28. Sep, 2022

Alpenpanoramaweg 27: Vich (Gland) - Nyon

In den letzten Ausläufern des grössten Weinbaugebietes der Schweiz, der „La Côte“, konnten wir eine erholsame Nacht verbringen. Nach unserem „Petit déjeuner“ im gemütlichen Hotel „Le Croix Verte“ packten wir unsere „Sieben Sachen“ wieder zusammen und machten uns auf den Weg. Nach 9 trockenen Wandertagen in Folge ziehen wir erstmals bei Regenwetter los. So traten wir „regenfest“ Etappe 27 auf dem Alpenpanoramaweg an und zogen auf das 14 Kilometer entfernte Nyon zu. Wir fassten somit auch wieder gleich auf dem Toblerone-Weg Fuss und folgten wieder dem schönen Bachlauf der La Serine leicht bergab. So passierten wir wiederum unzählige Panzersperren, bevor wir nun an der Hauptstrasse uns vom Bachtobel entfernten. Der markierte Wanderweg führte uns nun sehr unschön einer sehr befahrenen Strasse entlang. Nachdem wir ein paar grössere Geschäfte passiert hatten, überquerten wir die Autobahn und sehnten uns jetzt schon auf ein ruhigeren Strassenabschnitt. Dieser kam dann Gott-sei-Dank schon bald und wir wanderten am „College des Tullières“ vorbei wieder ins Feldgebiet hinaus. Für uns etwas unverständlich, dass die Wegführung hier diesen Schwenker macht, da auf der Landeskarte eigentlich ein Weg immer am Bachlauf führen würde. Aber wir gelangten auch so wieder zurück an den Lauf der „La Serine“ und wanderten auf dem schönen, zum Teil wurzligen Waldboden dem Flüsschen entlang. Die „Toblerone“ begleiteten uns natürlich immer noch und die „La Serine“ hatte sich mittlerweile in ein grösseres Flüsschens Namens „La Promenthouse“ ergossen. Wir zogen unter zwei Brücken hindurch und gelangten so wieder zu einer Strasse, welcher wir nun Folge leisten mussten. So wanderten wir an der sogenannten Villa Rose vorbei. Es handelt sich hierbei um ein Infanterieort, welche als Villa getarnt wurde und die sogenannte Promenthouse-verteidigungslinie im zweiten Weltkrieg geschützt hatte. Die Villa Rose ist also kein gemütliches Zuhause, sondern eine durchdachte Festung, die heute unter Denkmalschutz gestellt ist. Die Fenster entpuppen sich hier als Fälschungen und es soll sogar auf den WC-Anlagen Schiessscharten geben. Wir entfernten uns von diesem Kuriosum und wanderten vorerst weiter ein Stück der Strasse entlang, bevor uns die Wegweisung in ein Wäldchen hinein dirigierte. Mehrheitlich auf Wanderwegen führte uns nun der Alpenpanoramaweg uns um das weitläufige Gelände des Golfplatzes „Domaine Imperial“ kreuz und quer hindurch. Herrschaftlich grüsste uns das Clubhaus etwas abseits des Wegesrand, welches anno dazumal der napoleonischen Familie als Villa diente. Wir über überquerten das Flüsschen „La Promenthouse“ und liessen nun nach und nach den Golfpark hinter uns. Ein Strässchen führte uns durch Feld und Flur hinab an den schönen Strand von Promenthoux. So konnten wir einen Blick über den stürmischen Genfersee werfen, welcher hier doch relativ hohe Wellen warf. Unser Weg führte uns aber schon bald wieder weg vom Gewässer und folgten dem weiterhin dem Strässchen. So gelangten wir schon sehr bald auf das schmucke Barockschloss „Château de Prangins“ zu. 1998 wurde das Schloss aus dem frühen 18. Jahrhundert aufwendig restauriert und beherbergt seitdem das Schweizerische Nationalmuseum in der Romandie. Hier konnten wir dann auch den grössten historischen Gemüsegarten der Schweiz bestaunen und liessen uns den Blick auf die schön angelegten Beete nicht nehmen. Auf den rund 5500 m2 werden hier in biologischer Landwirtschaft fast 200 verschiedene Sorten Gemüse, Früchte, Gewürzkräuter und Nutzpflanzen angebaut. Die kreuzförmige Anlage vermittelte uns das Gefühl der Ordnung und Symmetrie. Wir wanderten danach der Strasse etwas bergan und gelangten an das Bahntrassee, welchem wir nun bis zum Bahnhof von Nyon hin folgen konnten. Hier verliessen wir für heute den Alpenpanoramaweg, um ins schmucke Altstädtchen abzustechen. Der Weg führte uns zu dem prunkvollen und historischen Schloss von Nyon. Die romanische Festung aus dem 12. Jahrhundert beherbergt heute eine berühmte Porzellanausstellung, welche 3000 Jahre Geschichte der Region präsentiert. Wir liessen uns durch die Gassen zum Ufer des Genfersees dirigieren, wo wir dann auch schon bald unsere heutige Unterkunft fanden. So checkten wir im Hotel „Le Rive“ ein und machten es uns auf dem Zimmer gemütlich. Schöne Wanderung mit 14 Kilometern in 3 Stunden und 45 Minuten Gehzeit. Insgesamt 135 Höhenmeter aufwärts.

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