23. Sep, 2022

Alpenpanoramaweg 23: Corseaux (Vevey) - Lausanne (Ouchy)

Wir verbrachten eine wunderbare Nacht inmitten der unendlichen Weinberge des Lavaux und stärkten uns nun im Hotel Restaurant Châtonneyre für unsere 23. Etappe auf dem Alpenpanoramaweg. Nachdem wir unsere Wanderschuhe geschnürt und den Rucksack geschultert hatten, konnten wir uns aufmachen und das Hotel wieder frohen Wandermutes verlassen. Die Strasse führte uns durch das schöne Winzerdörfchen hindurch und stiegen gleich zu Beginn nun etwas kräftiger in die Weinberge hinauf. Wir hatten bald die Anhöhe erreicht und konnten schon einen schönen Ausblick auf den Genfersee und das Bergpanorama geniessen. So wanderten wir nun fortan durch die wunderschönen Weinterrassen des Lavaux, welche seit 2007 zum Welterbe der UNESCO angehören. Das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz erstreckt sich hier über 805 Hektaren. Seit dem 12. Jahrhundert sind in diesem Gebiet steile Terrassen angelegt worden, wo vorwiegend die Rebsorte „Chasselas“ angebaut wird. Auf den verschlungenen Strässchen wurden wir durch die Rebgüter hinaus gelotst. Die Weinlese war aktuell gerade im Gange und so konnten wir das emsige Treiben in den steilen Hängen hautnah miterleben. Der Weg senkte sich dann aber auch wieder hinab ins bezaubernde Winzerdörfchen von Saint-Saphorin. Die Markierungen lotsten uns hinein in die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Dorfkerns und seinen charakteristischen Winzerhäusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Wir zogen am gemauerten Kirchturm der Kirche St-Saphorin vorbei, welche bis heute zu dem beliebten Sujet auf zahlreichen Weinetiketten zählt. Dieses Gotteshaus wurde als erste katholische Kirche von Lavaux um 590 auf den Ruinen einer römischen Villa errichtet und erhielt ihre heutige Form im Jahre 1536. Wieder mit herrlichen Ausblicken über den Genfersee und die umliegenden Alpen zogen wir auf dem geteerten Winzersträsschen durch die Rebberge in westliche Richtung hinweg. Wir bewegten uns nun zusammen mit der Nummer 113 ausgeschilderte Weg (Terrasses des Lavaux). Dieser führte uns dabei an diversen Informationsschildern vorbei, welche uns in die Geheimnisse der Weinrebe und des Weins einblicken lassen sollte. Wir hatten mittlerweile das Winzerdörfchen Rivaz erreicht und durchquerten die schmucken Gassen des Ortes. Eine Brücke führte uns über den Bachlauf Le Forestay hinüber und blickten auf das endlose Weinbaugebiete hinweg. Nach einem kurzen Anstieg zu einem wunderbaren Panorama-Aussichtspunkt senkte sich unser Weg wieder und wanderten den steilen Terrassen entlang auf das Weingut Dèzaley zu. Die Strasse führte uns recht aussichtsreich ins berühmte Weinbaugebiet des Espesses hinein. Ein gepflästertes Wanderweglein führte uns durch die Weinberge zu einer Verzweigung, wo uns nun ein Treppenweg über das alte Mühlensträsschen hinab in Richtung des Sees führte. Eine Unterführung brachte uns unter der Strasse und Bahngleisen hindurch und gelangten so ans Ufer des Genfersees. Der Alpenpanoramaweg führte uns nun direkt am schönen Ufer entlang und wir gelangten so in die Ortschaft Cully. Durch die Gassen des sehr schmucken Dorfkerns wanderten wir durch und stiegen der Strasse nach wieder in die Rebberge hinauf. Wieder mit herrlichen Blicken auf See und Berge verlief unser Weg hinüber nach Vilette. Hier galt es nun eine paarminütige „Durststrecke“ an der doch sehr befahrenen Hauptstrasse zu überstehen und marschierten dort auf dem Gehsteig fortan. Der erlösende Wegweiser lotste uns dann aber auch wieder hinab an Seeufer. Nah am Wasser wanderten wir nun auf dem romantisch angelegten Pfad an Villen und Gärten vorbei zum mittelalterlichen Städtchen von Lutry hin. Hier in der Parkanlage kam uns gerade eine Pause recht und machten es uns auf dem Liegebänkchen bequem. Nachdem wir uns wieder gestärkt und erholt hatten, nahmen wir die restlichen knapp 6 Kilometer wieder auf. Am See entlang folgten wir wieder unseren Markierungen die uns mehr oder weniger nahe des Ufers in den Hafen von Pully führten. Der Uferweg verschmälerte sich dann wieder und folgten diesem mit den schönen Blicken über den See bis zum Haldimand-Turm hin. Diese künstliche Turmruine wurde im Jahre 1825 von William Haldimand anlässlich eines Architekturwettbewerbs erstellt und steht seit dann auf der Landzunge des Denantou-Parks. Von hier aus führte uns der breite Uferweg direkt auf das Quartier Lausanne-Ouchy zu, wo unsere heutige Etappe dann auch endete. Mit der einzigen Metro der Schweiz liessen wir uns in die Nähe unserer Unterkunft „Agora Swiss Night by Fassbind“ bringen, wo wir uns mal für zwei Nächte einrichten konnten. Wir wollten uns nun erstmals einen Day-Off auf unserer Fernwanderung gönnen, um für unseren Schlussspurt nach Genf nochmals die Batterien richtig aufzuladen. Schöne Wanderung mit 19.5 Kilometern in 5.5 Sunden Gehzeit Insgesamt 360 Höhenmeter aufwärts.

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