12. Mai, 2020

Liechtenstein-Weg 2: Triesenberg - Vaduz

Tag Zwei auf dem Liechtensteiner-Weg stand an und wir konnten diesen bequem von unserer Haustüre aus fortsetzten. So verliessen wir nach dem Frühstück unser Haus in Rotenboden und folgten der Strasse bergwärts. Die Markierung leitete uns schon bald auf ein Natursträsschen ein, das uns nun leicht abwärts dem Hang entlangführte. Wir bewegten uns, wie auch schon am Vortag, gleichzeitig auf dem Walser Sagenweg und konnten so die eine oder andere Sage noch bis Hinterprufatscheng auf unserem Weg mitnehmen. Aber unser Weg führte uns vorerst ins Erbi, wo wir das Strässchen jetzt verliessen und auf einen schmaleren Pfad einzweigten. Dieser führte uns nun im Zickzack mal weniger, mal etwas steiler durch den Erbiwald bergauf. Wir errichten so wieder ein Forststrässchen, welchem wir nun bis zum einstigen Weiler auf Hinterprufatscheng folgten. Der erstmals im 14. Jahrhundert erwähnte Weiler Prufatscheng gehörte zu den ersten Siedlungsplätzen der eingewanderten Walser. Der höchste Punkt des Tages auf dem Liechtensteiner-Weges war somit auch erreicht. Leider verhinderten die tief hängenden Wolken den sonst fantastischen Blick ins Rheintal und die Alpsteinkette und begaben uns nun halt ohne Aussicht auf den langen Abstieg ins Tal. Das Fahrsträsschen endete nun bald und wir zweigten in den schmalen Wanderpfad ein. Dieser führte uns dem steilen Hang entlang über Stock und Stein und verloren so schnell manchen Höhenmeter. Wir entstiegen danach dem Bergpfad und standen direkt vor der Burgruine Schalun, im Volksmund auch Wildschloss genannt. Diese im 12. Jahrhundert erbaute Burg thront prächtig auf einer exponierten Felskuppe und soll einer Sage nach als Behausung von Raubrittern hergehalten haben. Hier befand sich auch Station 32 des Liechtenstein-Wegs und so konnten wir uns von der App wiederum die nötigen Informationen herunterziehen. Wir wanderten danach dem breiten Natursträsschen in langgezogen Kehren schier endlos bergab und erreichten den Wegpunkt Letzi. Ebenaus führte uns der Weg direkt auf das Schloss Vaduz zu, welches sich hoch über Vaduz auf einer Felsterrasse befindet. Das Schloss gilt als Wahrzeichen und ist der Sitz der Fürstenfamilie Liechtenstein. Wir zogen der Strasse nach an den Burggemäuern vorüber und zweigten weiter unterhalb in den schmalen und steilen Schlossweg ein. Dieser führte uns hinab ins verkehrsfreie Städtle des Hauptortes Vaduz, durch welches wir nun flanieren konnten. Der Liechtenstein-Weg führte uns entlang der Museumsmeile mit dem Kunstmuseum und der Hilti Art Foundation, dem Postmuseum, der Schatzkammer und dem Landesmuseum hinein ins Regierungsviertel. Wir passierten das der Spätrenaissance nachempfundene Regierungsgebäude und wanderten kurz vor der Kathedrale St. Florin bergauf. So wanderten wir etwas in der Höhe oberhalb des Ortes entlang und zogen dann am Gerichtsgebäude vorbei zur Landstrasse hin. Die Markierungen leiteten uns erst am idyllischen Giessenbach und dann der befahrenen Landstrasse entlang zur Alten Rheinbrücke, wo wir über eine Steintreppe hinab ans Rheinufer wechselten. Dem Ufer folgend, wanderten wir bis zum Rheinparkstadions, wo wir uns dann wieder vom Rhein entfernten. Die Strasse führte uns dann wieder zurück ins Zentrum von Vaduz, wo sich die Zusatzschlaufe nun wieder schloss. Ein kurzer Fussmarsch brachte uns zur Bushaltestelle Post, wo unsere heutige Etappe dann auch ihr Ende fand. Schöne Wanderung mit 14 Kilometer und 186 Höhenmeter in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit.

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