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Herbsttradition mit Aussicht – Von Flawil zum Kürbishof Rohner


Alle Jahre wieder zieht es uns im Herbst zum Kürbishof Rohner bei Arnegg. Der Besuch dieser grossartigen Ausstellung ist für uns längst zu einer festen Tradition geworden – jedes Jahr staunen wir aufs Neue, mit wie viel Kreativität und Liebe zum Detail hier gearbeitet wird.


Wie üblich wollten wir auch diesmal nicht einfach mit dem Auto hinfahren, sondern den Hof wandernd erreichen. Doch statt wie im letzten Jahr von Bischofszell aus, wählten wir diesmal eine neue Route: von Flawil über Glattburg nach Arnegg. Eine Strecke, die uns durch typische Ostschweizer Hügellandschaft führt – mit weiten Feldern, kleinen Waldabschnitten und immer wieder schönen Ausblicken ins Tal.


Mit viel Vorfreude auf das diesjährige Ausstellungsmotto machten wir uns also auf den Weg – in der Gewissheit, dass uns am Ziel nicht nur kreative Kürbiskunst, sondern auch feine Leckereien vom Hof erwarten würden.


Wir reisten mit dem Zug nach Flawil, wo wir unsere Tour starten konnten. In nordwestlicher Richtung entfernten wir uns vom Bahnhof und folgten zunächst der Strasse, die uns parallel zu den Geleisen führte. Nach wenigen Minuten machten wir einen Schwenker ins Lören-Quartier, wo sich der Verkehr rasch legte und die ersten Wohnhäuser hinter uns blieben. Schon bald lag Flawil im Rücken, und der Blick öffnete sich auf die sanften Hügel, die das Glatttal umrahmen.


Wir überquerten anschliessend über eine Brücke die Bahngeleise und liessen uns auf dem Natursträsschen in Richtung Waldrand treiben. Kurz darauf tauchten wir in den Rehwald ein, wo es angenehm ruhig war – nur das Rascheln der Blätter und leises Vogelgezwitscher begleiteten uns. Der Weg führte leicht bergab, und bald verliessen wir den Wald wieder auf der anderen Seite.


Vor uns öffnete sich ein kleines Tälchen, und auf der gegenüberliegenden Anhöhe grüsste uns die Kirche von Niederglatt – ein schlichter, aber hübscher Bau, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Sie wurde im Lauf der Zeit mehrfach umgebaut, hat sich aber ihren ländlichen Charme bewahrt und ist noch heute das Wahrzeichen des Dorfes.


Wir kamen sodann gänzlich hinab ins Glatttal und überquerten dort den gleichnamigen Fluss. Von hier wandte sich unser Weg in südliche Richtung, und wir zogen an einem grösseren, namenlosen Weiher vorüber. Das Wasser lag still, nur ein paar Enten zogen gemächlich ihre Kreise. Am Ufer spiegelten sich die ersten herbstlich gefärbten Bäume – ein ruhiger Moment, bevor der Weg wieder leicht anstieg und uns auf die Anhöhe von Glattburg führte.


Von hier stieg der Weg erneut aus dem Glatttal an und führte uns auf ein kleines Wäldchen zu, in dem sich die Burgstelle Gielen-Glattburg verbirgt. Viel ist davon allerdings nicht mehr zu sehen – nur ein unscheinbarer Hügel im Wald erinnert an die einstige Anlage. Hier stand im Mittelalter vermutlich eine kleine Höhenburg, die dem Schutz des Glatttals diente. Heute hat sich die Natur das Gelände längst zurückerobert, und wer nicht genau weiss, wo er suchen muss, geht leicht daran vorbei.


Immer noch leicht ansteigend liessen wir diese historische Stätte hinter uns und traten bald auf offenes Gelände hinaus. Vor uns lag der kleine Weiler Gebertschwil, zu dem wir nun hinüberwanderten. Einzelne Bauernhöfe, Obstbäume und das weite Panorama gaben der Landschaft hier einen besonders ruhigen Charakter – ein schöner Kontrast zum schattigen Wald, den wir eben erst verlassen hatten.


Durch die weiten Feldgebiete kamen wir auf die Autobahn zu, die wir über eine Brücke überquerten. Gleich danach tauchten wir erneut in ein kleines Wäldchen ein, wo der Lärm der Strasse rasch verstummte und wieder die Ruhe des Herbsttages überwog.


Das Natursträsschen ging nach dem Waldaustritt wieder in Asphalt über, und wir querten einen grösseren Hof im Nutzenbuech. Kurz darauf wandte sich der Weg erneut nach Norden, und wir durchquerten eine weitläufige Baumschule. Reihenweise standen dort junge Bäume, akkurat gesetzt, als warteten sie nur darauf, bald irgendwo Wurzeln zu schlagen.


Unser heutiges Tagesziel war bereits in greifbarer Nähe, und wir erreichten weiter durch Feld und Flur den Kürbishof Rohner. Die bunte Flut an Kürbissen verzauberte uns im Nu, und wir verweilten gerne an der schönen Schaustellung dieser Riesenbeere. Das Angebot auf dem Kürbishof Rohner ist beeindruckend – rund 180 verschiedene Kürbissorten werden hier ausgestellt und angeboten.


Das diesjährige Motto „Raumfahrt“ wurde mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick umgesetzt. Ob Raketen, Astronauten oder Planeten – alles war liebevoll aus Kürbissen gestaltet und liess uns staunend durch diese ausserirdische Fantasiewelt spazieren. Einmal mehr zeigte sich, wie viel Herzblut und Kreativität hinter dieser Ausstellung steckt. Auch das gemütliche Kürbisbeizli lud uns zu einer kleinen Rast ein, wo wir uns von regionalen und saisonalen Köstlichkeiten verwöhnen liessen.


Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns vom Hof und folgten dem Strässchen am Erlenhof vorbei. Der Weg führte uns hinauf nach Arnegg, wo wir kurz darauf bereits die Bahnstation erreichten. Hier endete unsere Tour, und wir machten uns zufrieden auf die Heimreise.


Fazit:

Eine kurzweilige Herbstwanderung durch typische Ostschweizer Landschaft – abwechslungsreich, ruhig und mit einem stimmungsvollen Ziel. Der Kürbishof Rohner bleibt ein besonderes Ausflugsziel, das jedes Jahr aufs Neue überrascht. Schöne Wanderung mit 12.5 Kilometern Länge, 3 Stunden Gehzeit und 170 Höhenmetern aufwärts.

Flawil - Glattburg - Arnegg