13. Mai, 2020

Liechtenstein-Weg 3: Vaduz - Nendeln

Der dritte Tag auf dem Liechtenstein-Weg stand an und wir machten uns mit dem Bus auf nach Vaduz, um unsere Fernwanderung fortsetzen zu können. Die Bushaltestelle Post Vaduz war unser heutiger Startort und wir marschierten der Hauptstrasse nach gegen Norden zu. Beim Kreisverkehr stiessen wir nun wieder auf unsere bekannte Markierung des Liechtenstein-Wegs und konnten so unsere Tour wieder aufnehmen. Das Strässchen führte uns leicht ansteigend am Weingut der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein entlang und erreichten so das Rote Haus. Dieses denkmalgeschützte Gebäude gilt neben dem Schloss als zweites Wahrzeichen von Vaduz und dürfte im 14. Jahrhundert entstanden sein.  Immer noch bergan führte uns das Strässchen auf den Waldrand zu, wo wir nun in ein schönes Wanderweglein einzweigen konnten. Der Waldpfad führte uns mehr oder weniger ebenaus durch den Wald des Baholz und passierten nach deren Austritt die Universität Liechtenstein. Nun wurde unser Weg flacher und führte uns der Strasse nach über die Mühleholzrüfi in ein Wohnquartier hinein. Wir wechselten kurz darauf über die Quaderrüfi in das Gemeindegebiet von Schaan, wo es weiterhin auf Nebensträsschen entlang weiterging. Die Markierung lotste uns dann zur befahren Hauptstrasse hin, wo wir dann einen Abstecher zu den Überresten des römischen Kastells machen konnten. Es war das grösste römische Bauwerk in Liechtenstein und wurde in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts errichtet. Wir wanderten weiter der Landstrasse nach in Zentrum der Gemeinde Schaan Die blau-roten Wegweiser leiteten uns quer durch den Ort, bevor der Weg dann nun anstieg und wir nach und nach aus dem Wohngebiet hinauskamen. Der Weg führte uns oberhalb des Klosters St. Elisabeth hinweg und konnten nun auf einem Flachstück zum Gamanderhof wandern. Nun stand uns mit den nächsten rund 300 Höhenmetern der Aufstieg nach Planken, kleinsten Gemeinde Liechtensteins bevor. Vorerst folgten wir etwas langatmig der Strasse bergauf und zweigten dann nach geraumer Zeit in ein Waldsträsschen ab. Dieses führte uns zum Plankner Kappile, welches zwar noch auf Schaaner Boden steht, aber 1880 von den Einwohnern Planken erbaut wurde. Dort wechselten wir nun seit langem wieder mal in einen schön angelegten Bergwanderweg ein. Dieser führte uns erst stufendurchsetzt und dann auf schönen Waldpfad durch das Bärlauchblütenmeer stetig hinauf und erreichten schon bald die ersten Häuser von Planken. Wir querten das beschauliche Dorf zu deren Nordseite hin und leider wurde uns heute durch den Nebel den sonstig herrlichen Blick ins Tal und die Drei Schwestern Bergkette verwehrt. Wir verliessen hier den Liechtensteiner-Weg, da durch die Nässe der steil abwärtsführende Bergpfad nicht empfehlenswert ist. So haben wir uns doch sehr mutig für eine unmarkierte Variante entschieden, welche nicht so steil ausfallen soll. Wir wanderten daher erst weiter bergan und zogen im Ortsteil Ossera in den Wald ein. Ein schöner Pfad brachte uns in ein paar Kehren hinab ins Tüfloch und überquerten dort den Grosslochbach über eine relativ neu erbaute und schöne Brücke. Der Wanderweg wurde nun etwas ruppiger und wir stiegen über rudimentäre Stufen aus dem Tobel empor. Der Weg wurde nun sehr schmal und an ein paar Stellen auch ziemlich ausgesetzt. Halteseile verschufen uns jedoch die nötige Sicherheit und wechselten vom steilen Hang sicher in den Wald hinein. Ein wurzeldurchsetzter Pfad brachte uns dann etwas steil hinab zum neuangelegten Rastplatz beim Sägaweiher. Wir liessen diese Idylle ein wenig auf uns wirken, bevor wir dann auf dem hervorragend präparierten Wanderweg unsere Tour fortsetzten. Kehre um Kehre schraubte sich der Weg nun hinunter und passierten dabei zwei wunderschöne Wasserfälle und eine tolle Aussichtsplattform. Wir näherten uns so immer mehr dem Talboden und erreichten schon bald wieder unsere Markierung auf dem Liechtenstein-Weg. Der Umweg hat sich aber auf alle Fälle gelohnt, war er doch sehr attraktiv und liess unsere wanderherzen regelrecht höher schlagen. Auch wenn im ersten Teil der Weg etwas anspruchsvoll ist, wo Trittsicherheit und Schwindelfreiheit durchaus von Vorteil sind, wäre das wohl durchaus die schöner Variante des Liechtenstein-Weg. Nachdem wir beim Steiarank das Waldgebiet verlassen hatten, passierten wir die Mauerreste einer römischen Villa, welcher seinen Ursprung ins 2. Jahrhundert nach Christus nachgesagt wird. Der Wanderweg ging nun wieder auf Asphalt über und wir folgten dem Strässchen in einer Schlaufe durch die Wohnquartiere. Wir näherten uns dem heutigen Etappenziel, nahmen aber noch bei der Kapelle St. Sebastian, die Informationen der Station Nr. 87 des Liechtenstein Wegs mit. Nur noch wenige Meter und wir hatten die Bushaltestelle erreicht und konnten dort unsere heutige Wanderung beenden. Schöne Wanderung mit 15.5 Kilometern und 490 Höhenmetern in 4 Stunden und 45 Minuten Gehzeit.

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