt auf ein Industriegebiet hinab, welches wir bis zu Hauptstrasse hin queren mussten. Wir folgten nun geradeaus dieser Strasse und so hatten wir schon bald mit der Eifelpension Kall unser heutiges Etappenziel erreicht. Schöne Wanderung mit 16.5 Kilometern in 4.5. Stunden Gehzeit. Insgesamt 260 Höhenmeter aufwärts.

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