20. Sep, 2022

Alpenpanoramaweg 20: Jaun - Gruyères

Wir hatten die „Schafscheid“- Nacht im Hotel Wasserfall überstanden und stärkten uns vor unserem heutigen etwas längeren Weitermarsch ausgiebig. Wir schnürten unsere Wanderschuhe und nahmen nach dem Auschecken die 20. Etappe auf dem Alpenpanoramaweg in Angriff. Wir fanden unseren Einstieg direkt unterhalb der Hauptstrasse und wanderten hinab ins Jaunbachtal. Wir gelangten dann auch schon gleich an den Lauf des Jaunbaches, welcher nun für längere Zeit unser treuer Begleiter sein sollte. Auf Naturwegen wanderten wir also nun nahe dem Ufer entlang gemächlich talauswärts. Mal auf schmaleren, dann auch wieder breiteren Wegen wanderten wir auf den Weiler „Im Fang“ zu. Wir wechselten kurz darauf bereits zum vierten Mal die Uferseite des Jaunbach und wanderten auf dem schön angelegten , schmalen Kiesweglein direkt am bewaldeten Ufer entlang. Schon bald hatten wir wohl auch die Sprachgrenze überschritten, zeugten doch jetzt französische Wörter entlang unseres Weges. Der Alpenpanoramaweg wechselte nochmals dreimal die Seite des Baches, der seinen Namen mittlerweile vom Jaunbach zu La Jogne gewechselt hatte. In „Sous Les Vanels“ entfernten wir uns dann aber vom Gewässer und wanderten im Wald nun etwas bergauf. Ein Wanderweg führte uns über die kleine wildromantische Waldpassage zu einer Erhebung hinauf und folgten dann dem Fahrsträsschen hinab zur Hauptstrasse in Charmey. Entlang dieser befahrenen Strasse zogen wir durch den Ort hinaus und zweigten bei einem Einkaufscenter in südlicher Richtung ab. Wir folgten dort dem markierten Teersträsschen bergab zum Waldeingang. Wir bewegten uns hier auf bereits bekannten Wege, waren wir diesen Abschnitt bis nach Gruyères ja bereits vor 4 Jahren schon mal gewandert waren. Auf breitem Weg wanderten wir durch den Wald von Presquille und erreichten leicht bergab das Ufer des Lac de Montsalvens. Über die Hängebrücke, welche im Volksmund hier auch als „Gwagglibrugg“ bezeichnet wird, wechselten wir von der Halbinsel ans nördliche Seeufer. Im steten Auf und Ab führte uns der steinige, aber sehr abwechslungsreiche Wanderpfad durch den Wald entlang des Berghanges. Bei Saudy verliessen wir das Waldgebiet wieder und gelangten so direkt ans Seeufer, welchem wir nun mehr oder weniger folgen konnten. Wir erreichten nach einiger Zeit die 55 Meter hohe Bogenstaumauer, welche mit seinen über 100 Jahren auch als älteste Bogenstaumauer Europas gilt. Nach der Überquerung des Staudamms führte uns der gesicherte Treppenweg über unzählige Stufen hinunter in die wilde Gorge de la Jogne, auf Deutsch auch Jaunbachschlucht genannt. Schmale, gesicherte Pfade führten uns an speziellen Felsformationen vorbei. Wir querten dabei immer wieder abenteuerliche Felstunnels, kleine Brücken und schöne Wasserfälle. Diese vielen Höhepunkte auf diesem wirklich lohnendem Abschnitt liessen uns immer wieder innehalten und liess uns dieses Naturspektakel in vollen Zügen geniessen. Nach dem Creux de Tines verliessen wir diese wunderbare Schlucht wieder und stiegen gemächlich zur Hauptstrasse auf. Wir folgten auf dem Gehsteig der Strasse bis zu den ersten Häusern von Broc und bogen dort in ein Quartiersträsschen ein. Nach dem Schützenhaus zweigten wir in den schönen Wiesenpfad ein, welcher uns zur kleinen Marien-Wallfahrtskirche Notre Dame des Marches führte. Die Kapelle, welche sich am Fusse des Dent de Broc befindet, wurde bereits 1705 erbaut und dient heute als überaus beliebte Hochzeitskapelle. Wir entzündeten dort noch eine Kerze, bevor wir uns dann wieder weiter bewegten. Auf dem markanten Nebenhügel thronte und grüsste uns bereits das Städtchen Gruyères, welches unser heutiges Etappenziel sein sollte. Wir wanderten dazu etwas bergab und erreichten so das Ufer der Saane, welcher wir ein Stück flussaufwärts folgten. Auf der gedeckten Holzbrücke „Pont qui Branie“, wechselten wir die Uferseite und wanderten auf dem Teersträsschen zum Fusse des Château Gruyères. Die letzten Höhenmeter des Tages meisterten wir über einen Treppenweg erreichten schon bald darauf das mittelalterliche Städtchen Gruyères. Wir schlenderten durch, die uns sehr wohl bekannten Gassen zum Hotel de Ville, wo unsere heutige Etappe dann auch ihr Ende fand. Schöne Wanderung mit 23 Kilometern in 6.5 Stunden Gehzeit. Insgesamt 400 Höhenmeter aufwärts.

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