11. Mai, 2020

Liechtenstein-Weg 1: Balzers - Triesenberg

Da wir wegen der Corona-Pandemie unsere geplante Fernwanderung auf dem Europäischen Wasserscheideweg in Mittelfranken absagen mussten, haben wir uns eine Alternative vor unserer Haustüre gesucht. Der Liechtenstein-Weg ist ein rund 75 Kilometer langer Wanderweg, welcher vor knapp einem Jahr zum 300-Jahr Jubiläum Liechtensteins eröffnet wurde. Mit einer zugehörigen App „LIstory“ wurde zudem eine Anwendung geschaffen, welche uns an über 140 Erlebnisstationen entlang der Strecke zum Teil auch mit Augmented-Reality-Inhalten versorgen soll.

So begaben wir uns mit dem Bus in die südlichste Gemeinde Liechtensteins nach Balzers, wo wir bei der Haltestelle Höfle unser Unterfangen starten konnten. Da der Startpunkt des Liechtenstein-Wegs aber an der Grenze zu Schweiz seinen offiziellen Startpunkt hatte, mussten wir einen rund 1.5 Kilometer langen Zuweg in Kauf nehmen. Dazu folgten wir der Landstrasse durch die Ortschaft und näherten uns so in südliche Richtung wandernd der Staatsgrenze zu. Der Grenzpunkt St. Katharinenbrunnen mit seiner ersten Erlebnisstation markierte den Einstieg in den Liechtenstein-Weg. Ein Feldweg brachte uns nun dem Grenzverlauf entlang durch das Fläscher Riet auf die bewaldete Erhebung des Fläscher Berges zu. Ein Teersträsschen leitete uns nun in den alten Balzner Dorfteil Mäls hinein, wo wir die schmucke Kapelle St. Peter aus dem 14. Jahrhundert passierten. Der Strasse entlang wanderten wir durch das Mälsner Dorf und hielten uns auf die auf dem Hügel thronende Burg Gutenberg zu. Ein Naturweg brachte uns auf den Burghügel hinauf, wo wir die rund 800 Jahre alte mittelalterliche Burg bewundern konnten. Wir entstiegen dem Burghügel auf deren Nordseite wieder und folgten der Strasse in den Ortsteil Höfle. Wir schlugen unsere Richtung wieder gegen Norden ein und passierten mit bereits der siebten Station des Liechtenstein-Wegs, den alten Pfarrhof. Hier bildete die ehemalige Pfarrkirche St. Nikolaus einst das religiöse Zentrums Balzers. Ein Radweg führte uns an einem Kanal entlang zur breiten Hauptstrasse hin, welcher wir nun leider eine Zeit lang folgen mussten. Wir erreichten aber schon bald den nördlichen Ortsrand von Balzers, wo unser Weg nun wieder von der befahrenen Strasse abzweigte. Wir betraten so die Alte Landstrasse zwischen Balzers und Triesen, welche bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806 eine Reichsstrasse darstellte. Wir wanderten auf Naturbelag auf diesem historischen Strässchen durch die schönen Frühlingswiesen hindurch und querten nach geraumer Zeit die Lawena-Rüfi. Der Liechtenstein-Weg führt uns dann am Wasserkraftwerk Lawena vorbei und zogen leicht ansteigend in einem Bogen um einen Campingplatz herum. Wir wanderten auf dem Forststrässchen ins sogenannte Wäldli hinein, wo uns schon bald ein kurzes Stück auf einem schönen Wanderweglein erwartete. Nachdem wir aber schon bald wieder breiteres Weggut unter unseren Füssen hatten, näherten wir uns nach und nach offenen Feldgebiet wieder. Wir wanderten auf die ersten Häuser der Gemeinde Triesen zu und erreichten den im Oberdorf den Lindenplatz, welcher einer der beiden alten Dorfplätze der Ortschaft markiert. Der Liechtenstein-Weg machte von hier aus eine Schlaufe, die uns mit einer alten Baumwollspinnerei, die Industrialisierung der Textilindustrie vors Auge führen sollte. So gelangten wir nach dem Abstecher hinab ins Tal wieder hinauf ins Oberddorf und folgten weiterhin bergan einem Strässchen. Wir passierten die sehenswerte Kapelle St. Mamertus, dem seine Ursprünge gar dem 9. Jahrhundert zugesagt werden. Nun stand uns der eigentliche Aufstieg des Tages bevor, der uns in die Walsergemeinde Triesenberg und unseren Heimatort bringen soll. Naturbelassene Wege brachten uns dazu in mehren Kehren Höhenmeter um Höhenmeter hinauf. Wir passierten den Wegpunkt beim Hennawibliboda und zogen auf dem Wanderweg mal mehr und mal weniger steil bergauf in den Triesenberger Weiler Wangerberg. Wir folgten dann der nordwärts führenden Strasse, welche in Richtung Dorfmitte führt. Kurz nach der Bachverbauung verliessen wir das Strässchen und stiegen sanft im Wald empor. Wir gelangten kurz darauf zwischen den Häusern in den Ortskern von Triesenberg. Wir passierten das sogenannte Hagstickerhaus, welches seine Wurzeln um die Zeit 1600 vorweisen kann. Unser Weg führte uns nun über den Friedhof und an der Pfarrkirche St. Josef vorbei zum Dorfplatz, wo wir weiterhin den hervorragend angebrachten Markierungen folge leisten konnten. Diese leiteten uns der Strasse nach und erreichten übers Gschind die wundervolle Idylle auf Uerlischboda. Ein etwas steilerer Aufstieg brachte uns nun ziemlich zügig bergauf und wir erreichten die ersten Häuser des Weilers Rotenbodens. Jetzt war es nur noch ein kurzes Wegstück bis wir vor unserer Haustüre standen und dort die erste Etappe auf dem Liechtenstein-Weg beenden konnten. Tolle Auftaktetappe mit 18.5 Kilometern und 615 Höhenmetern in 5 Stunden und 15 Minuten Gehzeit.

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